Uruguay nach dem 3:1 gegen die Schweiz: Suarez und Forlan hatten einen großen Abend

„Know Your Rivals!“ Unter diesem Motto hat Goal.com vor den Testspielen sein neues WM-Projekt gestartet. Wir haben unser weltweites Netzwerk durch Experten ergänzt, die ihre Nationalteams, Stars und Sternchen kennen wie ihre eigene Westentasche. Lernt also Deutschlands 31 Konkurrenten um die Fußball-Weltkrone besser kennen. Wir machen euch fit für die WM und zum echten Experten!

Von Sebastian HEIER

Nicolas Lodeiro - Uruguay (Getty Images)
Berlin. Mit einer ersten Reihe an wichtigen Testspielen wirft die WM 2010 jetzt also ihre Schatten voraus. In unserer Rubrik „Know Your Rivals“ kommen nach dem Schlusspfiff erneut die Experten zu Wort. Für Uruguay beantwortet uns Martin Decaux die wichtigsten Fragen nach dem 3:1 (1:1) gegen die Schweiz.

Welche Eindrücke hast du nach diesem Spiel gewonnen?

Es war ein sehr gutes erstes Testspiel für Uruguay. Sie waren insgesamt klar besser als die Schweiz. Die Schweizer mussten einige Ausfälle verkraften, so erging es allerdings auch den Südamerikanern, die unter anderem auf Kapitän Diego Lugano und Martin Caceres verzichten mussten. Uruguay startete langsam und zeigte dann eine gute Reaktion auf den Treffer von Inler. Suarez und Forlan hatten einen großen Abend.

Welche Probleme warten denn noch auf Oscar Tabarez? Was muss jetzt in den Griff gekriegt werden?

In der WM-Qualifikation hat die Mannschaft so viele Chancen ausgelassen, heute präsentierte sie sich deutlich effektiver vor dem gegnerischen Gehäuse. Es ist zudem eine gute Sache, dass alles drei Treffer von den Angreifern erzielt wurden. Das Team hat sich super verkauft, vor allem Nicolas Lodeiro überzeugte in der Rolle des Spielmachers.

Welche Spieler haben möglicherweise ihre Chance auf die WM nun vergrößert?

Fast alle Spieler, die auf dem Feld standen, haben ihre Chancen verbessert. Edinson Cavani profitierte sehr stark vom Spiel gegen die Schweiz - obwohl er nur wenige Minuten auf dem Feld war, erzielte er prompt ein Tor. Andres Scotti hat auch einen guten Eindruck hinterlassen und hat Diego Lugano sehr gut ersetzt.

Und wer hat enttäuscht?

Ignacio Gonzalez hat seine Chance verpasst, da er erneut verletzt war. Mit seiner WM-Teilnahme wird es nun sehr schwierig. Egidio Arevalo war eine Überraschung im Kader, er zeigte allerdings nur sehr wenig in der kurzen Zeit, in der er auf dem Feld stand. Jorge Martinez und Sebastian Fernandez konnten sich ebenfalls nicht auszeichnen.

Wie steht es mit dem Gegner: Wie beurteilst du die Leistung von der Schweiz?

Es war ein gutes Testspiel in der ersten Halbzeit, doch die Spielweise und die Leistung der Schweizer war eine große Enttäuschung. Ottmar Hitzfeld hat einen großen Fehler begangenen, er hat in der Halbzeit gleich fünf Mal ausgewechselt. Das Team hat die Spiellinie verloren und musste sich am Ende geschlagen geben. Auch in der ersten Halbzeit, als sie besser gespielt haben, sah man ihre Ungefährlichkeit im Angriff. In der Defensive waren Forlan und Suarez zu viel für sie. Ich glaube, dass die Schweiz große Probleme haben wird, wenn sie auf Mannschaften mit einer starken Offensive treffen, wie zum Beispiel Spanien oder Chile. Ich sehe sie nicht als Favorit in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft.

Der Countdown läuft. Es sind keine 100 Tage mehr bis zur Weltmeisterschaft. Ist die Vorfreude gestiegen?

Natürlich. Jeder hat sich auf diesen Test gefreut, denn nun beginnt langsam die heiße Phase vor der Weltmeisterschaft. Uruguay hat immerhin gegen eine Mannschaft gespielt, die im kommenden Sommer auch in Südafrika dabei ist.

Was gab es sonst Interessantes zu beobachten?

Nach der heutigen Leistung dürfte klar sein, dass das junge Talent Nicolas Lodeiro zur WM-Stammformation gehört. Zudem ist es eine sehr gute Sache, dass die Offensive der Uruguayer überzeugt hat, vor allem Luis Suarez – er hatte zuletzt weniger Glück im Dress der Nationalmannschaft.
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