Spielbericht Eredivisie: Ajax Amsterdam – Feyenoord Rotterdam

Ajax Amsterdam schenkt dem Erzrivalen Feyenoord eine 5:1 Packung im „Klassieker“ ein! Die Rotterdamer brachen sich wenige Sekunden nach dem ersten Gegentreffer allerdings selbst das Genick, als Babovic wegen eines Ellbogenschlags die rote Karte sah, die allerdings nicht die letzte blieb in der ArenA...

Urby Emanuelson after 2-0 against Feyenoord, Ajax - Feyenoord (foto PROSHOTS)
Von François DUCHATEAU

Amsterdam.
Ohne Gästefans musste der „Klassieker“ auskommen und wahrscheinlich erklärte auch die mangelnde Unterstützung, warum Feyenoord Rotterdam zunächst überhaupt nicht aus dem Quark kam und die Hausherren die Gäste in der eigenen Hälfte festdrückten. Ein erstes Lebenszeichen der Been-Elf gab es erst nach 23 Minuten, aber was für eines: Ron Vlaar traute sich, aus knapp 30 Metern einfach einmal abzuziehen und traf direkt Aluminium. Vier Minuten später konnte Torwart Stekelenburg einen fiesen Bogenkopfball des eigentlichen Abräumers nur gerade so vor der Linie aus der Luft pflücken (27.) – und auf einmal war Feyenoord ebenbürtig.

Rot! Feyenoord bricht sich nach Gegentreffer selbst das Genick

Das äußerst ansehnliche Hin- und Her bekam richtig Pfeffer und nach einem Pfostenchance der Hauptstädter trudelte der Ball vor der Pause doch noch ins Tor. Marko Pantelic flankt wunderbar in den Strafraum, wo Demy de Zeeuw sich den Ball selbst gegen seinen Fuß anköpft, und der Ball springt unter van Dijk durch ins Tor. Das frustete Feyenoord, allen voran Stefan Babovic, der sich im folgenden Kopfballduell mit Jan Vertonghen nicht beherrschen konnte und absichtlich mit dem Arm ausholt, wofür es die rote Karte gab. Während der Verteidiger nicht aufhörte zu bluten, brach sich Feyenoord mit dieser Dummheit selbst das Genick.

Ajax zaubert den Sack zu

Ajax Amsterdam gelang auch noch direkt nach Wiederanpfiff nachzulegen: Urby Emanuelson suchte den Doppelpass mit Eyong Enoh und zieht mit voller Wucht per Dropkick zum wunderschönen 2:0 ab. Ähnlich entstand auch noch wenig später das 3:0 auf der anderen Seite. Gregory van der Weil läuft durch, sucht den One-Two mit Marko Pantelic und kann dann mit Volldampf einnetzen. Da Been nun auch noch Stürmer Slory rausnahm und den kontrollierenden Mittelfeldmann Karim El Ahmadi brachte, wurde Ajax förmlich zum Zaubern eingeladen. Zuerst setzt de Zeeuw bei einem Solo allerdings einen Haken zu viel, dann versucht es Schlitzohr Suarez zweimal per Außenrist: In der 71. Minute lupfte der Uru auf Pantelic an den langen Pfosten, dessen Kopfball allerdings nur die Latte traf. Sechs Minuten später versuchte der Kapitän es einmal selbst mit einem Außenrist-Schlenzer ins lange Eck, wo nur Millimeter fehlten. Zuvor fiel aus heiterem Himmel der Anschluss der Rotterdamer, die einen weitern Freistoß auf Landzaat schlagen konnten, der mehreren Ajacieden entwischt und per Dropkick im hohen Bogen Stekelenburg im langen Eck erwischt.

Noch ein Platzverweis zum Schluss

Dieser wunderschöne Treffer gab Feyenoord einige Minuten Aufwind, doch Ajax hatte rasch wieder die Partie im Griff und erzielte durch de Zeeuw in der 82. Minute das 4:1. Der Nationalspieler, der wegen Grippe eigentlich nicht spielen sollte zeigte, dass er das Herz und Hirn des neuen Ajax-Spiels ist und krönte seine Leistung mit zwei souveränen Toren. Die richtige Reaktion nach den wilden Beschimpfungen vergangene Woche bei seinem Ex-Verein AZ Alkmaar. Doch das war längst noch nicht alles: Kurz vor Abpfiff wollte Luis Suarez noch eine lange Hereingabe ins Tor spitzeln, doch Keeper Rob van Dijk geht mit gestreckter Grätsche heraus und nietet den Kapitän voll um – noch eine  rote Karte und Elfmeter in der neunzigsten! Doch Ersatzmann Mulder ist chancenlos, Suarez erhöht selbst zum 5:1 Endstand. Was für ein „Klassieker“, was für eine Werbung für den holländischen Fußball. Ein sensationelles Match findet ein krasses Ergebnis. Über diesen Gipfel wird man noch lange reden!

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