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Golden Moments – Neuseelands entscheidender Schritt nach Südafrika: Der Sieg gegen Bahrain
Es gibt Spiele, die schreiben Geschichte. In unserer WM-Serie beleuchten wir die Golden Moments der WM-Teilnehmer, blicken auf heroische Siege zurück und wandeln auf den Spuren legendärer Spieler. Heute geht es um Neuseelands entscheidendes WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrain, mit dem man sich das Ticket für Südafrika sicherte.
Von Claas PHILIPP
„Die Begeisterung über die ,All Whites‘ war so überwältigend, für das Spiel hätten 100.000 Karten verkauft werden können“, schrieb Werder-Bremen-Legende Wynton Rufer später in einer Kolumne für die 11Freunde zu dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel der Neuseeländer gegen Bahrain, so groß war die Euphorie im Lande. Es durften letztlich nur 36.500 Zuschauer ins von den weißen Farben des Nationalteams der „Kiwis“ geprägten Wellingtoner Westpac Stadium, und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.
„Spiel des Jahrhunderts“
Nachdem man sich im Hinspiel bei den Asiaten ein 0:0 erkämpft hatte, galt es, für die zweite WM-Teilnahme nach 1982 zu sorgen und sich das Ticket nach Südafrika zu sichern. Die Titelseiten der neuseeländischen Presse waren schon Tage zuvor voll von Schlagzeilen zum „Spiel des Jahrhunderts“, obwohl im sonst von Rugby dominierten Land Fußball eher Nebensache ist. So empfing man am 14. November 2009 also das technisch überlegene Bahrain, und es wurde das erwartet schwere Match.
Führung zur Pause
Obwohl die Gäste das Spiel dominierten, kamen die „All Whites“ zu Chancen, Chris Killen traf mit einem sehenswerten Drehschuss nach knapp zwanzig Minuten aber nur die Latte. Ein Raunen ging durch das Stadion, und auch in der Folge fieberten die Zuschauer bei jedem Angriff mit und unterstützen den Fußball-Nobody mit allen Kräften. So auch, als Rory Fallon fünf Minuten vor der Pause mit einem Kopfball an Bahrains Keeper Sayed Jaffer scheiterte, der großartige parierte und so den ganz großen Jubel zunächst noch im Keim ersticken konnte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es dann aber soweit: Nach einer Ecke kam erneut Rory Fallon zum Kopfball und netzte zum 1:0 ein. Der Jubel in Weiß kannte keine Grenzen, das Tor nach Südafrika war nun ganz weit offen.
„Fuckin‘ blow it!“
In der zweiten Hälfte dann der Schock: Nach einem Zweikampf zwischen Tony Lochhead und Abdulla Omar kam der Bahrainer in der 51. Minute zu Fall, Schiedsrichter Jorge Larrionda zeigte auf den Punkt - Elfmeter! Sollte dies das Ende der Träume eines ganzen Volkes sein? Sayed Mohamed legt sich den Ball zurecht, läuft an und - Mark Paston hält! Riesenjubel im Stadion, Neuseeland behält die knappe Führung. Es folgten 40 Minuten zittern mit Torszenen auf beiden Seiten. Die letzten Minuten müssen den Anhängern der „Kiwis“ wie eine Ewigkeit vorgekommen sein, sehnsüchtig wartete man auf den Abpfiff. „Fuckin‘ blow it!“ war von den Rängen zu hören. Eine unmissverständliche Aufforderung in Richtung des Schiedsrichters, der die Fans nach 93 Minuten dann auch tatsächlich erlösen sollte.
Grenzenloser Jubel
Was folgte, war grenzenloser Jubel. Die Ersatzbank stürmte auf das Spielfeld, man fiel sich in die Arme und ließ sich von den euphorisierten Anhängern feiern. „Südafrika, wir kommen“, titelte der New Zealand Herald am nächsten Tag und sprach von „elf Helden in Weiß“. Nachdem man 18 Jahre lang zum Zuschauen verdammt war, darf man sich in Neuseeland nun also wieder auf eine WM-Endrunde freuen. Und selbst, wenn man die Mannschaft dabei wie erwartet nichts reißen kann - sie werden trotzdem die „Helden in Weiß“ bleiben.
Eure Meinung: Was erwartet Ihr von den „All Whites“ in Südafrika?
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