Deutschland erteilt den Niederlanden eine EURO-Lektion – Huntelaar und Mathijsen hoffen auf Revanche 2012

Konzeptlos, chancenlos, hilflos - Holland wurde von einer cleveren DFB-Elf in die Schranken gewiesen. Doch nicht alle Oranje-Akteure wollen von einer EURO-Ernüchterung sprechen.

Aus Hamburg berichtet Francois Duchateau

Wesley Sneijder war im Duell mit der DFB-Elf unzufrieden
Getty Images
Hamburg. Nach Brasilien hat auch die Niederlande im Jahr 2011 eine Lektion in Sachen Spitzenfußball von Deutschland erhalten. Mit einem aussagekräftigen 3:0-Erfolg hat sich die Mannschaft von Joachim Löw zum zweifellosen Favoriten für die EM 2012 in Polen und der Ukraine gekürt. Die Botschaft an die Spanier ist angekommen: Die junge DFB-Elf ist bereit für den großen Coup. Das erkennt auch Inter-Star Wesley Sneijder an: „Sie sind einer der Favoriten, natürlich.“ Joris Mathijsen wird sogar noch deutlicher: „Natürlich können wir sagen, dass Deutschland die beste Mannschaft der Welt ist.“ Dennoch will der WM-Zweite trotz der Pleite im Prestigeduell den Kopf noch nicht in den Sand stecken. „Aber wir sehen uns nächsten Sommer wieder, dann gucken wir nochmal“, so der Ex-HSV-Profi.

„Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache“
 
Gregory van der Wiel war einer der wenigen Oranje-Akteure, die ihre Normalform abrufen konnten am Dienstag. Der Ajax-Verteidiger will aus dieser deutlichen Schlappe lernen, wie er nach Abpfiff im Gespräch mit Goal.com sagt: „Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache. Ja, natürlich trifft uns diese Niederlage sehr. Jeder weiß, um was es geht und man will gewinnen. In der Kabine war es nach Abpfiff sehr ruhig. Ob wir mit Deutschland schon den kommenden Europameister gesehen haben? Nein, das glaube ich nicht. Es sind noch so viele Spiele zu bestreiten. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass wir eine Mannschaft sind, die sehr gut Fußball spielen kann. So eine Niederlage nimmt man lieber jetzt, als dass uns dies im kommenden Sommer passiert. Aber es war nur ein Freundschaftsspiel, das ist anders als ein Ernstfall bei einem Turnier. Es war eine gute Lektion für uns.“

„Wir waren sehr schlampig bei eigenem Ballbesitz. Die Deutschen sind sehr gut darin, dies zu bestrafen. Wir dürfen die Ausfälle nicht als Entschuldigung nehmen: Egal wer dort spielt, wir waren heute als Mannschaft einfach zu schlecht. Wir wollen jedoch weiter Schritt für Schritt daran arbeiten, die absolute Spitze zu erreichen“, verdeutlichte van der Wiel weiter.



Drei der „großen Vier“ fehlten – Huntelaar will Revanche

Mit Rafael van der Vaart, Robin van Persie und Arjen Robben fehlten Bert van Marwijk drei der „großen Vier“. Wesley Sneijder war der Einzige aus dem magischen KNVB-Quartett, der in Hamburg auf dem Rasen stand, doch der Spielmacher – der angeschlagen in die Partie ging – enttäuschte auf ganzer Linie und ließ seinem Frust mit einigen Fouls freien Lauf. Vorne kam Klaas-Jan Huntelaar, der nach seinem Nasenbeinbruch mit Maske spielte, überhaupt nicht zum Zug. Der Schalker hofft auf eine baldige Revanche gegen den WM-Dritten: „Ich hoffe, dass es zu einem erneuten Aufeinandertreffen kommt und dann können wir wieder zeigen, was wir drauf haben. Heute war sichtbar, dass wir schlecht gespielt und zu Recht verloren haben. Wir müssen in den nächsten Monaten hart an uns arbeiten, um bei der Europameisterschaft besser zu sein. Nur in der Anfangsphase konnten wir ein Wörtchen mitreden.“

Kein Krisengerede

Der Angreifer will gegenüber Goal.com jedoch nichts von einer Holland-Krise wissen: „Nach jeder Niederlage sorgt man sich natürlich ein wenig. Aber es ist deutlich, dass wir sehr lange sehr gut gespielt haben, auch wenn die letzten Spiele weniger gut aussahen. Aber das ist das Schöne am Fußball: Jedes Spiel ist eine neue Chance zu zeigen, dass wir es besser können.“

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Bernd Leno (Bayer Leverkusen)
 
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