ELF Kultstadien (1): Millerntor, Hamburg
In diesen Stadien geht die Post ab! Die Fans singen sich bis zur Ekstase. Die Stimmung schwappt auf den Rasen. Andere Stadien indes überzeugen durch ihre besondere Lage, durch ihre traditionsreiche Geschichte oder sind einfach nur Kult. ELF, das populäre Ranking auf Goal.com, widmet sich dieses Mal täglich den Kultstätten der Republik. Da, wo der Fußball zu Hause ist. Und das war wieder einmal keine leichte Aufgabe. Deswegen haben wir uns auch dazu entschieden, zunächst nur die Stadien in die engere Auswahl zu nehmen, in denen derzeit noch aktiv bis zur 3. Liga gekickt wird. Freunde der Glück Auf-Kampfbahn, des Hamburger Volksparkstadions oder andere Nostalgiker müssen sich also vorerst noch gedulden. Diese Stadien kamen nicht in die Wertung, bieten aber genügend Stoff für ein weiteres Ranking. „And the winner is“ – Tor, Tor, Millerntor, die Heimstätte des FC St. Pauli.
Hamburg. „Was sich hier alles abgespielt hat. Das kannste dir gar nicht vorstellen. Aufstieg in die 1. Liga, Aufstieg in die 2. Liga Abstieg von de 2. in die Regionalliga. Das hier bei St. Pauli. Das gibt’s nirgendwo in Deutschland“, weiß Zeugwart Klaus Peter „Bubu“ Bubke im Film „Sankt Pauli – Rausgehen – Warmmachen – Weghauen“ zu berichten.
Umkleide unter dem Vereinsheim
Recht hat er. Denn nirgendwo in Deutschland waren die Umkleidekabinen der Spieler direkt umterm Vereinsheim, mussten die Trainer auf dem Weg zur Pressekonferenz durch verqualmte Räume vorbei an geselligen und bierseligen Fans vorbei. „Da tropfte schon mal von der Decke, da wusstest du nicht ist es Bier oder was anderes“, erinnert sich Ronny Kujat (heute RB Leipzig) an seinen Auftritt 2001 mit dem Chemnitzer FC. „Aber die Atmosphäre im Stadion war einzigartig."
Seit 1998 Millerntor-Stadion
Im Stadion-Millerntor, wie es seit 1998 wieder heißt, treffen sich seit Jahren zu Spiel des FC St. Pauli Banker und Punker, Hausfrauen und Anarchisten zu Spielen ihrer braun-weißen Lieblinge. Und die Geschichte des Stadions hat es in sich. Nach der Fertigstellung des Stadions 1963 konnte wochenlang nicht gespielt werden, weil der Platz ständig unter Wasser stand. Man hatte schlichtweg vergessen, im regensicheren Hamburg eine Drainage einzubauen. Aus Sicherheitsgründen wurde im Lauf der Jahre auch die Zuschauerkapazität von 32.000 auf 20.629 Zuschauer reduziert.
Fotogalerie: Millerntor-Stadion in St. Pauli
Schönster Sieg - Weltpokalsiegerbesieger
Die waren auch gekommen, am 6. Februar 2002, der Tag der als einer der schönsten in die Geschichte des Vereins und des Stadions eingehen - als der Bundesliga-Letzte FC St. Pauli den amtierenden Champions League und Weltpokalsieger Bayern München mit 2:1 schlagen konnte - der Mythos vom Weltpokalsiegerbesieger war geboren.

Strenge Auflagen der Liga
Und ob Bundesliga oder Regionalliga die Hütte war immer voll und die Stimmung einzigartig, wenn bei Nieselregen, die Pauli-Fans noch enger aneinander rücken und mit ihren Gesängen dem tristen Wetter und lange Jahre auch dem wenig berauschenden Spiel ihrer Elf trotzen. Doch so kultig wie das alte Stadion auch war, es musste schon ob der strengen Auflagen der Liga was passieren.
Präsidenten kamen und gingen, Stadion blieb
Zeugwart Bubu: „Ich hab hier angefangen, da war Paulick Präsident. Der sagte: Ich bau ein neues Stadion. Nix ist passiert Dann kam der der Weisener, sagte ich bau ein neues Stadion, nichts ist passiert, dann kam der der Reenald Koch, wollte weiterbauen, was Weisener nicht begonnen hatte, nix ist passiert. Dann kam der Littman, hat gesagt ich bau ein neues Stadion. Da hab ich gedacht, da erzählt wieder einer so was und plötzlich ging es los. Hut ab.“

Neubau bis 2014
Und los ging es: Unter großen Tamtan und begleitet von AC/DCs Hells Bells wurde im Dezember 2006 die Südtribüne abgerissen. Das Problem: Die Finanzierung stand noch gar nicht. Nach langem Hin und Her konnte es im Mai 2007 dann doch losgehen und die neue Südtribüne hochgezogen werden. Und es wäre nicht St. Pauli, wenn alles ein bisschen anders wäre – anderer Orten werden neue Stadion innerhalb von 15 Monaten hochgezogen, in Hamburg lässt man sich für das neue „Millerntor-Stadion“ bis 2014 Zeit. Der Stimmung wird das aber in den kommenden Jahren keinen Umbruch tun. Und wohl auch in fünf Jahren bekommt Spieler und Fans immer noch Gänsehaut, wenn beim Einmarsch die „Hells Bells“ der australischen Rocker und bei Toren der Kiezkicker „Blurs Song 2“ erklingt.
Keine Frage: Das Herz von Sankt Pauli ist das Millerntor und für Goal.com die Nummer 1 in seiner deutschen Stadionrangliste.
Zur Übersicht: Deutschlands ELF Kult-Stadien im Ranking
Fotogalerie: Millerntor-Stadion - FC St. Pauli
Eure Meinung: Der Millerntor-Stadion auf Rang eins unserer Stadionrangliste – an welcher Stelle steht für Euch diese Kultstätte des Fußballs? Und welche Erlebnisse verbindet Ihr mit der Heimat des FC Sankt Pauli?
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