Wochenrückblick: „Das was geschieht ist Wahnsinn!“

Glasgow Rangers-Torwart Allan McGregor kommt mit einem blauen Auge davon, die Wolverhampton Wanderers rotieren sich vor das Sportgericht und italienische Schiedsrichter wollen José Mourinho bestreiken.

Von Jonas Strohschein

Josè Mourinho - Inter-Sampdoria - Serie A (Getty Images)
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Glasgow. Fast ein Jahr durfte Allan McGregor nicht mehr für Schottland spielen – nun kann er auf seine Rückkehr hoffen. Die 0:3-Niederlage im März letzten Jahres gegen Holland hatte McGregor auf seine eigene Art und Weise verarbeitet: Gemeinsam mit Teamkapitän Barry Ferguson betrank sich der 28-jährige in der Lobby des Teamhotels. Schottlands damaliger Teammanager George Burnley fand wenig Gefallen an dieser Art der Spielnachbereitung, kurzerhand verbannte er Torwart und Kapitän auf Lebenszeit aus dem Kader. Burnley ist inzwischen entlassen, sein Nachfolger Craig Levein zeigt mehr Nachsicht mit dem Keeper der Glasgow Rangers: Er stellte McGregor sein Comeback für die Nationalmanschaft in Aussicht.

Für das Länderspiel am 3. März gegen Tschechien wurde er noch nicht berufen: Am Wochenende wurde er nach einer Kneipenschlägerei mit Verletzungen am Auge und Rücken ins Krankenhaus eingeliefert. „Wir wissen, das Allan McGregor in einen Zwischenfall in der Innenstadt verwickelt war, mehr haben wir dazu nicht zu sagen!“, so der knappe Kommentar der Rangers-Führung. Auch die Glasgower Polizei zeigte sich bedeckt: „Bei uns ist die Klage eines Mannes eingegangen, der am 20. Februar in der Bath Street in Glasgow angegriffen wurde. Die Ermittlungen laufen.“, so ein Polizeisprecher. Gerüchten zufolge soll Artur Boruc, Keeper des Stadtrivalen Celtic Glasgow, am 20. Februar in eben jener Kneipe in der Bath Street seinen 30. Geburtstag gefeiert haben. Allan McGregors Einsatz am Sonntag im "Old Firm"-Stadtderby gegen Celtic ist unwahrscheinlich.

Keine Rotation mehr bei den Wolves


Die Wolverhampton Wanderers dürfen nicht mehr mit dem B-Team spielen.
„Ich rotiere höchstens, wenn ich Opfer des Rotationsprinzips werde!“, wusste schon Oliver Kahn zu seiner aktiven Zeit. Dem englischen Traditionsclub Wolverhampton Wanderers F.C. wird seine Freude am ständigen Wechsel nun zum Verhängnis: Umgerechnet 29.000 Euro Strafe müssen die „Wolves“ zahlen, nachdem Trainer Mick McCarthy seine Mannschaft im vergangenen Dezember für die Partie gegen Manchester United auf zehn Positionen umgestellt hatte. Aus dem Team der Vorwoche stand einzig Keeper Marcus Hahnemann auf dem Platz, Wolverhampton verlor mit 0:3. In der Folgewoche wechselte McCarthy dann erneut neun Spieler, sein A-Team war zurück und gewann mit 2:0 gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Burnley F.C..

Dem englischen Fußballverband FA gefiel dies gar nicht: „Wir sind der Meinung, dass Wolverhampton gegen die Statuten verstoßen hat und den Premier League- Verpflichtungen nicht nachgekommen ist“, so die offizielle Aussage der Football Association. „Sie sind in Manchester nicht in voller Stärke angetreten.“ Angesprochen auf sein eigenwilliges Rotationsprinzip zeigte sich Coach McCarthy gegenüber Journalisten wenig einsichtig: „Es war niemals meine Absicht die Premier League-Regeln zu brechen. Ich wollte das Team aufbieten, das das beste Ergebnis erzielt. Ich hoffe die Sache ist nun abgeschlossen!“ Zur Ehrenrettung der „Wolves“ sei gesagt, dass sie am Wochenende in voller Manschaftsstärke antraten, und auch gegen Manchesters Titelrivalen Chelsea F.C. mit 0:2 verloren.

Streik? Mourinho geht den Schiedsrichtern auf die Nerven

Nach den Piloten, den angestellten des öffentlichen Dienstes und den Metallarbeitern droht nun die nächste Berufsgruppe mit Streiks. Italiens Schiedsrichter haben ofenbar genug von Inter-Trainer José Mourinho und seinen Eskapaden: Mourinho witterte am Wochenende nach zwei gerechtfertigten roten Karten gegen sein Team erneut eine landesweite Verschwörung gegen Inter Mailand und machte dies an der Seitenlinie auch umissverständlich klar. Die Unparteiischen drohen nun damit, Mourinhos Partien zu boykottieren: „Das was geschieht ist einfach ein Wahnsinn. Dabei tun wir nur unsere Pflicht“, beschwerte sich Schiedsrichter Marcello Nicchi gegnüber der Presse. Mourinho wurde vom Verband erneut für drei Partien gesperrt. Ob sich die Gemüter in der Serie A dadurch beruhigen, wird sich spätestens beim nächsten Platzverweis gegen Inter zeigen.


 
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