ELF WM-Favoriten in Südafrika - Platz 11: Serbien

Mit einem im wahrsten Sinne des Wortes handfesten Skandal endete die WM-Qualifikation in Europa. Frankreichs Basketballer schummelten sich gegen Irland nach Südafrika und lösten als vorletzte von 32 Mannschaften das WM-Ticket. Die Fahrkarte Nummer 32 schließlich ging an Uruguay. Und somit stehen sie fest, die Teams, die im Sommer 2010 Fußball-Geschichte schreiben wollen. Doch wer sind nach aktuellem Stand der Dinge die Favoriten? Dieser Frage ging die Goal.com-Redaktion auf die Spur. Wir präsentieren unser beliebtes Ranking in einer neuen Folge: ELF Favoriten auf die WM-Krone 2010.

Nemanja Vidic (Serbia)
Von Sebastian HEIER

Belgrad.
Das Los entschied: In der WM-Qualifikation bekommt es die serbische Nationalmannschaft, die nach der Weltmeisterschaft 2006 unter der eigenen Fahne spielt, unter anderem mit dem haushohen Favoriten Frankreich zu tun. Der Weg zur Endrunde 2010 sollte für die Auswahl, die bis 2006 noch unter dem Staatenbündnis Serbien-Montenegro spielte, steinig und hart werden. Die Hoffnungen ruhten auf den zweiten Platz der Gruppe 7, der immerhin zu den Play-Offs reichen würde.

Auf dem Balkan hat jedoch in den Monaten der Qualifikation eine Wachablösung stattgefunden: In den vergangenen Jahren dominierten dort noch die Kroaten, die allerdings diesesmal in der Qualifikation scheiterten. Serbien buchte zur Überraschung vieler Fußball-Anhänger das direkte Ticket für die WM im kommenden Sommer. Mit einer jungen Mannschaft ließ die Auswahl sogar den zuvor hochgehandelten Favoriten Frankreich hinter sich.

Internationale Klasse mit deutschen Säulen

Die Mannschaft ist gespickt mit vielen internationalen Spielern, die ihr Geld in den besten europäischen Ligen verdienen und bei den weltweit angesehensten Vereinen unter Vertrag stehen. Das Abwehrduo Nemanja Vidić und Branislav Ivanović spielt beispielsweise in der englischen Premier League und verdient dort das Gehalt bei Europas Top-Adressen Manchester United und Chelsea London. Komplettiert wird die serbische Nationalmannschaft jedoch auch durch einige Bundesliga-Akteure: Neven Subotić (Borussia Dortmund), Zdravko Kuzmanović (VfB Stuttgart) und Gojko Kačar (Hertha BSC Berlin) kennen ebenso den deutschen Fußball, wie der Ex-Berliner Marko Pantelić (jetzt Ajax Amsterdam) und Zweitliga-Verteidiger Antonio Rukavina vom TSV 1860 München.

Internationale Klasse besitzt auch der Coach der serbischen Auswahl: Radomir Antić übernahm nach vier Jahren ohne Trainerjob im August 2008 das Zepter bei den Serben. Antić, der bereits Vereine wie den FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid trainierte, hat seine Philosophie und sein Verständnis vom Fußball, sowie von der Taktik, mit Erfolg in die Mannschaft gebracht.

Die erste WM-Qualifikation für Serbien

„Was wirklich zählt, ist, dass wir Serben uns für die WM qualifiziert haben, zum ersten Mal“, erklärte Marko Pantelić hocherfreut nach dem 5:0-Erfolg aus der Qualifikation gegen Rumänien. Mit diesem Sieg lösten die Serben vorzeitig ihr direktes WM-Ticket. „Serbien ist ein junges Land und deshalb sind solche Erfolge enorm wichtig. Das stärkt die Identität, den Zusammenhalt. Die Menschen bekommen das Gefühl, dass das kleine Serbien eine Rolle spielt in der weiten Welt“, beschreibt Pantelić seine Nation. Die Ost-Europäer spielten eine starke WM-Quali und standen am Ende verdient auf dem ersten Rang, während Frankreich in die Play-Offs musste. „Wir stehen in der Gruppe vor Frankreich – dem riesigen Frankreich. Das muss man sich mal vorstellen“, gab sich Marko Pantelić überrascht über die eigene Leistungsfähigkeit.

„Wir wollen eine gute Rolle spielen“

Nun blickt die „neue“ Fußballnation Serbien mit Hochspannung auf das erste WM-Turnier im kommenden Sommer. Marko Pantelić blickte schon wenige Monate vor Beginn des Turniers mit großer Freude auf die Aufgabe in Südafrika und sagte zum möglichen Abschneiden seiner Nation: „Wir wollen eine gute Rolle in dem Turnier spielen, klar!“ Wenn die „Rolle“ ähnlich „gut“ interpretiert wird, wie in der WM-Qualifikation, dann könnte Serbien durchaus zu einer kleinen Überraschung werden.

HIER: ELF WM-Favoriten in Südafrika: Das ultimative Goal.com-Formbarometer

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