thumbnail Hallo,

Der ghanaische Nationalspieler schaut noch einmal auf einen Sommer zum Vergessen zurück. Umso mehr freut sich der Schalker Leader auf die neue Saison - am liebsten auf der Zehn.

Gelsenkirchen. Kevin-Prince Boateng blickt vor dem Saisonstart noch einmal auf die WM zurück, die für ihn in doppelter Hinsicht eine verkorkste war. Doch der Mittelfeldspieler von Schalke 04 richtet den Blick sogleich nach vorn: Er freut sich auf die Neuzugänge und die neue Saison - die er am liebsten auf seiner Lieblingsposition bestreiten würde.

Der 13. Juli war kein leichter Tag im Leben des Kevin-Prince Boateng. Der frühere deutsche Juniorennationalspieler, seit 2009 für Ghana aktiv, sah viele seiner alten U-21-Kollegen den WM-Pokal in die Höhe strecken, während er selbst schon längst nach einer Chaos-WM samt Suspendierung wieder zuhause weilte.

"Hätte, wenn und aber gibt es in meinem Leben nicht. Ich bin nicht Weltmeister, die anderen sind Weltmeister, und damit finde ich mich ab", so Boateng im WAZ-Interview. "Ich habe mich damals aus Überzeugung für Ghana entschieden. Aber ich bin super glücklich, dass Deutschland eine so überragende WM gespielt hat."

Die DFB-Elf holte den vierten Stern, während Boateng und die Black Stars enttäuschten. Trotz Suspendierung kann er sich allerdings eine Zukunft im Nationaldress vorstellen: "Ghana hat mich suspendiert, das war eine konsequente Maßnahme der Offiziellen, und wenn sie eines Tages wieder anfragen sollten, werde ich mich damit beschäftigen."

"Natürlich hören bei mir alle zu"

Der Verband allerdings müsse dann auch in Zukunft mit der Art des 27-Jährigen zurechtkommen. "Ich bin keiner, der zwischen den Zeilen redet. Entweder, man steht zu 100 Prozent zu mir - oder eben nicht", so Boateng, der auch über seine Leaderrolle sprach: "Ich würde nie über mich sagen, dass ich ein Leader bin - in diese Rolle wächst man rein."

"Es war einfach so, dass ich schon in jungen Jahren eine gewisse Anziehungskraft hatte. Das hat mit meiner Ausstrahlung zu tun und auch damit, dass ich immer meine Meinung sage und vorangehe", so Boateng, der betonte: "Natürlich hören bei mir alle zu, aber das ist auch so, wenn ein anderer spricht."

"Die Zehn liebe ich - die Sechs muss ich"

Auf die neue Saison auf Schalke indes freut sich der frühere Milan-Profi, besonders die Neuen Sidney Sam, Fabian Giefer und Eric Maxim Choupo-Moting begeistern ihn: "Ich würde mich niemals in die Einkaufspolitik von Schalke 04 einmischen, aber natürlich freut man sich über Neuzugänge, die der Mannschaft weiterhelfen. Wir haben das Glück, dass wir drei starke Zugänge haben."

In welcher Rolle er selbst in der kommenden Spielzeit bei den Gelsenkirchenern wirken wird, ist derweil noch unklar. Boateng kann sowohl als Spielmacher als auch im defensiven Mittelfeld spielen - seine Präferenz ist jedoch klar: "Die Zehn liebe ich. Die Sechs muss ich - vielleicht. Aber so etwas entscheidet nur der Trainer und dann wird es auch respektiert."

Dazugehörig