WM-Geflüster? Nix da: Vuvuzela!

Sie waren schon weit im Vorfeld der WM das Streitthema unter Fans und Fernsehkommentatoren, denn ein gepflegtes Gespräch über den Rasenschach ist im Stadion aufgrund der lauten Tröten nur selten möglich. Man mag sich streiten über den künstlerischen Wert der musikalischen Darbietungen, aber seien wir mal ehrlich: Was wäre diese WM ohne Vuvuzelas? Viel zu leise.

Von Christoph VOGEL

Goal.com Redakteur Christoph Vogel

Johannesburg. Finger in die Ohren und los geht’s. Das wird sich so manch ein Fan in den Stadien der ersten WM-Spiele gedacht haben, denn was im Vorfeld des Turniers nur wie eine Drohung wirkte, wurde schon mit den ersten Minuten manifestiert: Diese Vuvuzelas sind echt laut. Und zwar nicht Rockmusik-laut, sondern eher Presslufthammer-laut. Die Diskussionen laufen heiß über den Spaßfaktor dieser Blasinstrumente, die einem mit bis zu 120 Dezibel ins Hörorgan hauen. Aber an dieser Stelle folgt eine Ode an die Vuvuzuela und zugleich eine Bitte: Lasst sie doch!

Kein seltenes Bild: Ein Reporter mit Stöpsel im Ohr

Die Bratwurst ist die deutsche Vuvuzela

Es ist im Endeffekt wie in einer guten Ehe: Wenn man die störenden Nebengeräusche ausblendet, wird aus dem Nebeneinander wieder ein Miteinander. Was sich irgendwie wie ein Auszug aus einer Broschüre für Partnerberatung anhört, hat durchaus etwas Wahres. Kevin Kuranyi hätte sich in seinen durchaus vorhandenen schweren Zeiten auf Schalke auch lieber das Tröten der Vuvuzelas als die Bier-beladenen Buh-Rufe der versammelten Anhängerschaft gewünscht. Denn Vuvuzelas sind bei allem Lärmpegel Ausdruck der afrikanischen Freude am Spiel. Und wollen wir die ihnen nehmen? Uns nimmt ja auch niemand die Bratwurst weg, obwohl wir dadurch einen bedenklichen Bauchansatz entwickeln.

Die Goal.com-Kommentatoren: Unser Team für Südafrika

Beim Public Viewing in deutschen Städten hatte das Ministerium für Verbraucherschutz davon abgeraten, die Vuvuzelas auch in hiesigen Gefielden einzusetzen. Begründung: Ohren gehen kaputt und Notrufdurchsagen werden überhört. Die Angst ging um, der kleine Thomas müsste die vollen 90 Minuten am Mediziner-Zelt warten und erst nach Spielschluss von seinen inzwischen tauben Eltern abgeholt werden. Doch auch am Fernsehbildschirm sind die Laute der Instrumente, die inzwischen kommerziell verkauft und aus Kunststoff hergestellt werden, deutlich zu hören. Angesichts der aber doch nicht immer hochklassigen Kommentare ist das Bienenschwarm-ähnliche Rauschen vielleicht doch die bessere Alternative. Aber keine Angst: Bei Goal.com bekommt ihr garantiert keine Hörschäden...

Eure Meinung: Fluch oder Segen - gehören die Vuvuzelas verboten?



 
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