Wohin führt der Weg von Lazio Rom und Juventus Turin?

Beide Klubs sind mit verschiedenen Vorstellung in diese Saison gegangen. Nun folgt eine der wichtigsten Partien der Saison im Stadio Olimpico, doch was folgt danach?

Von Rafael Corradino

Alessandro Del Piero - Juventus (Getty Images)

Rom. Juventus Turin wollte um den „Scudetto“ kämpfen, Lazio Rom hatte Europa im Visier. Vor der Saison 2010/2011 der Serie A waren die Vorstellung der beiden Klubs ebenso unterschiedlich, wie das bisher erreichte Ergebnis. Für die „alte Dame“ ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mal mehr die Champions League drin, die Hauptstädter haben alle Erwartungen übertroffen. Heute Abend könnte sich die Situation nochmal zuspitzen, doch wohin führt die Entwicklung der beiden Vereine tatsächlich?

Von der Abstiegsangst in die Champions League

In der vergangenen Saison kämpften die „Laziali“ noch gegen den Abstieg. Mit einem 2:1 in Livorno sicherten sie sich den Klassenerhalt. Schon damals standen Mauri und Floccari auf dem Platz, doch mit den Neuzugängen Zarate und Hernanes lief es in der aktuellen Spielzeit sichtlich besser. Fast ein Jahr später könnten sie mit einem Sieg gegen Juventus Turin einen großen Schritt in Richtung europäische Königsklasse machen.

Vater des Erfolgs ist auch Edoardo Reja. Wie soviele Trainer setzte er auf das moderne 4-2-3-1 und konnte sich so zu Beginn der Saison an der Spitze der italienischen Liga festsetzen. Seine Transfers schlugen ein, bei der fast unveränderten Defensive handelt es sich um die zweitbeste der Serie A. Gute Voraussetzungen also für das kommende Jahr mit der Doppelbelastung Europa. Der Kader wird durch die zusätzlichen Millionen vor allem in der Breite gestärkt, so dass es auch in Zukunft für das obere Drittel der Tabelle reichen sollte.

Gegensätze: Der konstante Weg zum Erfolg

Mit Konstanz konnten in der laufenden Saison der Serie A nur wenige Mannschaften glänzen. Juventus zeigte konstante Punkteteilungen und brachte sich zuletzt durch das Verspielen von hohen Führungen ins Gespräch. Oft wäre ein Sieg verdient gewesen, doch letztendlich gab es im besten Fall einen Punkt. Mit sechs Remis schieden sie aus der Europa League aus.

Eine positivere Konstanz zeigte Lazio Rom. Zwar haben sie mehr Niederlagen auf dem Konto, gleichen dies jedoch durch Siege statt Remis aus. Dieses Jahr verloren sie nur ein Mal zwei Partien hintereinander, ansonsten folgte auf eine Niederlage immer eine Sieg als Reaktion. Nach der Niederlage am 34. Spieltag könnten sie diese Serie heute gegen Juventus Turin weiterführen und sich so den Einzug in die Champions League ebnen.

Juventus: 100 Millionen Euro und der nächste Angriff

Vor der laufenden Spielzeit wurden einige Veränderungen getätigt. Sebastian Giovinco wurde zum FC Parma ausgeliehen und überzeugte dort als Stammakteur und Mittelfeldgenie. In der Winterpause profitierte Parma erneut, Amauri traf in der Rückrunde sieben Mal für den FC Parma nachdem er in der Hinrunde für die „alte Dame“ erfolglos blieb. Milos Krasic schlug zur Beginn der Saison ein und wurde als neuer Nedved angepriesen, doch dem hohen Druck hielt er nicht Stand und konnte seine hervorragenden Leistungen im Laufe des Jahres nicht bestätigen.

Für die kommende Saison hat Juve erneut den Titel in der Serie A im Visier. Gerüchten zu Folge sollen 100 Millionen Euro in neue Akteure investiert werden. Die ausgeliehenen Fabio Quagliarella und Alessandro Matri könnten fest verpflichtet werden, außerdem wird mit einer Rückkehr von Giovinco gerechnet. Für die Offensive könnte zusätzlich Javier Pastore herhalten, doch der Transfer des Argentiniers erscheint schwierig und könnte über die Hälfte des angeblichen Transferbudgets verschlingen.

Unsicher: Die italienische Innenverteidigung

Die Viererkette der „alten Dame“ konnte in der laufenden Spielzeit nicht überzeugen. Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini galten als die italienische Innenverteidigung der nahen Zukunft, doch mittlerweile drängt sich Andrea Ranocchia immer mehr auf und überzeugt für den Tabellenzweiten Inter Mailand.

Bonucci und Chiellini müssen sich besser abstimmen, doch auch auf der defensiven Außenbahn hat Juventus Nachholbedarf. Um das 2012 eröffnende Stadion mit der europäischen Königsklasse einzuweihen, gilt es vor allem eine stabile Hintermannschaft auf die Beine zu stellen.

Eure Meinung: Was erwartet ihr von Lazio und Juventus heute und in der anstehenden Saison?



 
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