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Königsblau siegt ungefährdet 4:1 beim Freundschaftskick in Koblenz, doch nach einer halben Stunde geht die Leichtigkeit verloren, die Gastgeber machen ihr Tor und sind zufrieden.

Aus Koblenz berichtet John C. Brandi

Koblenz.
4:1 gewonnen, doch nicht alles lief rund: Der FC Schalke 04 war zu Gast im Oberwerth-Stadion und nutzte gegen die TuS Koblenz die anfängliche Schüchternheit der Gastgeber zu einer schnellen 3:0-Führung, doch noch in Halbzeit eins geriet danach etwas Sand ins Getriebe des Bundesligisten.

Huntelaar und Szalai überzeugen gemeinsam

Dabei sah der Anfang mehr als passabel aus: Der Ball lief, die beiden gemeinsam in der Startelf aufgebotenen Stürmer Huntelaar und Neuzugang Szalai harmonierten prächtig, was der Ungar zum Doppelpack nutzte - sein drittes und viertes Tor für Schalke, doch nachdem Höwedes der dritte Treffer gelungen war, endeten die meisten der nun immer mehr durch die Mitte vorgetragenen Angriffe im Nichts.

Auch die zunehmend ruppige Gangart des Koblenzer trug ihren Teil dazu bei, dass der Faden etwas verloren ging. So monierte der Schalker Coach Jens Keller nach Abpfiff auch: "Ich fand es ein bisschen zu hart, das ist ein Freundschaftsspiel, meine Spieler haben einige Blessuren abgekriegt."

Keller kritisiert Härte

Leidtragender unter anderem war Leon Goretzka, der nach einem Pressschlag liegen und nach Wiederanpfiff in der Kabine blieb, ebenso wie Tim Hoogland, doch beiden ist wohl nichts Schlimmeres passiert. Trotzdem war Keller sauer: "Ich habe nichts gegen Härte, aber wenn sechs, sieben Mal von hinten reingegrätscht wird, dann ist das einfach schade", so Keller.

Auch sein Stürmer Huntelaar hatte "einige slidings und tackles" gesehen und betonte, man habe da auch irgendwann zurückgezogen, um nicht verletzt zu werden, befand jedoch: "Trotzdem kann man sagen, wir sind gut drauf."

30 starke Minuten reichen

In der Tat ließ sich die TuS beim Grätschen nicht lumpen, agierte aber keineswegs überhart, wobei erwähnt werden darf, dass auch Jermaine Jones in einer Szene in der ersten Hälfte seinen Gegenspieler in alter Rüpelmanier sauber niedergestreckt hatte. Koblenz erreichte jedenfalls das Gewünschte: Schalker Spielfluss kam insbesondere im zweiten Durchgang in der Offensive kaum mehr zustande, die wenigen Chancen parierte TuS-Torwart Paucken stark. Doch nichtsdestoweniger war Coach Keller nicht unglücklich: "Ich bin sehr zufrieden. In den ersten dreißig Minuten haben wir richtig guten Fußball gespielt und viele Torchancen herausgespielt."

Dass es danach nicht mehr richtig rund lief, lag auch an den vielen Wechseln, wie Keller betonte, er hatte fast ein komplett neues Team zu Halbzeit zwei gebracht. Das Sturmduo Szalai/Huntelaar blieb in der Kabine, Pukki kam unter anderem und traf auch später zur Freude der angereisten Schalker zum 4:1-Endstand, doch die Vorstellung der zwei Vorgänger hatte durchaus Lust auf mehr gemacht, auch der Trainer war angetan: „Viele gute Aktionen, Huntelaar hat auch Szalai den Ball aufgelegt zum Tor, sie haben sich gut bewegt, arbeiten beide sehr gut, aber man muss natürlich sehen, wie es gegen einen Gegner ist, der eine andere Qualität hat als Koblenz.“

Hauptsache bewegt

Dieser Gegner aus der Regionalliga kam dann jedoch noch zu seinem Ehrentreffer, der standesgemäß bejubelt wurde: Kevin Lahn traf nach schöner Einzelleistung, zur Begeisterung der knapp 7000 Zuschauer – und zum Missvergnügen Kellers: „Mich ärgert mal wieder das Gegentor am meisten, aber ansonsten war das für uns ein guter Test, wo wir uns bewegt haben, und das ist es, was in der Vorbereitung wichtig ist.“ Womit Keller das Spiel auf den Punkt gebracht hatte.

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