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Der Countdown ist endgültig eröffnet - wir stellen Euch die 50 besten Spieler der Saison 2010/11 vor. Die Top Ten eröffnet der mexikanische Shootingstar von Manchester United.

Willkommen zu Goal.com 50! In dieser Reihe wählen die Goal.com-Redakteure aus der ganzen Welt die 50 besten Spieler der Saison 2010/11. Der Countdown läuft - am 21. August wird der Gewinner bekanntgegeben. Bis dahin werden wir Euch die übrigen 49 Spieler vorstellen, die es in die Top 50 geschafft haben.

„Wir haben ihn gestolen!“ Nach nicht einmal einem Jahr bei Manchester United war Sir Alex Ferguson bereits von Javier Hernandez begeistert. Der junge Mexikaner hatte sich überraschend schnell in der englischen Premier League akklimatisiert und Fergusons Lob spricht Bände.

Für knapp zehn Millionen Euro war der 22-jährige von Chivas Guadalajara zu ManUnited gewechselt. Der Transfer wurde noch vor der Weltmeisterschaft in Südafrika eingetütet und es wirkte wie ein echtes Glücksspiel: Schließlich besaß Hernandez keinerlei Erfahrungen in Europa. Doch bereits bevor er das United-Trikot erstmals überstreifte, deutete er an, welch enormes Potenzial in ihm schlummerte.

I hätte wirklich nicht erwartet, dass er so schnell solchen Einfluss auf unser Spiel nimmt. Er ist ein Naturtalent. Er verfügt über den Instinkt, sich richtig zu bewegen und sein Timing ist perfekt. Es gibt nur ganz wenige Topstürmer, die seine Qualitäten hatten.“

- Manchester Uniteds Manager Sir Alex Ferguson

Mexikos Auftritt bei der Weltmeisterschaft verlief durchwachsen, im Achtelfinale war gegen Argentinien Endstation. Hernandez gelang es trotzdem, mit Treffern gegen Frankreich und die Schützlinge von Diego Maradona Duftmarken zu setzen. Er bewies, dass er sich auch gegen erfahrene Verteidiger wie William Gallas oder Martin Demichelis durchsetzen konnte.

In England traf Hernandez gleich bei seinem ersten Einsatz für United im Community Shield gegen den FC Chelsea. Auch wenn jener Treffer eher glücklich zustande kam, bestrafte der Mexikaner einen Abwehrfehler des Gegners eiskalt. Eben diese Fähigkeit zog wie ein roter Faden durch die Saison des quirligen Stürmers.

Viele sahen in ihm zu Saisonbeginn noch „einen Mann für die Zukunft.“ Doch schnell wurde daraus mehr. Wayne Rooney unterlag heftigen Formschwankungen, Michael Owen war kein Mann für die Startelf und Ferguson brauchte einen Sturmpartner für Dimitar Berbatov. So bekam Hernandez schnell viel Einsatzzeit.

Er startete verhalten, wie man es von Spielern aus Übersse häufig in der Premier League sieht. Sein erstes Tor erzielte er im fünften Pflichtspiel, es war der Siegtreffer gegen Valencia in der Königsklasse. Dieses Tor brach den Bann, denn es folgten vier Treffer in fünf Partien bis Ende Oktober.

Diese Entwicklung verblüffte viele Fachleute, nicht zuletzt auch Sir Alex Ferguson. Der Schotte bekannte offen, dass er mit mehr Eingewöhnungszeit für seinen neuen Goalgetter gerechnet habe. Wayne Rooney, der bis dato erst einen Treffer auf dem Konto hatte, sprach bereits vom „Transfer der Saison.“

Doch nicht nur seine Treffsicherheit ließen ihn zur ersten Wahl im Angriff der „Red Devils“ werden. Hernandez absolviert stets ein enormes Laufpensum, und ist auch als Kombinationsspieler wertvoll. So hatte Sir Alex Ferguson in ihm, Rooney und Berbatov drei gleichwertige Stürmer, die er je nach Gegner kombinieren konnte.

DER MOMENT DER SAISON

 PREMIER LEAGUE:
MANCHESTER UNITED 2-1 CHELSEA
In diesem Spiel entschied sich das Titelrennen in England endgültig: Alle hatten gespannt auf das Duell der beiden Meisterschaftanwärter gewartet und nach nur 36 Sekunden machte Hernandez David Luiz und Petr Cech nass und brachte United auf die Siegerstraße.

Hernandez startete furios in das Jahr 2011. Er netzte in sechs Begegnungen viermal ein, darunter die Siegtore gegen West Brom und Southampton. Für Ferguson wurde es zunehmend schwieriger, ihn aus der Startelf zu lassen.

Ferguson vertraute dem 22-jährigen und dieser dankte es ihm, als die Saison in die entscheidende Phase ging: Er traf im Achtelfinale der Champions League gegen Marseille doppelt und war auch eine Runde später gegen Chelsea erfolgreich.

Längst hatte sich zwischen Hernandez und seinem Sturmpartner Wayne Rooney eine furcherregende Kombination entwickelt. Der Engländer ließ sich immer wieder ins Mittelfeld fallen und verteilte die Bälle, während Hernandez zwischen den Verteidigern lauerte und mit seinen Laufwegen immer wieder Lücken riss. Dies bedeutete, dass Dimitar Berbatov seinen Platz trotz beeindruckender Torquote räumen musste. Der Bulgare nahm einfach weniger am Spiel des angehenden Meisters teil, als „Chicharito“.

Hernandez erzielte auch gegen Everton in der Schlussphase den immens wichtigen Siegtreffer und beim Gipeltreffen mit dem FC Chelsea brachte er United bereits nach 36 Sekunden in Front.

Hernandez hatte sich damit auch einen Platz in der Startformation im Champions-League-Endspiel gegen den FC Barcelona gesichert. An der Seite eines in Topform agierenden Wayne Rooney blieb Hernandez gegen die Spanier allerdings blass. Barcelona jubelte am Ende und für Hernandez war es in Wembley ein Abend zum Vergessen.

„In England traf Hernandez gleich bei seinem ersten Einsatz für United im Community Shield gegen Chelsea. Auch wenn jener Treffer eher glücklich zustande kam, bestrafte der Mexikaner einen Abwehrfehler des Gegners eiskalt. Eben diese Fähigkeit zog wie ein roter Faden durch seine Saison.“


20 Tore markierte Hernandez in seiner Debütsaison bei United und dennoch war dies noch nicht alles. Mit der mexikanischen Nationalelf reiste er nach dem Ende der Spielzeit zum Gold Cup und wurde dort prägender Spieler des Turniers.

Er erzielte sieben Treffer in sechs Partien und gewann damit den „Goldenen Schuh“. Mexiko holte den Titel und Hernandez rangiert bereits jetzt unter den besten 15 Torschützen seines Landes. Er ist jener eiskalte Vollstrecker, den „El Tri“ seit der Hochzeit Jared Borgettis 2002 schmerzlich vermisst hatten.

Ohne Hernandez wirkt Mexiko wie eine gewöhnliche Mannschaft und mittlerweile wird er bereits mit Hugo Sanchez, dem Ex-Star von Real Madrid verglichen. Die Zeit spricht für den mittlerweile 23-jährigen und er verfügt über das Potenzial, Sanchez noch zu übertreffen.

Für United ist die clevere Verpflichtung des Angreifers in einer Kategorie mit den Transfers von Eric Cantona oder Ole Gunnar Solskjaer zu sehen. Nach dem vielen Lob, dass in den vergangenen Monaten auf Hernandez einprasselte, will der Stürmer auch in den nächsten Jahren glänzen.

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