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Gewinner nach K.O. – Pokalsiege ebneten den Weg für weitere Erfolge von Pep Guardiola und José Mourinho
Im spanischen Pokal steht der nächste von insgesamt vier Clasicos an. Zwar ist das Trophäenkabinett beider Erfolgstrainer gut gefüllt, doch der Pokal war schon immer von besonderer Bedeutung.
Von Ben Hayward, übersetzt von Christoph Vogel
Madrid/Barcelona. Alles begann mit einem Pokalsieg. Pep Guardiolas erster Titel mit Barcelona war die Copa del Rey vor zwei Jahren, während José Mourinho seine Titeljagd bei Chelsea mit dem League Cup startete. Es ist also kein Zufall, dass diese beiden Trainer das Finale des spanischen Pokals in Valencia bestreiten – sie verstehen wie wertvoll es ist, einen Pokal zu gewinnen.
Erster Titel für Pep im Pokal
Als Barca 2009 im Mestalla die Copa del Rey gewann, hatten die Katalanen kurz zuvor eine 3:1-Führung zu Hause gegen Villarreal her geschenkt und verpasst, die Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. Die Köpfe gingen nach unten und Zweifel kamen auf, aber den Pokal vier Tage später zu gewinnen brachte das Selbstvertrauen zurück. Es herrschte wieder Optimismus. Das Glas war halb voll und Barca blühte auf; die Meisterschaft folgte und ein beeindruckender Erfolg in der Champions League über Manchester United besiegelte ein noch nie dagewesenes Triple. Doch es begann mit einem Pokalsieg.
Vorschau Copa del Rey: FC Barcelona - Real Madrid
Pokal hatte an Bedeutung verloren
„Wir wollen die Copa del Rey gewinnen,“ sagte Guardiola vor dem Finale gegen Athletic Bilbao. „Wir wollen alle Pokale gewinnen und ein Verein wie Barcelona sollte die Copa del Rey alle vier oder fünf Jahre gewinnen.“ Doch vor dem Pokalsieg hatte das Turnier an Reiz verloren. Gewinner aus vorangegangenen Jahren waren unter anderem Betis Sevilla, Espanyol Barcelona, Saragossa und Real Mallorca. Die Topklubs schienen weniger interessiert zu sein; sie boten B-Mannschaften auf, Ergänzungsspieler, Nachwuchsspieler – es war ein Pokal in der Krise.

Mourinho führt den League Cup zu altem Glanz
Der League Cup in England litt unter ähnlichen Symptomen. Die Top-Vier betrachteten es als lästig und verloren regelmäßig gegen unterklassige Gegner. Manchester United verlor 1995 zu Hause mit 0:3 gegen York und wurde in jüngerer Vergangenheit von Southend und Coventry herausgekegelt. Liverpool wurde in der Zwischenzeit von Northampton und Grimsby in bloßgestellt, jene schmissen ebenfalls Tottenham im Jahre 2005 raus. Die großen Klubs, so schien es, hatten höhere Ziele. Aber dann kam Mourinho. Der Portugiese führte Chelsea zum Titel in seiner ersten Saison im Amt und brachte die Blues ins Halbfinale der Champions League, wo sie kontrovers von Liverpool besiegt wurden, aber „The Special One“ realisierte die Wichtigkeit davon, an allen Fronten zu kämpfen. „Wir spielen um den FA Cup und den Carling Cup zu gewinnen,“ sagte er 2005. „Die Champions League oder die Meisterschaft zu gewinnen ist wichtiger, aber wir werden keinen Titel her schenken.“ Er begann mit einem Pokalsieg.

Reals Pokal-Blamage unter Pellegrini
Bei Inter begann Mourinho seine zweijährige Amtszeit mit einem Sieg im Superpokal über die Roma. Jene endete mit dem Gewinn der Champions League – nach einem bemerkenswerten Erfolg im Halbfinale über Barcelona – wodurch er mit Guardiola gleichzog und sein eigenes Triple holte, da er bereits die Serie A und den Pokal in Italien gewonnen hatte. Und wieder: Es begann mit einem Pokalsieg. Nun schwingt er sich dazu auf, dasselbe mit Madrid zu schaffen. In der letzten Saison verlor die Mannschaft unter Manuel Pellegrini mit 0:4 gegen Zweitligist Alorcon und wurde zur Witzfigur. Die Meisterschaft scheint in dieser Spielzeit für Mourinhos Männer außer Reichweite zu sein, aber das Weiterkommen in der Champions League und im Pokal hat Stolz und Glaubwürdigkeit wiederhergestellt. Letzteren zu gewinnen würde einen Schritt in Richtung Erfolg darstellen, einen Moment von Jubel und Hoffnung; ein Pokal der Begeisterung.
Siegermentalität
Mourinhos Mentalität steht im Gegensatz zu der vom alten Rivalen Arsene Wenger, der mit Arsenal seit 2005 ohne Titel ist. „Wenn du den League Cup gewinnst, kannst du dann wirklich sagen du hättest einen Pokal gewonnen? Wir haben die Gruppenphase der Champions League nun für zehn Jahre hintereinander überstanden. Das ist dreimal schwieriger als fünfmal den League Cup zu gewinnen.Und in der Liga Dritter zu werden ist schwieriger als den League Cup zu gewinnen,“ erklärte der Franzose im letzten Jahr. Das Problem für Wenger ist nur, dass er nie die Champions League gewonnen hat – außerdem ist er seit 2005 ohne Titel. Diese Dürreperiode hat Unzufriedenheit in den Klub aus dem Norden Londons gebracht, während sich viele Fans schon mit dem Scheitern abfinden. Ein Pokalsieg, irgendein Pokal, selbst der League Cup, wäre für Wenger jetzt nützlich. Aber die Gunners verloren im diesjährigen Finale 1:2 gegen Birmingham City. Vor dem Spiel hatte Wenger behauptet, ein Sieg würde nicht als ein Ende der Pokal-losen Zeit bedeuten, woraufhin Sir Alex Ferguson – der das ein oder andere über Titelgewinne weiß – entgegnete, dass ein Pokal sei, der es verdiene gewonnen zu werden.
Es ist nur schwer vorstellbar, dass Mourinho oder Guardiola ein Finale gegen Birmingham verlieren würden. Sie begannen mit einem Pokalsieg, gingen über zu größeren und besseren Dingen, aber wertschätzten immer den Wert des Gewinnens, immer und immer wieder.
Eure Meinung: Ist Titel gleich Titel oder ist der Pokalgewinn nur ein Erfolg zweiter Klasse?
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