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Erfolgreich mit Ajax: Frank de Boer

Barcelona, Inter und Co. sollten ein Auge auf Frank de Boer werfen

Erfolgreich mit Ajax: Frank de Boer

Ajax Amsterdam hat der ehemalige Weltklasseverteidiger zum vierten Titel in Serie geführt. Nun ist er bereit für einen absoluten Topklub in einer Spitzenliga.

KOMMENTAR
Von Stefan Coerts

Als sich Ajax Amsterdam nach dem Abschied Martin Jols im Dezember 2010 für Frank de Boer als Nachfolger auf dem Trainerposten entschied, da war es ein Glücksspiel des niederländischen Rekordmeisters.

Der ehemalige Nationalspieler kannte den Klub wie seine Westentasche. Er stammte aus der eigenen Jugendabteilung, hatte mehr 400 Pflichtspiele für den Verein absolviert, ehe er 2006 als Jugentrainer zurückkehrte. Als Coach bei den Senioren verfügte er jedoch über keinerlei Erfahrung.

Erneute Titelverteidigung trotz Aderlasses

Spulen wir nun dreieinhalb Jahre vorwärts und wir können mit Sicherheit festhalten: Das Glücksspiel der Amsterdamer hat sich ausgezahlt.

De Boer führte Ajax auf Anhieb in seinem ersten Jahr zum Titel in der Eredivisie und verteidigte ihn auch in den beiden Folgejahren. Sein Team entpuppte sich als zu stark für die Konkurrenten Feyenoord und PSV.

Und die Vorzeichen für Titel Nummer vier in Folge für Ajax waren zu Saisonbeginn nicht gut. Der Verein hatte noch nie viermal in Serie die Meisterschaft gewonnen und er hatte seine Starspieler Christian Eriksen und Toby Alderweireld abgegeben. Feyenoord und PSV Eindhoven wirkten dagegen stärker als im Vorjahr und bereit, die Hegemonie des Hauptstadtklubs zu brechen.

Doch trotz aller Widrigkeiten in den ersten Monaten dieser Spielzeit blieb de Boer seine Philosophie treu und rückte nicht vom Glauben an seine (jungen) Spieler ab. Die beiden Youngster Davy Klassen und Joel Veltman nahmen die Plätze Eriksens und Alderweirelds ein. Zu Weihnachten stand Ajax bereits wieder an der Spitze der Tabelle und der Sieg am Sonntag über ADO Den Haag bescherte de Boer ein Quartett an Meistertiteln.

Liverpool und Tottenham zeigten bereits Interesse

Natürlich streichen die Spieler aktuell eine Menge Lob ein, doch es kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Erfolg in dieser Saison mehr denn je die Handschrift des Cheftrainers trägt. Zwar verfügt Ajax ohne Frage über das Team mit den besten Einzelspielern in den Niederlanden. Es waren aber de Boers taktische Fähigkeiten, seine Zielstrebigkeit und seine gutes Händchen im Umgang mit jungen Spielern, die am Ende den Unterschied ausmachten.

De Boers erfolgreiche Arbeit ist natürlich im Ausland nicht unbemerkt geblieben. Bis jetzt hat der Coach aber stets betont, er sei zufrieden mit seinem Job in Amsterdam.

Der Zeitung Trouw verriet er: „Liverpool und Tottenham haben in den letzten Jahren Angebote gemacht. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt keine Option. Ich fühle mich wohl hier.“

Dennoch: Sein Abschied aus Amsterdam ist unausweichlich und er wird eher früher als später über die Bühne gehen. Immer mehr Manager und Präsidenten verfolgen seinen Werdegang mit großem Interesse. Der 43-Jährige ist mittlerweile als möglicher Nachfolger von David Moyes bei Manchester United im Gespräch und Inters Präsident Erick Thohir hat ihn öffentlich gelobt. Und de Boers Ex-Klub FC Barcelona denkt angeblich darüber nach, ihm Tata Martinos Job zu geben.

"Barcas Stil passt zu mir"

Angesprochen auf ein mögliches Engagement bei den Katalanen hielt sich de Boer in der vergangenen Woche zurück. Sollte sich aber in diesem Sommer tatsächlich die Wege von Barca und Martino trennen, wäre De Boer gewiss ein aussichtsreicher Kandidat.

“Barcelonas Spielstil passt zu mir. Aber glauben sie wirklich, ich könnte Spielern wir Messi, Xavi und Iniesta noch etwas beibringen... Die Menschenführung ist bei einem Verein wie Barcelona sehr wichtig“, sagte de Boer.

Für Barcelona ist de Boer nicht nur wegen seines bevorzugten Angriffsfußballs interessant. Er arbeitet außerdem beeindruckend gut mit Talenten. In Barcelona werden sich erfahrene Säulen wie Victor Valdes und Carles Puyol verabschieden und Xavi ist auf der Zielgeraden seiner Laufbahn. Barcas Team braucht also eine Verjüngungskur.

Dass er das hinbekommen kann, hat de Boer eindrucksvoll bewiesen. Unter ihm haben aufstrebende junge Spieler wie Veltman, Daley Blind, Klaassen und Ricardo Kishna große Entwicklungsschritte gemacht. In La Masia schlummern viele Talente, denen nach dem Willen Barcas dasselbe gelingen soll.

Und im Gegensatz zum Winter 2010 ist de Boer kein unerfahrener Trainer mehr. Vier Meisterschaften in der Eredivisie in vier Jahren sind der Beweis, dass er bereit für den Sprung zu einem absoluten Topklub ist. Die Zeit für einen Giganten ist gekommen und besonders Barcelona sollte genau aufpassen.

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