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Derbys mit Symbolcharakter – Köln, die Borussia und der Kampf gegen den Abstieg
Das 95. Derby zwischen Köln und Mönchengladbach könnte eine erste Entscheidung in der Frage um den Abstieg bringen. Schon in der Vergangenheit einte beide Teams die Angst vor dem Absturz.
Von Christoph Vogel
Mönchengladbach/Köln. Die Bilanz spricht mit 47 Siegen bei nur 28 Niederlagen für Borussia Mönchengladbach, doch gerade jetzt wäre ein Sieg im Derby gegen den 1. FC Köln so wichtig wie selten zuvor. Nicht nur geographisch begründet sich die Rivalität, denn in der Vergangenheit teilten sich beide Mannschaften oftmals eine Wohnung im Tabellenkeller. Besonders psychologisch kann eine Niederlage im Derby den entscheidenden Knacks geben.
1989/90 – Geißböcke mit Doppelsieg, aber Gladbach bleibt drin
Die letzte Saison der 80er war für die Fohlen ein echter Reinfall. Zum dritten Mal in der Geschichte der Bundesliga sollten sie am Ende nur einen zweistelligen Tabellenplatz belegen – der Abstieg geriet in jener Saison jedoch so beängstigend nah wie nie zuvor. Schon in der Rückrunde gab es am heimischen Bökelberg nichts zu holen beim 0:2 gegen den FC, für den Falko Götz und Pierre Littbarski trafen. Überwintern musste der VfL gar mit der roten Laterne am Tabellenende. Vom 11. bis zum 17. Spieltag verloren sie sieben Spiele in Folge.

Die zweite Derbyniederlage gegen die damals bärenstarken Kölner, die am Ende die Vizemeisterschaft hinter den Bayern errangen, ließ die Fohlen am 28. Spieltag erneut auf einen Abstiegsplatz rutschen. Beim 3:0-Sieg des FC leitete ausgerechnet ein Eigentor von Stefan Effenberg die Niederlage ein. Doch es reichte nicht ganz, um den Rivalen vom Niederrhein in die 2. Liga zu kegeln. Deren Heimstärke rettete sie auf den 15. Tabellenplatz.
1997/98 – Köln muss runter, Fohlen lachen (wenn auch nur kurz)
Beinahe zehn Jahre später waren es dann die Geißböcke, die den bitteren Gang in die zweite Liga antreten mussten. 18 Niederlagen, eine davon gegen die Borussia am 4. Spieltag, die bereits die Tendenz andeutete, waren einfach zuviel. Marcel Witeczek, Patrik Andersson, Peter Wynhoff und Karlheinz Pflipsen erzielten damals beim 4:1 über den von Peter Neururer trainierten FC die Tore. Das einzige Gästetor markierte Verteidiger Andersson per Eigentor.
Im Rückspiel am 21. Spieltag revanchierte sich der FC mit einem tollen Spiel, das 3:2 endete. Ein Doppelpack von Jörgen Pettersson war zu wenig, um den Kölner Sieg zu verhindern. Den machte Toni Polster in der 84. Minute perfekt. Jener Polster sollte nach dem tränenreichen Abstieg am Saisonende ausgerechnet zur Borussia aus Mönchengladbach wechseln. Ein kleiner Trost für die Kölner folgte ein Jahr später: Dann musste die Borussia nämlich als abgeschlagener Tabellenletzter ebenfalls runter.

2008/09 – Borussia mit Viererpack im RheinEnergieStadion
Die Saison 2008/09 war für viele Gladbacher Fans ein echter Albtraum und Abstiegsthriller, der bis zum letzten Spiel anhalten sollte. Am 7. Spieltag stieg das erste Derby der Saison und vor mehr als 54.000 Zuschauer im Borussia-Park war es Milivoje Novakovic, der mit seinem Treffer in der 88. Minute zum 2:1-Auswärtssieg das gesamte Stadion zum Stillstand brachte. Die Fohlen waren konsterniert und zogen aus der Talfahrt mit Platz 18 die Konsequenzen: Aufstiegstrainer Jos Luhukay wurde nach dem Derby entlassen!

Zwei Tore und ne große Portion Kampf: Michael Bradley grätschte 2009 die Borussia zum Derbysieg
Christian Ziege übernahm für zwei Wochen in jenem Oktober, bevor Altmeister Hans Meyer die Zügel in die Hand nahm. Der FC indes spielte eine ruhige und souveräne Saison. Der 12. Platz bedeutete zwar Mittelmaß, aber man war weit weg von der akuten Abstiegsgefahr – ganz im Gegensatz zu den Fohlen, die das Rückspiel in Köln nutzten, um richtig auf die Pauke zu hauen: 4:2 hieß es am Ende für den VfL, für den Michael Bradley ebenso zweimal traf wie Miso Brecko auf Kölner Seite. In bis heute 109 Bundesligaspielen sind dies auch bis heute die einzigen beiden Treffer des Slowenen. Gladbach rettete sich nicht zuletzt zweier Last-Minute-Siege gegen Schalke und Cottbus auf den 15. Platz und durfte drinbleiben.
2010/11 - ?
Der FC ist mittlerweile so gut wie gerettet und muss sich praktisch keine Sorgen mehr um den Abstieg machen. Ganz anders sieht die Situation bei den Borussen aus, die auch unter Lucien Favre das Tabellenende nicht verlassen konnten. Den Kölnern bietet sich eine reizende Gelegenheit, die Fohlen mit einem Auswärtssieg vielleicht endgültig in die 2. Liga zu schießen. Die Fans würde es doppelt freuen, wäre es auch Wiedergutmachung für die 0:4-Heimpleite im Hinspiel. Übrigens nur einer von zwei Siegen in der Hinrunde für die Borussen. Diese Chance wollen sich die Kölner nun nicht entgehen lassen, ihrem Rivalen den letzten Funken Hoffnung zu nehmen.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln: Alle Infos zum 95. Derby
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