Bittere Stunden: Neuseelands Debakel gegen die Spanier (2009)

Selbstbewusst war man nach einem starken Auftritt gegen den Weltmeister zum Confed Cup gereist, wurde aber gleich im ersten Spiel wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So mussten die Neuseeländer viel Lehrgeld zahlen gegen ein Spanien, das einmal mehr seine Klasse unter Beweis stellte.

Von Claas PHILIPP

Confederations Cup: Spain-New Zealand (PA)
„Sie gehören zu der Sorte von Teams, die jedes Team auseinandernehmen können“, hatte Neuseelands Trainer Ricki Herbert vor dem Match gewarnt, und er befürchtete, dass man „nicht das gleiche Level wie gegen die Italiener“ erreichen würde. Denn mit der Empfehlung eines sensationellen 3:4 gegen den Weltmeister war man im Juni 2009 zum Confed Cup nach Südafrika gereist, und so hatte man die leise Hoffnung, auch dort was reißen zu können.

Das spanische Feuerwerk

Herberts Befürchtungen jedoch sollten sich bewahrheiten. „Die Kiwis geblendet vom spanischen Feuerwerk“ titelte der New Zealand Herald nach dem Spiel gegen den Europameister, das den Glanz vom Duell gegen die Italiener in der Woche zuvor ganz schnell verblassen lassen sollte. Nicht den Hauch einer Chance hatten die „All Whites“, die vom spanischen Team gnadenlos überrannt wurden. Bereits nach 24 Minuten stand es 0:4, und ein Mann wurde dabei ganz besonders zum Kiwi-Schreck.

Torres als Kiwi-Schreck

Fernando Torres brauchte nicht einmal zwanzig Minuten, um gegen die völlig überforderte Defensive Neuseelands einen Hattrick zu erzielen. Dabei war ein Tor schöner war als das andere, wie im Trainingsspiel spielten sich die Spanier vor dem Tor den Ball zu, so dass die „All Whites“ einem wahrlich leidtun konnten. „Man gibt Torres zwei Meter und er haut ihn in den Winkel“, musste Mannschaftskapitän Tim Brown nach dem Spiel dann auch frustriert  anerkennen.

0:4 zur Pause

Cesc Fabregas setzte nach 24 Minuten noch einen drauf, und so musste man befürchten, dass das Spiel für den Außenseiter völlig zum Debakel werden würde. Doch die Spanier schalteten nach der hohen Führung einen Gang runter, um „Kraft für die nächsten Spiele zu sparen“, wie es Coach Vicente Del Bosque nach dem Match formulierte. Aber selbst so hatten die Spanier noch eine Reihe von Chancen, und die Neuseeländer konnten sich glücklich schätzen, das 0:4 bis zur Pause gehalten zu haben.

Katastrophale Abwehrfehler

Dass David Mulligan mit einem Freistoß kurz vor dem Halbzeitpfiff das Tor des Gegners zumindest einmal in Gefahr brachte, änderte nichts daran, dass die Defensivleistung der Kiwis auch im zweiten Durchgang katastrophal war. So umkurvte Torres die Gegenspieler drei Minuten nach dem Wechsel auf der linken Außenbahn beinahe nach Belieben und brachte den Ball in die Mitte, wo Andrew Boyens anfängerhaft über den Ball senste. David Villa musste so nur noch den Fuß hinhalten und netzte mühelos zum 0:5 ein.

Torlos im Confed Cup

Das Bild änderte sich trotz der langsameren Gangart der Spanier auch für den Rest des Spiels nicht. Ungestört konnte sich der Europameister den Ball hin und her schieben, letztendlich blieb es aber bei fünf Treffern. Die Neuseeländer bekamen eine ihrer bittersten Lehrstunden erteilt, es folgte ein 0:2 gegen Südafrika und ein 0:0 gegen den Irak, und so schied man ohne eigenes Tor sang- und klanglos in der Vorrunde aus dem Confed Cup aus.

Die Wiedergutmachung kam prompt

Wiedergutmachung betrieb der Sieger der Ozeanien-Meisterschaft aber bereits drei Monate später. Mit einem 0:0 und einem 1:0 gegen Bahrain schaffte man die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010, und so hat man in diesem Jahr noch einmal die Chance, sich in Südafrika beweisen zu können. Auch, wenn die Erwartungen an die Neuseeländer dabei eher gering sind - einen Auftritt wie gegen die Spanier sollte man sich dabei nicht leisten.

WM-Gastgeber Durban

Eure Meinung: Können die Neuseeländer ein ähnliches Debakel bei der WM vermeiden?



 
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