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Bayern München spielt am Mittwoch um den "Uli-Hoeneß-Cup" gegen den FC Barcelona. Für den Bayern-Präsidenten, aber auch für Pep Guardiola ist es ein besonderes Spiel.

München. Uli Hoeneß meidet wegen seiner Steuer-Affäre seit Wochen die Öffentlichkeit, doch am Mittwoch steht der Präsident des Triple-Gewinners Bayern München unweigerlich im Mittelpunkt - aber immerhin nicht alleine. Beim "Uli-Hoeneß-Cup" sind auch viele Augen auf Trainer Pep Guardiola gerichtet, der beim Duell der derzeit wohl weltbesten Fußball-Mannschaften genauso wie Thiago ein Wiedersehen mit dem FC Barcelona feiert.

Allerdings birgt das Treffen des neuen Bayern-Coaches mit Lionel Messi und Co. nach dem jüngsten verbalen Schlagabtausch einige Brisanz - auch wenn insbesondere die Verantwortlichen von Barca immer wieder betonen, dass ihr Verhältnis zu Guardiola nach wie vor gut sei. Doch die Diskussionen um den krebskranken Tito Vilanova haben Spuren hinterlassen.

Rummenigge: Keine Spannungen zwischen Barca und Bayern

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will von Spannungen mit Barca, das von den Bayern erst vor wenigen Wochen im Halbfinale der Champions League entzaubert wurde, aber nichts wissen. Die gebe es "überhaupt nicht. Die beiden Klubs haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander. Sonst wäre es auch nicht möglich gewesen, den Thiago-Transfer praktisch übers Wochenende abzuwickeln. Pep hatte in Barcelona als Spieler und Trainer Riesenerfolge. Ich denke, dass sein Verhältnis zu Barcelona absolut okay ist", sagte er bei fcb.de.

Dass es trotzdem ein "ganz spezielles Spiel" für Guardiola ("Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen werde") sein wird, muss der 42-Jährige nicht betonen. Immerhin hatte er in vier Jahren mit den Katalanen, die in München ohne ihren neuen Trainer Gerardo Martino antreten werden, 14 Titel geholt - mit dem FC Bayern steht er erst ganz am Anfang. Der Gewinn des Telekom-Cups war allenfalls ein erstes kleines Ausrufezeichen.

Doch in seinen bisherigen vier Wochen in München hat Guardiola bereits viel bewegt. Das Duell mit der Nummer eins der Weltrangliste soll ein weiterer wichtiger Test auf dem Weg in eine noch erfolgreichere Zukunft der Münchner werden, die dann am Samstag gegen den Bundesliga-Rivalen Borussia Dortmund beim Supercup ihr erstes Pflichtspiel bestreiten werden.

Rummenigge: "Keiner kann sich zurücklehnen"

Bereits jetzt sind die Verantwortlichen sicher, nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte die richtigen Weichen gestellt zu haben. "Ich bin absolut überzeugt, dass wir nach der letzten Saison etwas Neues brauchten. Nach solch großen Erfolgen ist man geneigt, sich etwas zurückzulehnen - und das ist schon der erste Rückschritt! Durch die hohe Qualität der Mannschaft kann sich keiner zurücklehnen", unterstrich Rummenigge.

In der Kürze der Vorbereitung habe die Mannschaft "schon ein hohes Niveau erarbeitet". Durch die Experimente von Guardiola sei der FC Bayern "für die gegnerischen Mannschaften in Zukunft fast nicht mehr auszurechnen".

Für den Perfektionisten Guardiola gibt es dennoch "einige Dinge zu verbessern". Der FC Bayern, der am Dienstagabend in der Allianz-Arena sein Starensemble den Fans offiziell präsentierte und am Mittwoch erstmals mit den neuen blauen Champions-League-Trikots auflaufen wird, müsse etwa mit noch "weniger Berührungen spielen".

Keine Unruhe im "Luxus-Kader"

Die größte Sorge derzeit ist jedoch, dass es im Luxus-Kader zu Unruhe kommen könnte. Doch Rummenigge widerspricht: "Ich bin überzeugt, es wird nicht einen einzigen Spieler geben, der aus der Reihe tanzt." Trotzdem sahen sich Guardiola und Sportvorstand Matthias Sammer schon veranlasst, Warnungen an die Stars auszusprechen. Auch Franck Ribery mahnte via Bild, "dass auch wir Probleme kriegen werden, wenn jeder Einzelne macht, was er will".

So ein Satz hätte auch von Uli Hoeneß kommen können, doch der ist seit Wochen abgetaucht. Am Mittwoch soll der Präsident, gegen den weiterhin Ermittlungen wegen einer Steuer-Affäre laufen, aber zumindest "seine" Trophäe an den Sieger übergeben. Das Spiel hatte ihm der Verein anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahr 2012 geschenkt.

Es sei eine "große Ehre" für ihn, "dass mit dem FC Barcelona ausgerechnet unser Gegner des Champions-League-Halbfinales in die Allianz Arena kommt. Besser geht es nicht", ließ er in einer Presseerklärung der Bayern ausrichten. Besonders freue er sich aber, dass der Erlös komplett sozialen Zwecken zukommt.

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