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FIFA 10 im Test: Das beste Fußballspiel aller Zeiten?
Wir schreiben das Jahr 2009. Der FC Schalke 04 spielt mal wieder nicht um die Deutsche Meisterschaft, Politiker vergessen schneller Wahlversprechen, als den Bürgern lieb ist und EA Sports bringt einen neuen Teil der FIFA-Reihe auf den Markt. Im Grunde genommen ist alles wie immer oder etwa doch nicht? FIFA 10 schickt sich dieses Jahr nämlich an den Genrethron ein für alle Mal zurückzuerobern und zu besetzen. Wird dieses Unterfangen gelingen oder sollte man sich doch lieber einige Stunden auf dem Bolzplatz die Zeit bis PES 2010 totschlagen? Wir sagen es euch, in unserem Testbericht!

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Köln. Bereits die 2009er-Reihe von FIFA sowie PES lieferten sich einen erbitterten Kampf um den Titel „Bestes Fußballvideospiel“, doch Experten sind sich immer noch nicht ganz einig, wer diesen Fight für sich entscheiden konnte. Aus diesem Grunde hat EA Sports noch einmal so richtig nachgelegt und zahlreiche neue Funktionen eingefügt, alte, erfolgreiche, Features erweitert und getuned. Natürlich können wir uns auch in diesem Jahr wieder auf originalgetreue Stadien, Mannschaften als auch Spieler freuen, doch das ist FIFA-Standard. Etwas viel Interessanteres erleben wir jedoch kurz nach Spielbeginn in der überarbeiteten Arena, welche nicht nur als Ladebildschirm dient, sondern nun einige verschiedene Möglichkeiten des Trainings bietet. Ein kurzer Tastendruck und ein Menu öffnet sich, bei dem wir verschiedene Situationen einstellen und trainieren können. Ob wir ein kleines 5 gegen 3-Überzahlspiel bestreiten, Ecken mit 11 gegen 11 trainieren oder aber knackige Freistöße aus 22 Metern Entfernung einüben möchten, mit wenigen Klicks sind die typischsten Situationen eingestellt.
Mögen die Spiele beginnen
Sehr interessant ist dabei auch noch die Möglichkeit, eigene Spielzüge und Laufwege festzulegen zugleich für kommende Matches abzuspeichern, was FIFA 10 eine neue Dimension an Spieltiefe verleiht.
Funktionen wohin man sieht
Natürlich bietet FIFA 10 auch in diesem Jahr wieder eine Fülle an Einstell-, Offline- sowie Onlinemöglichkeiten, deren Auflistung das Layout dieser Seite sprengen dürfte. Egal ob Freundschaftsspiele, der Managermodus, die neue Arena, eigene Ligen, Turniere, Transfers, wir haben die Qual der Wahl. Hervorheben sollte man jedoch besonders zwei Neuerungen. Wie auch schon in FIFA 09, so haben wir auch in FIFA 10 wieder die Möglichkeit einen individuellen Spieler zu erstellen als auch dessen Fähigkeiten zu steigern. Dennoch kann man den Virtual-Pro-Modus nicht mit dem letzten Jahr vergleichen. Zum ersten Mal haben wir die Möglichkeit, unser eigenes Gesicht, via Foto dem virtuellen Fußballer zu geben. Außerdem hat sich die Steigerung der einzelnen Qualitäten gewandelt. Während wir im letzten Jahr noch fleißig gewonnene Erfahrungspunkte auf die einzelnen Attribute verteilt haben, suchen wir dieses Menu in diesem Jahr vergebens. Stattdessen wird das Verhalten des Spielers analysiert, wobei es keine Rolle spielt ob dieser im Be-A-Pro-, Offline-, Online-, Arena- oder sonstigen Modus zum Einsatz kommt. Schlagen wir im Spiel beispielsweise eine punktgenaue Flanke, so verbessert sich auch unser Attribut „Flanken“, worüber wir auch prompt via Pop-up unterrichtet werden.

Intuitiv, unter diesem Begriff kann man wohl das Motto der Entwickler in diesem Jahr zusammenfassen. Denn nicht nur die Entwicklung des eigenen Spielers wurde überarbeitet, sondern die komplette Steuerung im Spiel. Dank des neuen 360°-Gameplays ist es uns möglich, die Spielfiguren wesentlich flüssiger über den Platz zu jagen, ohne vorgeschriebene Winkel berücksichtigen zu müssen. Ein im Grunde einfaches Feature, doch der Effekt ist dafür umso größer. Das Spielerlebnis wirkt einfach wesentlich authentischer und gekoppelt mit der überarbeiteten KI der Mitspieler, vergessen wir manchmal nur zu gerne, dass wir gerade ein Videospiel und keine Fußballübertragung sehen.
Vom Wetter zum Laufweg
Wo wir schon einmal bei der künstlichen Intelligenz sind, sollten wir diesen Punkt einmal genauer unter die Lupe nehmen, denn hier hat sich ebenfalls viel getan. Unsere eigenen Mitspieler sind in diesem Jahr wesentlich schlauer geworden! Warteten sie noch im letzten Jahr fast schon apathisch auf unseren Befehl in den freien Raum zu laufen, so kreuzen sie nun ihre Laufwege, entdecken Lücken in der gegnerischen Abwehr und weichen von sich aus auf den Flügel aus. Auch das Verhalten bei Pässen ist weitaus besser geworden, was nicht nur realistischer aussieht, sondern dem Spiel viel mehr Überraschungsmomente verschafft. Ein Beispiel gefällig? Unser Mitspieler, den wir gerade im Angriff haben, sieht eine Lücke in der Mitte der gegnerischen Abwehr und läuft los. Ein anderer Teamkamerad läuft genau in diesem Moment, als wir passen wollen, zwischen uns sowie dem freilaufenden Angreifer. Wir versuchen es dennoch mit einem flachen Pass auf den Angreifer und er gelingt. Der Mitspieler, der uns gerade entgegenläuft erkennt die Situation. Dabei springt er kurz über den Ball, als er erkennt, dass dieser nicht für ihn bestimmt war und die gegnerische Abwehr schaut für einen Moment verdutzt aus der Wäsche. Dies reicht uns allerdings schon aus, um diesen Spielzug erfolgreich abzuschließen.
Doch nicht nur das Verhalten während eines Spielzuges hat sich verbessert, auch das Abwehrverhalten unserer virtuellen Recken sieht endlich nach Arbeit aus. Sie halten die Gegenspieler an der Schulter oder Trikot fest, bleiben eng am Mann wodurch sie es sogar schaffen, diesen ins Aus zu drängen.
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Ganz klar, die Stürmer dürften des Öfteren an der neuen Abwehr verzweifeln, allerdings auch am neuen Schiedsrichtergespann, welches, ganz wie im echten Leben, nicht jede Aktion richtig erkennt, was dann eine Fehlentscheidung zur Folge hat. Eine Feinheit, welche nicht direkt auffällt, aber sich wohltuend auf das Spielgefühl auswirkt, genauso wie das überarbeitete Wettersystem. In FIFA 10 hat man verschiedene Wettersituationen, die nicht nur optisch getuned wurden, sondern uns nicht selten an den Rand des Wahnsinns treiben, was auch gut so ist! Es ist ratsam je nach Wetterlage eine andere Spielweise an den Tag zu legen, denn der Ball verhält sich bei Regen, Nebel, Schlamm, Schnee oder Sonnenschein einfach anders. Während wir bei Sonnenschein mit langen, flachen Pässen unseren Spaß haben, bringt uns dieselbe Taktik bei Regen nicht einmal einen Blumentopf, da der Ball nach ein paar Metern im tiefen Rasen stehen bleibt und wir auch noch mehrere Meter mit der Grätsche an ihm vorbeirutschen.

Zu diesem Feintuning kann man EA Sports nur gratulieren, denn es entsteht ein ganz anderes, authentischeres Feeling auf dem Platz. Zu guter Letzt als kleine Anmerkung bleibt noch das überarbeitete Flanken- und Freistoßsystem, welches nun einfacher gestaltet ist als auch wesentlich dynamischer wirkt. Eine kleine aber sehr feine Sache ist zudem die Möglichkeit, dass wir Freistöße auch schnell ausführen können, noch während sich die gegnerische Abwehr versucht zu formieren. Daran könnte so manche Freundschaft, gerade im Onlinemodus zerbrechen.
Ist das nicht der Ballack?
Technisch gesehen ist FIFA 10 über jeden Zweifel erhaben. Die Spieler wirken noch detaillierter als im hübschen Vorgänger wobei gerade die Topstars absolut lebensecht nachempfunden sind. Die Stadien sowie Zuschauer wurden noch einmal etwas getuned und vor allem die bekannten Arenen sind bis ins kleinste Detail modelliert worden. Von den Spielabläufen wie auch Animationen ganz zu schweigen, denn diese sind butterweich und gehen fast übergangslos ineinander über. Sehr schön ist auch die Tatsache, dass die Zwischensequenzen, bei denen der Schiedsrichter zum Einsatz kommt, großteils aus der normalen Kameraperspektive angezeigt werden. Dadurch wirken diese Stellen nicht mehr wie ein Fremdkörper, sondern wir kommen uns fast schon vor, als würden wir gerade im Stadion auf den Rängen Platz nehmen. Auch die Tiefenschärfe bei näheren Kameraperspektiven wurde überarbeitet und lässt das Spiel dreidimensionaler erscheinen. Das ganze Spiel läuft dabei übrigens sehr flüssig und hat im Gegensatz zu den Vorgängern fast gar keine Ruckler mehr während der Zwischensequenzen. Lediglich kleinere Kollisionsfehler in den Wiederholungen trüben etwas den ansonsten fantastischen, grafischen Gesamteindruck.

Für die Ohren wird ebenfalls etwas geboten, was wir nicht unterschlagen wollen. Neben den beiden guten, deutschen Kommentatoren, wobei Kollege Rössler natürlich stur lieber die holländischen Vertreter wählt, fanden anscheinend auch noch einige neue Fangesänge den Weg ins Spiel, dank derer echte Fußballstimmung im Wohnzimmer aufkommt. Lobenswert ist mal wieder der sehr umfangreiche Soundtrack, der so manchen Ohrwurm bietet. Es ist natürlich eine persönliche Geschmackssache, jedoch vermissen wir etwas mehr Abwechslung in puncto Musikauswahl, weiterhin würden uns über den ein oder anderen wirklich rockigen Song freuen. Doch dies ist im Grunde ein Luxusproblem, denn ansonsten gibt es nicht viel zu bemängeln.
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