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Der Countdown ist endgültig eröffnet - wir stellen Euch die 50 besten Spieler der Saison 2010/11 vor. Auf Platz 44 findet sich der spanische Torjäger vom FC Schalke 04 wieder.

Willkommen zu Goal.com 50! In dieser Reihe wählen die Goal.com-Redakteure aus der ganzen Welt die 50 besten Spieler der Saison 2010/11. Der Countdown läuft - am 14. August wird der Gewinner bekanntgegeben. Bis dahin werden wir Euch die übrigen 49 Spieler vorstellen, die es in die Top 50 geschafft haben.

Obwohl dem damaligen Cheftrainer Felix Magath im Sommer 2010 viele namhafte Neuzugänge in Gelsenkirchen vorlagen, war es ganz klar, dass Raúl der war, der am meisten Interesse auf sich ziehen würde. Kein Wunder: Nachdem er seinen Stammplatz bei Real Madrid verloren hatte, wechselte der Stürmer nach über 500 Spielen für das Starensemble aus Spaniens Hauptstadt plötzlich vom altehrwürdigen Santiago-Bernabeu-Stadion nach Deutschland - zum FC Schalke 04, mitten in den Ruhrpott.

Während andere teure Neuverpflichtungen wie Klaas-Jan Huntelaar oder Jurado ihren Erwartungen teilweise bis heute hinterher hinken, wurde Raúl bei Schalke nicht nur Publikumsliebling, sondern auch absoluter Leistungsträger. So traf er in allen Wettbewerben insgesamt 19 Mal für die "Königsblauen" und wurde mannschaftsinterner Top-Scorer.

„Ich kann von einem Spieler, wie Raúl, unglaublich viel lernen. Das motiviert mich in meiner Entwicklung immer wieder aufs Neue und dass er im Mittelpunkt steht - das stört hier auch niemanden!“

Julian Draxler

Aller Anfang war jedoch schwer: auch für Raúl. Schalke verlor die ersten vier Saisonspiele, kam überhaupt nicht in Fahrt. Abstiegsängste gingen durch das Stadion, der Druck wurde immer höher. Beim 2:2 gegen Mönchengladbach am 6. Spieltag erzielte Raúl zwar seinen ersten Bundesligatreffer, die Situation blieb aber weiter angespannt. Aus den ersten zehn Spielen holte Schalke nur einen einzigen Sieg. Auch für den erfolgsverwöhnten Spanier eine ganz neue Erfahrung.

DER MOMENT DER SAISON

 CHAMPIONS-LEAGUE VIERTELFINALE:
SCHALKE 2-1 INTER
Nur die wenigsten setzten einen Pfifferling auf Schalke. Doch die Gelsenkirchener schafften das Wunder und Raúls Tor im Rückspiel wird vielleicht das letzte seiner 71 Champions-League-Tore überhaupt gewesen sein. Das wird er nie vergessen!
Doch mit und auch gerade wegen Raúl landeten die „Knappen“ noch bis zum Winter auf Rang zehn. Drei Tore gegen Bremen, drei Tore gegen Köln. Er konnte es immer noch! Auch wenn die Platzierung alles andere als zufriedenstellend war, den Aufwind in den zwei Monaten vor der Winterpause hatte Schalke auch dem spanischen Stürmer zu verdanken.

In der Rückrunde blieb der Angriff auf die Tabellenspitze dann aber erneut aus. Schalke tat sich wieder schwer, gab unnötig Punkte her. Felix Magath wurde durch Ralf Rangnick ersetzt. Raúl litt wie die ganze Mannschaft unter Ladehemmung, traf nur vier Mal in der Rückrunde. Am Ende musste sich S04 mit Platz 14 zufrieden geben.

Ganz anders sah die Geschichte dann aber in der Champions League aus. Hier spielten die Gelsenkirchener regelrecht wie ausgewechselt und zauberten teilweise brillant. Auch Raúl zeigte in der Königsklasse, warum man ihn verpflichtet hatte und war verantwortlich dafür, dass Schalke bis ins Halbfinale einzog. Aber von vorne: Die Gruppenphase mit Benfica Lissabon, Hapoel Tel Aviv und Olympique Lyon, schlossen die Schalker als Gruppenerster ab. In der Runde der letzten 16 ging es dann gegen den FC Valencia. Und ausgerechnet gegen seine Landsleute legte er mit seinem wichtigen Auswärtstor im Hinspiel zum 1:1 den Grundstein für das Erreichen des Viertelfinals.

Dort ging es dann gegen Titelverteidiger Inter Mailand. Und auch hier sollte Raúl wieder eine tragende Rolle spielen. Beim historischen 5:2-Erfolg der Schalker im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion ebnete Raúl mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 auch hier den Weg für den Erfolg. Beim 2:1-Sieg im Rückspiel erzielte Raúl dann seinen 71. und bisher letzten Champions-League-Treffer. Er ist damit der erfolgreichste Torschütze in der UEFA Champions League.

Im Halbfinale war Manchester United dann eine zu hohe Hürde für Raúl und seine Schalker, dennoch konnten sich die Schalker am Ende über einen Titel freuen. Nach dem Erfolg im Halbfinale gegen die Bayern (natürlich durch einen Treffer von Raúl), stand der FC Schalke 04 im nationalen Pokalfinale gegen den MSV Duisburg. Dort konnten sie ihre Favoritenrolle dann auch problemlos ausspielen und gewannen souverän mit 5:0. Raúl, selbst ohne Finaltor, gewann somit zum ersten Mal in seiner Laufbahn einen nationalen Pokalwettbewerb. Also ein weiterer Grund, wieso sich der Wechsel für ihn nach Deutschland gelohnt hat.

Schalke ist zwar nicht nur Raúl, aber gerade für die jungen Spieler ist er ein absolutes Vorbild.
Raúl hat noch bis Sommer 2012 Vertrag „Auf Schalke“. Vor kurzem hat sich sein Trainer Ralf Rangnick ganz klar für den schon in die Jahre gekommenen Angreifer ausgesprochen. „Sie brauchen nur mal seine Mitspieler fragen! Er ist absolut beliebt und immens wichtig. Schalke ist zwar nicht nur Raúl, aber gerade für die jungen Spieler ist er eine Art Vorbild, eine Inspiration!“ Raúl ist zwar nicht mehr der jüngste und zählt deswegen wohl auch aktuell nicht zu den ganz Großen, dennoch ist alleine seine Vergangenheit ein Grund dafür, ihn in diese Liste mitaufzunehmen.
Ich kann von einem Spieler, wie Raúl, unglaublich viel lernen. Dass motiviert mich in meiner Entwicklung immer wieder aufs Neue, und dass er im Mittelpunkt steht - dass stört hier auch niemanden!"

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