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Mein Moment 2010: Schweinsteigers andere Perspektive - auf einem ungewöhnlichen Weg
Sekunden sind Momentaufnahmen, die uns manchmal wie gefühlte Minuten und Stunden vorkommen, so in etwa dürfte es auch Bastian Schweinsteiger an einem großen Champions League-Abend gegen Manchester United ergangen sein. Im Viertelfinalhinspiel ist der Nationalspieler zum Zuschauen verdammt. Schweinsteiger, Bayern und ein magischer Abend: das war mein Moment 2010.
Von Sebastian HEIER
München. Mit der großen Last einer Gelb-Sperre ist Bastian Schweinsteiger unter Flutlichtatmosphäre zum Zuschauen verdammt. In der „Königsklasse“ trifft der FC Bayern München auf Manchester United. Nach vielen Jahren der Abwesenheit schafft der deutsche Rekordmeister mal wieder den Sprung in das Halbfinale der europäischen Eliteliga. Das war mein Moment 2010, meine Reportage: „Die andere Perspektive - auf einem ungewöhnlichen Weg.“
Bastian Schweinsteiger eilt nach dem Abpfiff von der Tribüne nach unten – es ist ein ungewöhnlicher Weg für den Nationalspieler, der ihn durch die Mixed-Zone in Richtung Bayern-Kabine führt. Überhaupt ist es auch ein ungewöhnlicher Abend für den Bayern-Star, der den großen Champions League-Auftritt seiner Mannschaft von einer äußerst befremdlichen Position aus verfolgen muss…
Magisches Champions League-Viertelfinalhinspiel
Sekunden sind Momentaufnahmen, die uns manchmal wie gefühlte Minuten und Stunden vorkommen, so in etwa dürfte es auch Bastian Schweinsteiger an diesem Abend ergangen sein. In der „Königsklasse“ trifft der FC Bayern München auf Manchester United. Die nach dem Anpfiff folgenden 90 Minuten, dürften wie eine Qual auf Bastian Schweinsteiger wirken. Der traurige Blick, den er nach der Ankunft an der Münchner Allianz Arena auf seinem Gesicht hat, verrät schon vor dem Spielbeginn, dass das Viertelfinalhinspiel eine schwere Aufgabe ist. Mit der großen Last einer Gelb-Sperre ist er unter Flutlichtatmosphäre zum Zuschauen verdammt. Obwohl der 25-Jährige in den kommenden Stunden keine große Rolle für seine Mannschaft spielen wird, richten sich die Objektive der wartenden Fotografen auf den Nationalspieler. Der traurige Gesichtsausdruck wandelt sich schnell zu einem Lächeln. „Ich muss das Beste aus dieser Situation machen“, wirft der Bayern-Star in die Runde der zahlreichen Journalisten-Fragen. Man kann nur erahnen, was in diesem Moment in ihm vorgeht. Es scheint, und so sieht es auch aus, dass er nach Außen etwas anderes gibt, als das, was er im Inneren tatsächlich fühlt. „Natürlich“, so sagt er mit einem nun ernsteren Blick weiter, „ist es hart für mich, in so einem Spiel als Zuschauer auf der Tribüne Platz zu nehmen.“
Die Bayern kämpfen um eine Sensation und Bastian Schweinsteiger kämpft gegen den Frust über seinen Tribünenplatz. Unter einem Blitzlichtgewitter begleitet, geht er mit schnellen und großen Schritten in die Katakomben der Arena. Ob Schweinsteiger seinen Mannschaftskollegen in der Kabine noch einmal viel Glück für die bevorstehende Partie wünscht, ist nur zu vermuten. Vor dem Stadion knistert die Stimmung und im Inneren der Arena scheint sie bereits zu kochen. Sekunden vor dem Anpfiff schallt dann die Champions League-Hymne durch das weite Rund der Münchner Allianz Arena. Es ist ein Gänsehautgefühl, das man in München schon lange nicht mehr verspürt hatte, denn immerhin steht der FC Bayern nach vielen Jahren der Abwesenheit mal wieder vor dem Sprung in das Halbfinale der europäischen Eliteliga.
Schweinsteiger: Im schwarzen Anzug auf der VIP-Tribüne
Bastian Schweinsteiger kann an diesem besonderen Abend, an dem etwas Magisches vollbracht werden soll, nicht dabei sein. Er steht, gekleidet in einem schwarzen Anzug, am Geländer an einer der zahlreichen VIP-Logen der Arena und blickt gebannt auf das Spielfeld. Das Boygroup-Image hat er nicht nur äußerlich abgelegt, er hat sich zum Führungsspieler entwickelt und sich zu einem Sprachrohr der Mannschaft gemacht – auf dem Platz kann er gegen den englischen Serienmeister allerdings nicht das Kommando angeben, dabei hätte es gerade zu Spielbeginn den Spielertypen Schweinsteiger gebraucht. Er zuckt nach dem frühen 0:1 durch Wayne Rooney zusammen, gestikuliert, diskutiert und möchte seine Teamkollegen auf dem Rasen am liebsten wachrütteln. Schweinsteiger leidet aber oben auf der Tribüne, auch ein Glas Wasser kann seine Gefühlslage nicht abkühlen.
Last-Minute-Siegtor durch Olic
Die Bayern spielen schlecht, bekommen keinen Fuß an den Boden. Erst im zweiten Spielabschnitt sollen sich die Vorzeichen ändern: Schweinsteiger freut sich mit geballter Faust, die im Sport auch als „Becker-Faust“ bekannt ist, beim 1:1-Ausgleichstreffer von Franck Ribery und kennt keinen Halt beim Last-Minute-Siegtor durch Ivica Olic. Schnell muss es jetzt gehen, ganz schnell. Der 25-Jährige wird an diesem Abend aus sportlicher Sicht doch noch gefordert. Der sensationelle 2:1-Erfolg ist gerade einmal wenige Sekunden alt, da eilt der gesperrte Nationalspieler von der Tribüne nach unten - kurz bevor Bastian Schweinsteiger durch die Mixed-Zone in Richtung Bayern-Kabine läuft, macht er allerdings noch einen kurzen Zwischenstopp:
Der Blick richtet sich nach oben. Auf einen der zahlreichen Flatscreens der Arena beobachtet Schweinsteiger die Feierlichkeiten seiner Mannschaftskollegen. Zu gerne wäre er nun auf dem Rasen dabei, dennoch steht er in diesem Moment mit einem Lachen vor dem Fernseher, auf dem die flackernden Siegerbilder zu sehen sind. Die Jubelszenen spiegeln sich in seinen feuchten Augen, es ist ein magischer Abend und es ist ein ungewöhnlicher Weg, auf dem er an diesem Abend zu der Mannschaft stößt.
Bastian Schweinsteiger eilt nach dem Abpfiff von der Tribüne nach unten – es ist ein ungewöhnlicher Weg für den Nationalspieler, der ihn durch die Mixed-Zone in Richtung Bayern-Kabine führt. Überhaupt ist es auch ein ungewöhnlicher Abend für den Bayern-Star, der den großen Champions League-Auftritt seiner Mannschaft von einer äußerst befremdlichen Position aus verfolgen muss…
Magisches Champions League-Viertelfinalhinspiel
Sekunden sind Momentaufnahmen, die uns manchmal wie gefühlte Minuten und Stunden vorkommen, so in etwa dürfte es auch Bastian Schweinsteiger an diesem Abend ergangen sein. In der „Königsklasse“ trifft der FC Bayern München auf Manchester United. Die nach dem Anpfiff folgenden 90 Minuten, dürften wie eine Qual auf Bastian Schweinsteiger wirken. Der traurige Blick, den er nach der Ankunft an der Münchner Allianz Arena auf seinem Gesicht hat, verrät schon vor dem Spielbeginn, dass das Viertelfinalhinspiel eine schwere Aufgabe ist. Mit der großen Last einer Gelb-Sperre ist er unter Flutlichtatmosphäre zum Zuschauen verdammt. Obwohl der 25-Jährige in den kommenden Stunden keine große Rolle für seine Mannschaft spielen wird, richten sich die Objektive der wartenden Fotografen auf den Nationalspieler. Der traurige Gesichtsausdruck wandelt sich schnell zu einem Lächeln. „Ich muss das Beste aus dieser Situation machen“, wirft der Bayern-Star in die Runde der zahlreichen Journalisten-Fragen. Man kann nur erahnen, was in diesem Moment in ihm vorgeht. Es scheint, und so sieht es auch aus, dass er nach Außen etwas anderes gibt, als das, was er im Inneren tatsächlich fühlt. „Natürlich“, so sagt er mit einem nun ernsteren Blick weiter, „ist es hart für mich, in so einem Spiel als Zuschauer auf der Tribüne Platz zu nehmen.“
Die Bayern kämpfen um eine Sensation und Bastian Schweinsteiger kämpft gegen den Frust über seinen Tribünenplatz. Unter einem Blitzlichtgewitter begleitet, geht er mit schnellen und großen Schritten in die Katakomben der Arena. Ob Schweinsteiger seinen Mannschaftskollegen in der Kabine noch einmal viel Glück für die bevorstehende Partie wünscht, ist nur zu vermuten. Vor dem Stadion knistert die Stimmung und im Inneren der Arena scheint sie bereits zu kochen. Sekunden vor dem Anpfiff schallt dann die Champions League-Hymne durch das weite Rund der Münchner Allianz Arena. Es ist ein Gänsehautgefühl, das man in München schon lange nicht mehr verspürt hatte, denn immerhin steht der FC Bayern nach vielen Jahren der Abwesenheit mal wieder vor dem Sprung in das Halbfinale der europäischen Eliteliga. Schweinsteiger: Im schwarzen Anzug auf der VIP-Tribüne
Bastian Schweinsteiger kann an diesem besonderen Abend, an dem etwas Magisches vollbracht werden soll, nicht dabei sein. Er steht, gekleidet in einem schwarzen Anzug, am Geländer an einer der zahlreichen VIP-Logen der Arena und blickt gebannt auf das Spielfeld. Das Boygroup-Image hat er nicht nur äußerlich abgelegt, er hat sich zum Führungsspieler entwickelt und sich zu einem Sprachrohr der Mannschaft gemacht – auf dem Platz kann er gegen den englischen Serienmeister allerdings nicht das Kommando angeben, dabei hätte es gerade zu Spielbeginn den Spielertypen Schweinsteiger gebraucht. Er zuckt nach dem frühen 0:1 durch Wayne Rooney zusammen, gestikuliert, diskutiert und möchte seine Teamkollegen auf dem Rasen am liebsten wachrütteln. Schweinsteiger leidet aber oben auf der Tribüne, auch ein Glas Wasser kann seine Gefühlslage nicht abkühlen. Last-Minute-Siegtor durch Olic
Die Bayern spielen schlecht, bekommen keinen Fuß an den Boden. Erst im zweiten Spielabschnitt sollen sich die Vorzeichen ändern: Schweinsteiger freut sich mit geballter Faust, die im Sport auch als „Becker-Faust“ bekannt ist, beim 1:1-Ausgleichstreffer von Franck Ribery und kennt keinen Halt beim Last-Minute-Siegtor durch Ivica Olic. Schnell muss es jetzt gehen, ganz schnell. Der 25-Jährige wird an diesem Abend aus sportlicher Sicht doch noch gefordert. Der sensationelle 2:1-Erfolg ist gerade einmal wenige Sekunden alt, da eilt der gesperrte Nationalspieler von der Tribüne nach unten - kurz bevor Bastian Schweinsteiger durch die Mixed-Zone in Richtung Bayern-Kabine läuft, macht er allerdings noch einen kurzen Zwischenstopp: Der Blick richtet sich nach oben. Auf einen der zahlreichen Flatscreens der Arena beobachtet Schweinsteiger die Feierlichkeiten seiner Mannschaftskollegen. Zu gerne wäre er nun auf dem Rasen dabei, dennoch steht er in diesem Moment mit einem Lachen vor dem Fernseher, auf dem die flackernden Siegerbilder zu sehen sind. Die Jubelszenen spiegeln sich in seinen feuchten Augen, es ist ein magischer Abend und es ist ein ungewöhnlicher Weg, auf dem er an diesem Abend zu der Mannschaft stößt.
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