Reportage: Zu Besuch beim VfL Bochum an der Castroper Straße

Goal.com schnupperte vor dem Exklusiv-Interview mit Anthar Yahia ein wenig Revierluft beim VfL Bochum.

Von Francois DUCHATEAU

Ein Stadion, ein Verein: Der VfL Bochum (Duchateau/Goal.com)
Bochum. Die A40 wird oft als „Ader des Reviers“ bezeichnet“. Und da „im Pott“ nun mal dichter als sonst wo in Deutschland das Herz für Fußball schlägt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man über eine eigenen Abfahrt direkt hinters Rewirpower Stadion gelangt, nachdem man die „Starlight Express“ Musicalhalle passiert hat.

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Foto-Album: Ein Tag beim VfL Bochum


Ähnlich wie die A40 liegt auch das einstige Ruhrstadion mitten im Wohngebiet – auf der einen Seite. Wer aus der anderen Richtung kommt, gegenüber der Tankstelle vor der JVA aus der U-Bahn steigt oder an Spieltagen zu Fuß vom Hauptbahnhof über die gesperrten Straßen vorbei am Planetarium „Tief im Westen“ von Herbert Grönemeyer grölt, hat bereits seinen Fuß auf die Castroper Straße gesetzt, die seit 1911 Pate für Ballsportkult in Bochum steht.



Über die Jahre wurden hier immer wieder Renovierungen am Vereinsgelände und Stadion vorgenommen. Die jüngste sticht direkt ins Auge: 2004 wurde das Stadioncenter hinter der Haupttribüne angebracht. Während sich im Erdgeschoss Gastronomie, Fan- und Ticketshop die Klinke in die Hand reichen, verbirgt sich in den oberen Etagen die Kommandozentrale des VfL Bochum. Dariusz Wosz öffnet einem Tür der innersten Katakomben, „Funny“ Heinemann, zuletzt Interims-Cheftrainer, jetzt Leiter der Jugendkarbeit, grüßt im Flur. Was „mein Revier ist hier“ bedeutet, wird hier gelebt.



Dariusz Wosz stand eine Stunde zuvor noch unten am Trainingsgelände und hat die erste Mannschaft betreut. Bei den Aufwärmübungen gab der einstige Kapitän das Kommando, feilte während der Trainingsspiele mit Einzelspielern an deren Ballechnik. Die Stimmung innerhalb der Bundesligamannschaft ist verdammt gut, es wird viel gelacht, das komfortable Punktepolster auf die Abstiegsränge ist förmlich spürbar. Dennoch wird energisch und verbissen in die Zweikämpfe gegangen. Auch Heiko Herrlich pusht: Seinen algerischen Abwehrspieler Anthar Yahia kündigt er an, er werde wie ein ägyptischer Schiedsrichter pfeifen.



Es ist Mittagszeit in Bochum. Waren zu Wosz’ Aufwärmübungen vielleicht nur knapp zehn Kiebitze am umzäunten Trainingsplatz versammelt, so strömen zum Trainingsspiel immer mehr Leute aus den Fanshops ans Gelände. Auch der Heimweg vieler Schüler führt am Rewirpower Stadion vorbei, immer mehr Fotokameras werden aus den Ranzen gekramt. Doch Vorsicht: Nicht nur auf dem Grün ist es matschig, auch drumherum zeigt die Kulturmetropole Ruhr 2010 seine dreckige Seite



Der VfL Bochum hat schon immer ein enges Verhältnis zur großen Ruhr-Universität gepflegt und kümmert sich um neue Fans im jungen Alter. Zu groß ist schließlich die Gefahr, dass sie bald königsblau oder schwarz-gelb herumlaufen. Natürlich gibt es auch genügend treue Anhänger, die schon seit Dekaden hier am Spieltag eine Currywurst bei einem Fiege-Pils verdrücken, bevor sie mit den Enkeln in den Familienblock eintreten.


 
Die vielen Graffitis hinter der Ostkurve, dem Heim-Stehblock des VfL Bochum, wurden sicher nicht von älteren Semestern entworfen. Dennoch verkörpern die Tradition von 1848: „Ruhrstadion“ ist zu lesen in der Schriftfarbe, in der der VfL diese Saison seine Ausweichtrikots layouten ließ. Der VfL Bochum, Tradition die ewig jung bleibt.



Exklusiv-Interview mit Anthar Yahia!
Was WM-Held Anthar Yahia über seine Laufbahn denkt, wie seine Zukunft aussieht, welcher Kamerad aus der Nationalmannschaft vielleicht im Sommer zu einem Topclub wechselt und wie er Algeriens Chancen gegen Rooney & Co in Südafrika einschätzt, erfahrt Ihr im ausführlichen exklusiven Interview mit Goal.com. Teil 1 von 3 erscheint Dienstagmorgen um 9.00 Uhr. Nicht verpassen!

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