Die WM-Stars – Kameruns Samuel Eto’o: Die Tormaschine

Bei der WM in Südafrika ruhen die Hoffnungen von Kamerun auf einem Spieler, nämlich Samuel Eto’o. Der Starstürmer von Inter Mailand soll die „unbezähmbaren Löwen“ zum Erfolg führen. Der neue Kapitän Kameruns muss jetzt noch mehr Verantwortung übernehmen, nachdem die Mannschaft verjüngt wurde.

Von Robert BENDEKOVITS

Samuel Eto'o (Cameroon)
Mailand. Die Saison verläuft für Samuel Eto’o bislang zufriedenstellend, denn der Stürmer hat nach seinem Wechsel vom FC Barcelona zu Inter Mailand seine Anpassungsschwierigkeiten schnell überwunden und hat auch das enttäuschende Abschneiden beim Afrika-Cup hinter sich gelassen. Jetzt will er mit Inter Mailand die Saison erfolgreich zu Ende bringen und dann bei der Weltmeisterschaft in Südafrika mit Kamerun für Furore sorgen.

Neue Rolle bei Inter

Der Abschied von Samuel Eto’o bei Barcelona hat sich abgezeichnet, denn sein Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola war nicht mehr das Beste und als bekannt wurde, dass die Katalanen an Zlatan Ibrahimovic dran waren, war allen klar, dass das das Ende für Eto’o bedeuten würde. Obwohl ihm der Abschied aus Barcelona recht schwer gefallen ist, konnte er sich in der Serie A nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell etablieren. Er ist zwar (noch) nicht der Goalgetter vergangener Tage, doch sein Stellenwert in der Mannschaft ist genauso so wichtig, wie damals in Barcelona. Die wahre Qualität erkennt man daran, dass es ihm gelang sich umzustellen, denn der zentrale Stürmer im System von Jose Mourinho ist meistens Diego Milito und je nach der Formation spielt ein zweiter Angreifer neben ihm oder es gibt zwei sehr offensiv ausgerichtete Flügel. Eto’o bekleidete schon alle Positionen und spielte erstaunlich gut. Insgesamt erzielte der Kameruner 11 Tore für Inter und konnte vier vorbereiten. Damit bleibt er unter seiner Wert der vergangenen Jahre, aber man darf nicht vergessen, dass er sich umstellen musste und auch nach dem Afrika-Cup längere Zeit nicht frisch wirkte.

Mit Barcelona alles gewonnen

Eto’o hat angekündigt, dass er mit Inter alle Titel noch einmal gewinnen will, die er schon mit dem FC Barcelona gewinnen konnte. Das dürfte nicht sehr einfach werden, denn mit den Katalanen hat er jede Trophäe errungen, die es zu gewinnen gab. Die Champions League-Trophäe durfte er sogar zweimal hochstemmen. Die Liga gewann man dreimal und auch die Copa del Rey wurde im letzten Jahr errungen. Seine individuelle Statistik liest sich auch ausgezeichnet, denn in 145 Spielen gelangen ihm unglaubliche 108 Tore. Wenn nicht die persönlichen Probleme gewesen wären, könnte man nur schwer einen Grund finden, warum man sich von einem Stürmer seiner Qualität getrennt hat.

Aus dem Real-Nachwuchs

Der Kameruner wechselte damals als 16-Jähriger zu Real Madrid, wurde dort aber nie wirklich glücklich. Aufgrund der Ausländerbestimmungen wurde er bald verliehen und nach enttäuschenden Zwischenstationen gelang ihm beim RCD Mallorca der Durchbruch. Die Insulaner sicherten sich die Transferechte für ungefähr 4.5 Millionen €. Er wurde zum Rekordtorschützen in der Primera Division mit 54 Treffern und der FC Barcelona erkannte sein Potential und schlug im Sommer 2004 für 27 Millionen € zu.

Ein Spieler für die wichtigen Tore

Beim Champions League Viertelfinalspiel beim FC Chelsea bewies Eto’o erneut, dass er der Mann für die wichtigen Tore ist. Diese werden von ihm auch während der WM erwartet, denn der Erfolg der Mannschaft hängt sehr von seinem persönlichen Erfolg ab. Nicht umsonst schoss er die „unbezähmbaren Löwen“ beinahe im Alleingang mit seinen neun Treffern zur Weltmeisterschaft und ist der beste Torschütze in der Afrika-Cup-Geschichte. Der dreimalige Spieler des Jahres in Afrika stand auch heuer zur Wahl, konnte den Titel aber nicht gewinnen. Für den Ex-Bayern München-Spieler, Samuel Kuffour, ist das nur schwer begreiflich, warum nicht Eto’o zum Sieger erkoren wurde: „Er hat 2009 die Champions League gewonnen und im Finale ein Tor erzielt. Er hätte es verdient zu gewinnen, denn was will man den noch von ihm?“ Wenn man die Leute in Kamerun fragt, ist es klar was man von Eto’o noch will, nämlich den Gewinn der Weltmeisterschaft.


 
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