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Sie wähnten sich auf dem Weg in die Weltspitze. Doch die Niederlage gegen Deutschland holte die Nationalelf Ecuadors zurück auf den Boden der Tatsachen.

Boca Raton. Die Euphorie war groß, die Ernüchterung ist noch größer: Ecuadors "bestes Team der Geschichte" ist von einer B-Auswahl der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden und zweifelt nach dem 2:4 (1:4) von Boca Raton wieder an seiner eigenen Stärke. "So schlecht hat Ecuador seit vielen Jahren nicht gespielt", schrieb das auflagenstärkste Blatt des Landes, El Comercio: "Das waren die schlimmsten 25 Minuten der Ära Reinaldo Rueda."

Nationaltrainer Rueda, seit drei Jahren im Amt, redete mit Blick auf die desaströse erste halbe Stunde, als eine deutsche B-Elf den Weltranglisten-Zehnten auseinandergenommen hatte, nicht um den heißen Brei herum. "Das war eine extrem harte Lektion für uns", sagte der 56-Jährige, der sich vorgekommen sein muss wie einst als Student an der Sporthochschule Köln Anfang der 90er Jahre. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein schlimmes Gesicht gezeigt. Aber ich hoffe, wir haben viel gelernt", sagte er. El Comercio schrieb ihm die Schwächen jedenfalls unbarmherzig ins Zeugnis: "Keine Struktur, eine schreckliche Verteidigung, große Nervösität."

Dass Ecuador im zweiten Durchgang Schadensbegrenzung betrieb, war da nur ein schwacher Trost. Auch wenn El Tri die Deutschen teilweise so unter Druck setzte, dass dort Erinnerungen an das 4:4 gegen Schweden im Oktober wach wurden. "Am Ende wäre sogar mehr möglich gewesen", sagte Rueda: "Aber René Adler hat den Deutschen den Sieg gerettet."

In dieser zweiten Halbzeit fühlte sich auch Bundestrainer Joachim Löw bestätigt, der die Ecuadorianer vor dem Spiel über den grünen Klee gelobt hatte. "In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wie stark Ecuador sein kann", erklärte Löw: "Da hat man gesehen, wie schnell und beweglich sie sind und wie gut sie mit dem Ball umgehen können. Ecuador hat schon eine ganz, ganz hohe Qualität."

Doch die plötzliche Überlegenheit war vor allem eine konditionelle, das erkannte auch Deutschlands Abwehrspieler Benedikt Höwedes. "Ecuador war diese Witterungsbedingungen einfach gewohnt", sagte er: "Über uns kam das Wetter wie ein Schlag. Ecuador dagegen ist 90 Minuten marschiert. Und sie hätten wahrscheinlich noch 30 Minuten spielen können, ohne dass ihnen das etwas ausgemacht hätte."

Ausdauer alleine reichte jedoch nicht gegen das deutsche B-Team. Und sie wird auch schwerlich reichen in den Qualifikationsspielen gegen Peru am 7. Juni und Südamerika-Spitzenreiter Argentinien vier Tage später. Und dann wäre die dritte WM-Qualifikation der Geschichte plötzlich wieder in Gefahr.

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