Glückwunsch, Diego!

Diego Maradona wird 50. Ein Wunder, meint Sebastian Knoth und gratuliert.

Diego Maradona, Argentina (Getty Images)


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Diego Armando Maradona begeht am 30. Oktober seinen 50. Geburtstag und diese Tatsache gleicht einem Wunder. Vor einigen Jahren rang er nach seiner Kokainsucht und Gewichtsproblemen mit dem Tode. Dass er nun gesund und munter ist, gilt vielen als außergewöhnlicher Triumph. Der argentinische Schriftsteller Alan Pauls nannte ihn einen „professionellen Überlebenskünstler“. Und so sehen es die meisten Argentinier, wo sie Maradona wie einen Gott verehren und seine Anhänger allen Ernstes die Kirche Maradonas gründeten.

Der Ball als Rettung


Seine ersten Lebensjahre seien hart gewesen, die Begeisterung für den Fußball hätte ihn gerettet: „Wir hatten nicht viel zu lachen, das ist wahr, aber ich hatte natürlich den Ball. Der erste Ball den ich bekam, war das schönste Geschenk, das mir in meinem Leben gemacht wurde.“ El Diez gelang es zu besten Zeiten als geistreicher Mittefeldstratege mittels göttlicher Eingebung verloren geglaubte Spiele und Meisterschaften nach eigenem Belieben zu entscheiden, So außergewöhnlich begabt er auf dem Platz war, so sehr polarisierte er durch seine Eskapaden abseits des grünen Rasens.

WM 1978 verpasst Maradona


Der Stern des schier unfassbar begabten Fußballers ging Mitte der 1970er auf. Bereits als 15-jähriger debütierte der Linksfuß 1976 in der ersten Argentinischen Liga. Nur ein Jahr später folgte das erste Länderspiel im Trikot der Albiceleste. Der Weltmeisterschaft-Triumph im eigenen Land 1978 blieb el Pibe de oro – dem Goldjungen – verwehrt, da Auswahltrainer Cesar Luis Menotti den halbwüchsigen Lockenkopf als zu jung und unerfahren nicht ins Aufgebot berief. Vergessen hat Maradona diese Majestätsbeleidigung aber bis heute nicht: „Menotti habe ich das nicht verziehen und ich werde es ihm auch nie verzeihen, trotzdem habe ich ihn nie gehasst.“


Maradona als noch ganz junger Spieler.

Wechsel zum FC Barcelona


Im darauffolgenden Jahr führte Diego die U-20 Auswahl Argentiniens in Japan zum Titel und erhielt unter anderem die Auszeichnungen als bester Spieler des Turniers sowie Südamerikas Fußballer des Jahres. Logische Folge des Erfolgs: Über seine „große Liebe“ Boca Juniors, die er 1982 an die Spitze der argentinischen Liga schoss, gelangte der 1,67 kleine Stratege nach Spanien. Dem FC Barcelona waren seine Dienste die damalige Rekordablösesumme von 11 Millionen Mark wert. Seine erste Weltmeisterschaft 1982 in Spanien endete jedoch enttäuschend: Nach einer empfindlichen Niederlage gegen Erzfeind Brasilien, bei der Maradona insbesondere durch ein brutales Foul und einem daraus resultierenden Platzverweis von sich reden machte, erlitt Argentinien auf dem zur Titelverteidigung vorzeitigen Schiffbruch. Die Zeit in Barcelona glich einem steten Wechselbad der Gefühle. Zwar gewann Barça mit Diego den Pokal 1983, doch diverse Verletzungen und ständige Querelen mit Präsident Nuñez, den Maradona rückblickend lapidar als „Idioten“ bezeichnet, beendeten das spanische Intermezzo schon frühzeitig.

Neuer Ablöserekord


1984 knackte der dunkelhaarige Südamerikaner erneut den Ablösesummenrekord für einen Fußballspieler und wechselte für stolze 24 Millionen DM zum SSC Neapel. Hier sollte Maradona den Ruhm der Unsterblichkeit erreichen. In den folgenden sechs Jahren spielte sich in der süditalienischen Hafenstadt die vielleicht schönste Liebesgeschichte zwischen einem Verein, seinen Fans und einem Spieler ab, die der Fußballsport je erleben durfte. Diego setzte sich in Napoli eigenhändig die Krone auf. Mehr noch, er verwandelte sich in einen Volkshelden, den Che Guevara des grünen Rasens, der dem zurückgebliebenen, vergessenen und wirtschaftlich bedeutungslosen Süden des Landes Stolz, Glanz und Hoffnung schenkte.

Lest im zweiten Teil, wie Maradona den SSC Neapel und Argentinien zu Ruhm und Ehre führte und wie er nach seinem scheinbaren Ende wieder aufstand und weitermachte!



 
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