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Die EM ist zu Ende. Zumindest für den hier schreibenden EM-Reporter vor Ort. Ein Rückblick der letzten vier Wochen.

Danzig. So ein EM-Projekt bedarf einer langen Vorbereitung. Nicht nur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss früh genug mit den Planungen beginnen, sondern auch wir als Redaktion haben vor knapp einem Jahr begonnen, uns auf die Suche nach einem Hotel in der Nähe des Teamhotels zu machen und die Kosten für einen knapp vierwöchigen Aufenthalt in Danzig durchzurechnen. Am heutigen Donnerstag spielt Deutschland nun im Halbfinale gegen Italien, in Warschau. Nach Danzig wird die DFB-Elf nicht zurückkehren. Und so ist auch für mich das Projekt beendet. Bei den Spielen in Warschau und dem eventuellen Finale in Kiew werde ich von einem Kollegen vertreten.

PK-Marathon

Knapp vier Wochen sind nun um, die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Als ich Anfang Juni am Danziger Flughafen ankam, war von EM noch nicht viel zu spüren. Kaum Fans, keine Flaggen an den Häusern und Autos und kaum Fanartikel. Und das, obwohl drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale für Danzig geplant waren. Ein bisschen verwundert war ich schon, immer die WM von 2006 im eigenen Land im Hinterkopf. Einen Tag später war der Medienauftakt im DFB-Camp unweit des Teamhotels. Die erste Pressekonferenz mit Oliver Bierhoff und Miroslav Klose. Es war der Beginn eines langen PK-Marathons.



Kaffee und Kuchen

Damit man da nicht vom Fleisch fällt, wurde zur Verköstigung ein McCafé in das Medienzelt gestellt. Käsekuchen, Kaffee, Muffins – die Verführungen waren groß. Am Ende wurden unter anderem 9000 Becher Kaffee ausgeschenkt und 4300 Stück Käsekuchen verschwanden in den Bäuchen hungriger Journalisten. Wie viele der hier schreibende Journalist verputzt hat, bleibt ein Geheimnis. Gefühlte 200 Espressi halfen aber beim Verdauen und um beim Schreiben der vielen Texte wach zu bleiben. In einem knappen Monat lernt man viele nette und schräge Leute kennen. In Erinnerung werden mir dabei vor allem die freundlichen Polen bleiben, immer hilfsbereit und zuvorkommend, und die verrückten Iren. Das Wort „verrückt“ ist dabei nur positiv gemeint.

Die Iren feiern wie die Europameister

Nach einigen Tagen übernahmen die Iren, die Mannschaft war im Badevorort Sopot untergebracht, die Stadt Danzig, die sich nun langsam aber sicher doch noch im EM-Fieber befand. Friedlich, freundlich und trinkfest  - so wurden die irischen Fans später von den Einheimischen beschrieben. Ihr Team hatte zwar keinen Erfolg, doch sie feierten trotzdem. Oft bis tief in die Nacht, was auch der Schreiber dieses Textes nicht nur einmal zu spüren bekam. Das habe ich ja aber schon an anderer Stelle mal geschrieben (Die Iren-Antwort). Es gibt da aber noch eine andere Anekdote, und auf Wunsch eines Kollegen werde ich diese hier kurz erzählen.



Alkohol erschwert die Suche

Als ich an einem Abend mal ins Hotel kam, musste die arme Dame an der Rezeption mit einem betrunkenen Iren diskutieren, der seinen Zimmerschlüssel nicht fand. Einige seiner Landsleute versuchten mit ihm zusammen, den Schlüssel zu finden, doch wirklich beteiligt an der Suche war er gar nicht – sturzbetrunken bekommt man eben nur noch wenig mit. Auf dem Weg in mein Zimmer sah ich gegenüber eine offenstehende Tür. Mir war gleich klar, dass das was mit der Geschichte an der Rezeption zu tun hatte. Pflichtbewusst schaute ich mir die Sache mal an. Im Zimmer lag ein anderer betrunkener Ire schon im Bett, der Zimmerschlüssel steckte. Den Rest kann man sich ja denken, der Ire von der Rezeption fand doch noch sein Zuhause. Ach ja, die Iren.

Großartige Stimmung

In Erinnerung werden auch die vielen Abende auf der Fanzone bleiben. Die Stimmung immer ausgelassen und friedlich. Die Prognosen von vor der EM, Hooligans werden für massive Zwischenfälle sorgen, haben sich zum Glück nie bestätigt. Lange Zeit spielte auch das Wetter mit, doch nach dem letzten Spiel in Danzig wurde es zunehmend schlechter. Von den vielen Iren, Spaniern und Kroaten war auch nichts mehr zu sehen. Deutsche und Griechen blieben zum Großteil nur zum Spiel. Die Straßen wirkten in den letzten Tagen wie leegefegt. In den Restaurants und Cafés wurde zwar weiter Fußball gezeigt, wirklich jemanden zu interessieren schien das aber nicht.

Als dann am Mittwoch auch noch die Nationalmannschaft abreiste und das Medienzelt abgebaut wurde, war klar, dass sich die Zeit in Danzig dem Ende zuneigt.  Fast vier Wochen um - diese Zeit, verrückt wie die Iren.

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