Wochenrückblick: Cabanas gibt Interview, Nigeria und Portsmouth zahlen nicht

Berti Vogts und Sol Campbell warten weiter auf ihr Gehalt, Lebensretter und Sänger Phil Brown muss sich nach seinem Rauswurf bei Hull einen neuen Job suchen und Salvador Cabanas gibt ein erstes Interview, nachdem ihm Unbekannte in den Kopf geschossen haben

Cabanas

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Von Jonas STROHSCHEIN
 

Phil Brown hat ausgesungen bei Hull City A.F.C.

Hull City hat seinen Teammanager Phil Brown entlassen. Der extrovertierte Brown hatte den Provinzklub im Jahr 2008 erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Premier League geführt, in der sich die "Tigers" dann auch überraschend hielten. Siege über Arsenal und Tottenham Hotspur, ein Unentschieden in Liverpool und eine hart umkämpfte 3:4 Niederlage bei Manchester United sorgten in der vergangenen Spielzeit für einiges Aufsehen auf der Insel. Inzwischen ist die Euphorie allerdings verflogen: Die "Tigers" stehen mit nur 24 Punkten und dem schlechtesten Torverhältnis der Liga auf dem vorletzten Tabellenrang. "Der Aufstieg in die Premier League 2008, und der Klassenerhalt am letzten Spieltag der Saison 2009 sind einzigartige Ereignisse in der Geschichte Hull Citys. Beides wurde unter Phil´s Führung erreicht, und niemand im Club wird dies jemals vergessen.", verabschiedete der Verein seinen Ex-Trainer in einer offizielen Bekanntmachung mit warmen Worten. " Nichtsdesdotrotz ist der Verbleib in der Premier League vorrangig. Die Vereinsführung glaubt, dass ein Wechsel auf der Teammanagerposition zu diesem Zeitpunkt angebracht ist."
 
Bereits während seiner erfolgreichen Zeit schieden sich bei Hull City die Geister an Brown. So hat er beispielsweise seine Halbzeitansprache im Spiel gegen Manchester City statt in der Kabine öffentlich im Mittelkreis abgehalten. Die Spieler waren wenig begeistert. Direkt nach dem Klassenerhalt in der letzten Saison stimmte Phil Brown reichlich angeschlagen gemeinsam mit den Fans "This is the best Trip I´ve ever been on" an, was seiner Autorität weitere Kratzer verpasste. Im Herbst vergangenen Jahres erzählte Brown darüberhinaus Reportern, dass er während eines Spaziergangs mit der Mannschaft eine lebensmüde Frau davon abhielt, von der Humber Bridge in Hull zu springen. Eigenartig: Keiner der Spieler hatte Notiz von Browns Heldentat genommen.

Nigeria und Portsmouth zahlen nicht

Sol Campbell, 35-jähriger Verteidiger des Arsenal London F.C., und Aserbaidschans Nationaltrainer Berti Vogts haben ein gemeinsames Problem: Beide bekommen noch sehr viel Geld von ihren früheren Arbeitgebern. Campbell, der von 2006 bis 2009 beim momentan zahlungsunfähigen Premier League-Schlusslicht Portsmouth F.C. als Kapitän spielte, hat offene Gehaltsforderungen von knapp 1,9 Millionen Euro, Vogts steht noch ein hoher fünfstelliger Betrag vom nigerianischen Fußballverband zu. 2008 war er als Nationaltrainer der "Super Eagles" zurückgetreten, nachdem Nigeria den schlechtesten Afrika Cup seit 1982 gespielt hatte.

Die Nigerianer dürften neidisch in Richtung England schauen: Während Vogts gute zwei Jahre bei der FIFA gegen seinen früheren Arbeitgeber klagte, geht Campbell gelassener mit den ausstehenden Zahlungen um: "Mein Klient akzeptiert, dass er so lange kein Geld bekommt, bis der Club nicht mehr unter Zwangsverwaltung steht oder der Insolvenzverwalter einwilligt, dass wir das Geld ausgezahlt bekommen.", gab sein Berater Andrew Onslow in bester Juristensprache bekannt. Klartext: "Pompey" bezahlt Campbell dann, wenn es kann. Vogts hingegen gewann zwar im Dezember seinen Prozess, Geld hat aber auch er bislang noch keines gesehen: "Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist die Zahlung vom nigerianischen Verband.", so sein Anwalt Stefan von Moers.
 
"Glücklich, noch am Leben zu sein"

Nachdem der paraguayanische Nationalstürmer Salvador Cabanas im Januar angeschossen wurde, gab er nun sein erstes Interview nach dem tragischen Zwischenfall. Unbekannte schossen dem 29-jährigen in den Kopf, nachdem sie seine Leistung kritisiert hatten. "Ich bin glücklich noch am Leben zu sein, und möchte immer noch spielen!", erzählte er in einem Fernsehinterview. "Ich werde schon sehr bald wieder auf dem Feld sein." Nachdem er in die Klinik eingewiesen wurde, befürchteten Chirurgen, dass sein Erholungsprozess einige Jahre dauern könne. Cabanas sprach sehr langsam während des Interviews, seine Augen machten einen abwesenden Eindruck. Eine schwarze Mütze verdeckte die Verletzungen.


 
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