Die WM-Stars – Didier Drogba: Die Torgarantie der Elfenbeinküste
Die Temperaturen sinken zwar noch nicht wirklich, doch die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in Südafrika steigt von Tag zu Tag. Um euch die Wartezeit auf das farbenfrohe Fußballfest und den Klang der Vuvuzuelas zu verkürzen, haben wir unsere Serie Know Your Rivals ins Leben gerufen. In dieser Woche erfährt ihr alles über die 32 Stars der WM-Teilnehmer. Heute: Didier Drogba, die Torgarantie der Elfenbeinküste!
Von Johannes RUPPRECHTER
Als Rechtsverteidiger begonnen
Und dies obwohl der heute 32-Jährige zu Beginn seiner Karriere bei Le Mans und Guingamp die Position des Rechtsverteidiger innehatte. Doch die immensen Knipserfähigkeiten setzen sich sich schließlich bald durch. Spätestens 2003 als der Rechtsfuß, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, zu Olympique Marseille wechselte. Dort traf er 18 Mal in der Liga und elf Mal im Europacup, was ihm Rang zwei bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahres und einen lukrativen Vertrag beim FC Chelsea einbrachte.
Die Londoner blätterten im Sommer 2004 nicht weniger als 37 Millionen Euro für den mittlerweile Vollblut-Mittelstürmer auf den Tisch. Und es dauerte nicht lange, ehe der Kapitän der ivorischen Nationalmannschaft zum Publikumsliebling an der Stamford Bridge avancierte. Mit den „Blues“ eroberte Drogba in den Jahren 2005 und 2006 den Premier-League-Titel und 2007 die Torjägerkrone.
Impulsives Temperament als Hindernis
Doch der Supertechniker mit der unheimlichen Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor, hat auch eine große Schwäche. Sein impulsives Temperament. Dieses wurde ihm in wichtigen Situationen schon des Öfteren zum Hindernis. So ohrfeigte er im Champions-League-Endspiel 2008 Manchester Uniteds Vidic. Wenige Monate darauf ließ er sich in der Ligapokal-Partie beim FC Burnley zu einer Undiszipliniertheit hinreißen, als er eine von den Rängen geworfen Münze in den Gästeblock zurückschleuderte und den Fans den Mittelfinger entgegenstreckte. Im „Königsklassen“-Halbfinale 2009 gegen den FC Barcelona attackierte er Schiedsrichter Övrebö hart und schimpfte daraufhin grenzenlos in die laufenden TV-Kameras, sodass er für drei Champions-League-Begegnungen gesperrt wurde.
Drogba selbst kann sich die zahlreichen Entgleisungen nicht erklären. „Ich bin kein schlechter Kerl. Aber manchmal geht die Leidenschaft mit mir durch. Warum, weiß ich selbst nicht. Meine Eltern sind sehr ruhige Leute, und ich bin es privat eigentlich auch. Aber auf dem Platz bin ich eben anders. Manchmal sehe ich Videos von mir und denke: 'Das habe ich wirklich getan?'“
Afrikas Fußballer des Jahres 2006 und 2009
Doch so heißblütig Afrikas Fußballer der Jahre 2006 und 2009 auch ist, seine Wichtigkeit für das Nationalteam der „Elefanten“ ist kaum auszudrücken. In der entscheidenden Qualifikationspartie gegen Malawi war ursprünglich die Schonung des Mannes, der bei Chelsea angeblich 117.000 Euro in der Woche verdienen soll, angedacht. Doch beim Stande von 0:1 musste der damalige Coach Vahid Halilhodzic reagieren und brachte Drogba. Der traf zum 1:1 und sicherte „Les Elephants“ die zweite WM-Teilnahme. Von welch enormer Bedeutung der Mann, der eine eigene Stiftung hat und sich als UN-Goodwill-Botschafter einsetzt, für sein Land ist, beschreibt Teamkollege Yaya Toure: „Er ist unser Anführer. Er redet nicht nur, sondern lässt auf dem Platz Taten sprechen. Didier ist unersetzlich für uns“, so der Barcelona-Akteur.
Hält er sein oft überschäumendes Temperament in Schach, kann er einer der ganz großen Star der Weltmeisterschaft auf dem eigenen Kontinent werden. Denn fußballerisch besitzt Drogba alles. Allen voran eine Torgarantie!
Eure Meinung: Wird Drogba einer der Stars der Weltmeisterschaft?
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