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Wie herrlich doch dieser Sport ist! Nicht nur, dass er gesellschaftlich alle Aspekte in sich vereint und jegliche Facetten abdeckt, sondern vor allem die Geschichten, die der Fußball immer wieder schreibt, sind spannender als jeder Krimi und unterhaltsamer als jede Komödie. Uruguay hat es vorgemacht.

Johannesburg. Wieder einmal ist eine Weltmeisterschaft doch wieder schneller vorbeigegangen, als wir gucken konnten. Nur noch zwei von 32 Mannschaften sind noch im Rennen um den goldenen Pokal und auf dem Weg dahin haben wir vieles erlebt. Handspiele, Flatterbälle, Fehlentscheidungen und Jubelarien – ein Turnier voll geballter Emotionen. Jedes Spiel bot für sich unendlich Geschichten, Stories, Fakten. Dabei kann im Fußball alles so schnell anders laufen. Wie beim Vierten dieser WM: Uruguay.

Endspiele gegen Costa Rica

Gehen wir fast ein Jahr zurück: Der letzte, nämlich 18. Spieltag der WM-Qualifikation in Südamerika. Brasilien ist durch, genauso Chile und Paraguay. Argentinien stolperte eher durch die Quali, aber der 1:0-Sieg am 14. November gegen Uruguay sichert das direkte WM-Ticket. Uruguay muss nach Spielschluss zittern, was Ecuador macht. Die spielen einen Tag später gegen Chile, die ja schon durch sind. Alles kann vorbei sein für die Celeste, aber sie haben Glück: Ecuador verliert mit 0:1 und Uruguay darf in die Entscheidungsspiele gegen Costa Rica. Am Ende liegen sie gerade einmal einen Punkt vor Ecuador und Kolumbien, zwei vor Venezuela. Knapper geht’s nicht.

In letzter Instanz gerettet

Und gerade dieses Uruguay, dass sich auch nicht super souverän gegen Costa Rica durchsetzte, schrieb eine der großen Geschichten des Turniers. Die Geschichte vom südamerikanischen Underdog. Gerade einmal 3,5 Millionen Einwohner und im Schatten von Brasilien und Argentinien. Die scheiden beide im Viertelfinale aus, während Uruguay ins Halbfinale stürmt. Zuvor musste die Truppe um Superstar Diego Forlan gleich mehrere Zitterpartien durchlaufen. Wie schon in der Qualifikation trennten Erfolg und Misserfolg nur wenige Nuancen. Im Viertelfinale gegen Ghana wird Luis Suarez zum großen Sündenbock und muss nach seinem Handspiel auf der Linie den Ärger ganz Afrikas auf sich nehmen. Aber Asamoah Gyan hätte ja auch einfach aus elf Metern treffen können. Und alles wäre für Uruguay vorbei gewesen.

Keine Zeit zum Trauern

Aber der Ghanaer traf nicht. Nach dem Aus gegen die Niederlande ging es um den dritten Platz. Sie führen 2:1 gegen Deutschland, aber dieses Mal entscheidet Fortuna zugunsten der anderen Seite. Die DFB-Elf dreht das Spiel und beendet das WM-Märchen Uruguay. Im Fußball muss es eben (fast) immer einen Sieger und einen Gewinner geben. So viele verzwickte Momente musste Uruguay überstehen, um der Medaille nah zu sein, aber am Ende doch so fern. Aber es wartet ja schon die nächste Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien. Dann geht es wieder darum, Geschichten zu schreiben. Von Siegern und Besiegten.

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