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Bittere Stunden: Algerien fällt dem Nichtangriffspakt von Gijon zum Opfer
Es war die WM-Premiere für die algerische Nationalelf: 1982 bestritt man in Spanien seine erste Weltmeisterschaft und trumpfte bereits im ersten Spiel richtig auf: Algerien schlug Deutschland mit 2:1 und keiner ahnte damals auch nur im Ansatz, dass es in der Gruppenphase dieses Turniers noch zu einer der bittersten Stunden in der Geschichte der algerischen Nationalmannschaft kommen würde.
Von Dirian EL AMINE
Algir. Noch heute denkt man in Algerien gerne an die Erlebnisse der Weltmeisterschaft 1982 zurück. Was wurde damals getanzt und gefeiert im nordafrikanischen Staat. Der Grund: Kein Geringerer als Deutschland wurde gleich zum Auftakt mit 2:1 platt gemacht. Als „Wunder von Gijon“ ging die Partie in die Fußballchroniken ein.
Österreich und Deutschland verbündet
Noch vor dem Spiel höhnte Kaiser Franz Beckenbauer: „Ihre einzige Chance, nicht zu verlieren, ist, gar nicht erst anzutreten“. Und so täuschte sich der Kaiser gewaltig. Denn Deutschland wurde vorgeführt, schaffte dank einer List aber dennoch die Qualifikation für die Zwischenrunde. Beim Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Österreich im letzten Gruppenspiel kam es so zum Nichtangriffspakt von Gijon – einem der dunkelsten Kapitel der Fußballgeschichte.
Das Debakel
Nur neun Tage nach der bitteren Pleite gegen Algerien kehrte Deutschlands Nationalelf nach Gijon zurück. Es war der 25. Juni 1982 und das letzte Gruppenspiel gegen Österreich stand an. Algerien hatte am Tag zuvor mit einem 3:2-Erfolg über Chile einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde gemacht und den Deutschen zitterten die Knie. Ein Sieg musste her, dem Gegner aus Österreich reichte eine knappe Niederlage zum Weiterkommen.
„Ein Stück Fußball-Porno“
Man einigte sich alsbald: Denn nach Horst Hrubeschs Führungstor zum 1:0 für Deutschland stellten beide Teams das Fußballspielen ein – in der Gewissheit Algerien um die Zwischenrunde zu betrügen. „Die deutsche Nationalmannschaft – Pfui! Sie sollte sich schämen“, wurde gar in der deutschen Live-Übertragung kommentiert. So verurteilte die niederländische Tageszeitung Volkskrant das Spiel als „ein Stück Fußball-Porno, das in die Geschichte eingeht“. Die Zeitung behielt bis heute recht, denn so richtig verdaut hat man diese Fern-Niederlage in Algerien noch lange nicht.
Der Protest
Natürlich wurde damals protestiert, gellende Pfiffe begleiteten das Ballgeschiebe über die gesamte Spielzeit und die wütenden algerischen Fans winkten mit Geldscheinen beim Anblick der deutsch-österreichischen Posse. Doch den zahlreichen Anträgen auf eine Annullierung des Spiels wurde von Seiten der FIFA eine klare Absage erteilt. Es habe im Vorfeld der Partie keine Absprachen gegeben, wehrten dich die Angeklagten. Vielmehr habe die Ausgangslage die Mannschaften zu einer solchen Spielweise genötigt. Zumindest in den Folgeturnieren wurde sichergestellt, dass sich eine derartige Szenerie nicht noch einmal ereignet: Seit dem Nichtangriffspakt werden die Gruppenspiele immer zeitlich parallel ausgetragen, um eventuelle Absprachen zu vermeiden – ein schwacher Trost für die Algerier, die diesen Sommer wieder angreifen wollen. Vielleicht gelingt sogar die Rache.
Eure Meinung: Konntet Ihr damals den Ärger der Algerier nachvollziehen?
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