Nach der Argentinien-Schlappe: Wie groß sind die Probleme wirklich?

In Deutschland herrscht nach der 0:1-Niederlage der DFB-Mannschaft gegen Argentinien wieder Katerstimmung. Aber dennoch sei die Frage erlaubt, ob denn nun alles zu schwarz gesehen wird oder nur die Realität sich in der momentanen Gefühlslage widerspiegelt. Im Ausland jedenfalls wurde die Schlappe von München nicht ganz so dramatisch gesehen, wie auf nationaler Ebene. So erklärte der User „Peter“ aus Kenia auf der internationalen Seite von Goal.com: „Keine Sorge, Deutschland wird wieder ins Endspiel der Weltmeisterschaft stolpern. So wie wir das kennen.“ Aber wie sieht es denn nun wirklich aus?

Von Dennis WEINACHT

Rene Adler, Überflieger bei Bayer Leverkusen und der Nationalmannschaft (firo)

München. „Es gibt noch einige Baustellen“, musste der Bundestrainer Joachim Löw nach dem Spiel gegen Argentinien anerkennen. Die deutsche Nationalmannschaft konnte sich in dieser Partie noch keineswegs in passender Form für eine Weltmeisterschaft zeigen. Am Tag nach der 0:1-Niederlage geht nun die Ursachenforschung los. Dabei ist es schwer zu sagen, was denn nun eigentlich die wirklichen Gründe für diese sportliche Enttäuschung waren. Und vor allem: Wie ist das Spiel nun einzuordnen? Fragen über Fragen, aber Antworten gibt es (noch) nicht.

Die Harmonie fehlte

Sportlich dürfte es vor allem enttäuschend für die Fans gewesen sein, dass sich die Mannschaft noch nicht richtig aufeinander abstimmen konnte. Das System mit nur einer Spitze scheint nicht gegriffen zu haben. Außerdem hat die ganze Offensive Probleme, die nicht behoben werden konnten. Miroslav Klose spielt beim FC Bayern München nicht. Lukas Podolski trifft in der Liga nicht und ein Mesut Özil sucht seit Wochen nach seiner Form. Für ein paar wenige Lichtblicke sorgte Thomas Müller, dem es aber noch an Erfahrung fehlt. Es wurde im Gang nach vorne immer wieder deutlich, dass die Mannschaft noch nicht eingespielt ist. Anders als etwa beim Gegner aus Argentinien. Die Truppe von Diego Maradona wirkte unheimlich gut abgestimmt und konnte so das Pressing perfekt fabrizieren.

Adler doch nicht erste Wahl?

Bei dem starken Kritisieren wurde zuletzt auch immer wieder Torhüter René Adler in Frage gestellt. Er sah beim Gegentor nicht gut aus. Gegenüber dem ZDF erklärte Ex-Titan Oliver Kahn direkt: „Wenn ein Torwart rauskommt, muss er ihn haben. Da wäre er besser auf der Linie gewesen. Wenn du aber plötzlich die Nummer eins bist, ist das ein unglaublicher Druck.“ Ein Druck, dem Adler nicht standhält? Er verfügt derzeit nicht über herausragende internationale Erfahrungen. Was man dem Schlussmann aber auf jeden Fall auch zu Gute halten muss: In den wichtigen Spielen gegen Russland während der Qualifikation lastete ebenfalls ein starker Druck auf seinen Schultern und er konnte das meistern. War dieser Fehler also doch nur ein seltener Patzer oder doch ein wichtiger Hinweis für die Weltmeisterschaft 2010?

Die Hoffnungen schwinden

In jedem Fall waren die negativen Schlagzeilen in den letzten Wochen und Monaten nachhaltiger in den Köpfen der Fans, als die positiven Aspekte. Möglicherweise ist auch das der Grund, warum nun einige schwarz sehen und wenig hoffnungsvoll dem Sommer entgegensehen. Insgesamt aber dürfte das vor allem auch daran liegen, dass eigentlich doch nur ein Gedanke Fans, Spieler, Trainer und Funktionäre beim Verband antreibt: eine erfolgreiche WM spielen! Und vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo zwischen dem, was die deutschen Fans befürchten und Peter aus Kenia prophezeit.

Eure Meinung: Sind Eure Hoffnungen in die Weltmeisterschaft nach der Niederlage gegen Argentinien gesunken?



 
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