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Seit fünf Jahren spielt Ajax bereits ohne Fans in Rotterdam, diese Periode wird nach erneuten Krawallen verlängert. Auch ein Vereins-Idol bittet um Hilfe bei der Aufklärung.

Amsterdam. Der niederländische Rekordmeister Ajax Amsterdam nimmt in den kommenden drei Jahren weiterhin keine Fans mit zu den Auswärtsspielen bei Feyenoord Rotterdam. Mit dieser Entscheidung zieht der Klub weitere Konsequenzen aus den Ausschreitungen beim Pokalfinale zwischen Ajax und PEC Zwolle (1:5) am Ostersonntag in Rotterdam. Diese Entscheidung traf der Verein gemeinsam mit der Stadt Amsterdam, der Polizei und den Justizbehörden.

2009 hatten die Klubleitungen von Ajax und Feyenoord beschlossen, bei direkten Duellen fünf Jahre lang auswärts ohne eigene Fans anzutreten. Rotterdam zeigte Verständnis für den Entschluss des Kontrahenten. Noch ist unklar, ob ab der Saison 2014/15 Feyenoord-Fans wieder zum Klassiker nach Amsterdam reisen dürfen.

Ajax um Aufklärung bemüht

Unterdessen hat sich die fanatische Gruppe der Ajax-Fans, der sogenannte Block 410, für die Ausschreitungen in Rotterdam entschuldigt. Auch die Fans der berüchtigten F-Side, die den harten Kern der Ajax-Anhänger bilden, meldeten sich in der Tageszeitung De Telegraaf zu Wort. Die F-Side gibt an, zum Zeitpunkt des Zwischenfalls noch nicht im Stadion gewesen zu sein. "Wir hätten sofort eingegriffen und alles beendet", zitiert die Zeitung die Gruppe.

Die F-Side findet es demnach unakzeptabel, dass auf einen Ajax-Profi (Torwart Kenneth Vermeer) Feuerwerkskörper geworfen wurden. "Feuerwerk ist toll, aber nicht, wenn die eigenen Spieler getroffen werden. Intern werden wir die Angelegenheit besprechen", teilte die Gruppe mit.

Der einzige offizielle Ajax-Fanklub (SVA) hat nach eigenen Angaben Maßnahmen beschlossen. SVA-Mitglieder, die an den Ausschreitungen beteiligt waren, würden sofort ausgeschlossen werden. Ajax-Ikone Johan Cruyff rief die Fans auf, die Täter zu nennen. "Wenn du ein echter Ajax-Fan bist, dann zeige die Typen an, um dafür zu sorgen, dass sie nie mehr im Namen des Klubs auftreten", schreibt Cruyff im De Telegraaf.

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