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Der Goal.com-Countdown zu den 50 besten Spielern der vergangenen Saison geht in die nächste Runde. Auf Platz 27 liegt der kleine Regisseur der Spurs.

Willkommen zu Goal.com 50! In dieser Reihe wählen die Goal.com-Redakteure aus der ganzen Welt die 50 besten Spieler der Saison 2010/11. Der Countdown läuft - am 14. August wird der Gewinner bekanntgegeben. Bis dahin werden wir Euch die übrigen 49 Spieler vorstellen, die es in die Top 50 geschafft haben.

Für einige Fußballer ist es einfach, Anerkennung zu finden. Oft bewegen sich die Spieler in einem guten Umfeld, haben künstlerische Freiheiten und eine tolle Unterstützung, aber das war bei Luka Modric nicht der Fall. Der talentierte Offensivgeist musste den steinigen
Weg nehmen.

Aufgewachsen ist Modric während des Jugoslawien-Krieges, er musste sein Talent in einer sehr unwirtlichen Zeit für sein Heimatland entwickeln. Sein Durchhaltevermögen und seine Liebe zum Spiel setzten sich aber durch, sodass er zum kroatischen Spitzenklub Dinamo Zagreb wechseln konnte.

„Du glaubst, deine Gegner haben gute Spieler. Dann siehst du sie gegen ihn spielen und realisierst, dass er auf einem anderen Level spielt.“

- Harry Redknapp

Nach einem Leihgeschäft nach Bosnien konnte er in Kroatiens erster Liga seine Fähigkeiten auf der linken Außenbahn unter Beweis stellen. Er überzeugte in der Heimat und wurde mit Lob überhäuft. Deshalb musste Tottenham 19 Millionen Euro auf den Tisch legen, um Modric zu verpflichten.

DER MOMENT DER SAISON

 2010-11 CHAMPIONS LEAGUE
TOTTENHAM 3-1 INTER
Nachdem er Sulley Muntari ins Leere laufen ließ, schickte Modric tödlicher Pass Rafael van der Vaart auf die Reise, der den Ball klug an Julio Cesar vorbei schob. Der Kroate warnte Europa vor sich und den Spurs.
Der damalige Trainer Juande Ramos wollte Modric, der mit einer quälenden Verletzung zu kämpfen hatte, aus der Tiefe des Mittelfelds kommen lassen, was seinen Einstand in der Premier League erschwerte.

Der Spanier plante, Modric mehr Platz zu geben, um seine Pässe anzubringen. Die Idee floppte, der Kroate schien schon bei den Fans durchzufallen, obwohl der Verein viel Geld in ihn investiert hatte. Harry Redknapp ersetzte aber kurz darauf den glücklosen Ramos und stellte den teuren Einkauf wieder auf seine angestammte Position, mit dem Wissen, dass „jeder, der in Bosnien gespielt hat, überall auf der Welt spielen kann“. Modric schlug auf der linken Mittelfeldseite voll ein und führte die Spurs unter die Top Vier der Premier League und – noch wichtiger – in die Champions League.

Viele Beobachter hatten Tottenham bereits abgeschrieben, als Gareth Bale gegen Inter Mailand voll aufdrehte und ein unglaubliches Spiel ablieferte. Der Kreativgeist Modric brachte Redknapps Männer wieder in das Turnier zurück, als er an der White Hart Lane zunächst Sulley Muntari aussteigen ließ, um gleich darauf Rafael van der Vaart überlegt einzusetzen. Der Holländer legte den Grundstein zum 3:1-Sieg.

Es sind Momente und Leistungen wie diese, die Modric zu einem einzigartigen und außergewöhnlichen Spieler machen. Beidfüßig und immer emsig setzt er seinen doch zarten Körper immer schnell und gewitzt ein, ob mit oder ohne Ball. Der 25 Jahre alte Kroate war dank seiner technischen Fähigkeiten in der Premier-League-Saison 2010/11 unter den Top Drei bei angekommenen und abgefangenen Pässen. Dieses Gesamtpaket macht ihn zu dem, was Harry Redknapp schlichtweg als „Modellspieler“ bezeichnet.

Es ist keine Überraschung, dass die Konstanz des früheren Dinamo-Zagreb-Stars bei den Fans der Spurs gut ankommt, er wurde zum Spieler des Jahres gewählt. Aber auch Roman Abramovich hat ein Auge auf Luka Modric geworfen.

"Two-footed and ever-industrious, Modric's slight frame, pace and skill allows slick movement both on and off the ball."

Der Mäzen des FC Chelsea macht auch kein Geheimnis daraus, dass sein Verein den Mittelfeldmotor verpflichten will, Angebote wurden aber bislang dankend abgelehnt. Tottenham möchte das Herz der Mannschaft um alles in der Welt halten, aber Modric sagte selbst, dass er mit den Blues gerne in der Champions League spielen würde, sehr zum Missfallen des Managements seines derzeitigen Arbeitgebers.

Was wird mit Luka Modric passieren? Zur Halbzeit der Transferperiode steht die Zukunft des Kroaten öffentlich zu Diskussion. Eine Sache steht fest: Wo auch immer Luka Modric seine Fußballschuhe schnüren wird, wird sein Spielwitz für tolle Momente sorgen.

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