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Pechvogel Marco Reus: "Jungs, ihr schafft das!"

Marco Reus hat durch seine Verletzung die WM und damit möglicherweise den Titelgewinn verpasst. In der Heimat drückt der Nationalspieler Deutschland die Daumen.

Dortmund. Es ist nur zu ahnen, mit welchen Gefühlen Marco Reus dem WM-Finale entgegensieht. Während die Kollegen aus der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag gegen Argentinien (ab 21.00 Uhr im Liveticker) vor dem größten Triumph ihrer Karriere stehen, schufftet der Star von Borussia Dortmund daheim rund 9600 Kilometer entfernt im Kraftraum für sein Comeback und drückt der DFB-Auswahl die Damen.

In Gedanken ist Reus jedenfalls beim Team von Bundestrainer Joachim Löw. "Jungs, ihr schafft das!" twitterte er schon vor dem historischen 7:1-Sieg gegen Brasilien. Aber auch die Helden von Belo Horizonte hatten den WM-Pechvogel in einer der größten Stunde der deutschen Länderspiel-Geschichte nicht vergessen.

Twitter-Beistand von Özil

"Marco, schade, dass du nicht dabei sein kannst. Auch nach einem 7:1 - du fehlst", zwitscherte Mesut Özil nach dem Sensationssieg im Halbfinale gegen den Gastgeber zurück und dürfte damit vermutlich vielen Fußball-Fans aus der Seele gesprochen haben. Schon die Nachricht von der schweren Verletzung hatte eine Welle der Anteilnahme ausgelöst.

Unvergessen sind jene Fernsehbilder vom letzten Testspiel vor der Abreise zur WM gegen Armenien (6:1), als Reus, einer der großen Hoffnungsträger im Team von Bundestrainer Joachim Löw, in der 45. Minute mit dem linken Fuß im Rasen hängenblieb, umknickte und anschließend in die Kabine getragen werden musste.

Schon die erste Diagnose war ein Schock: Teilriss der Syndesmose. Aus der Traum von der WM-Teilnahme. Doch es kam noch schlimmer. Bei einer genauen Untersuchung stellte Dortmunds Mannschaftsarzt Markus Braun zusätzlich einen knöchernen Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite fest. Fazit: Drei Monate Pause, Comeback vermutlich Ende September.

Gefrustet und enttäuscht fuhr Reus zunächst in Urlaub, versuchte Abstand zu finden. Inzwischen zeigt sich der Mittelfeldspieler des Vizemeisters wieder frohen Mutes, "zwitscherte" unter anderem Fotos von seinem Gipsbein und ließ auf seiner Internetseite wissen: "Ich schaue optimistisch nach vorne und freue mich für meine Kollegen aus der Nationalelf."

Ein Gruß von Bundestrainer Löw

Balsam auf seine Seele dürften die Worte von Coach Löw anlässlich der erste Pressekonferenz in Brasilien gewesen sein. "Ein Gruß nach Deutschland, vor allem an Marco Reus. Marco, die Mannschaft vermisst dich sehr. Wir wünschen dir alles Gute. Die Mannschaft wird auch für dich spielen", sagte Löw. Assistent Hansi Flick merkte vor dem Viertelfinale an: "Man darf ja auch nicht vergessen, dass uns ein so wichtiger Spieler wie Marco Reus fehlt."

In der vergangenen Saison war Reus der überragende Spieler des BVB. Der pfeilschnelle, technisch starke Dribbler mit ausgeprägtem Torinstinkt und exzellenter Schusstechnik erzielte in der Bundesliga 16 und in der Champions League fünf Tore - nicht zu vergessen seine Assists. Allein in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit stehen für ihn 17 Scorer-Punkte in der Statistik - das ist Liga-Topwert.

Die WM sollte der vorläufige Höhepunkt der Karriere werden. Für Reus wäre das Turnier in Brasilien die erste WM gewesen. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine war Deutschlands Fußballer des Jahres 2012 nur zu zwei Einsätzen gekommen. Zu allem Überfluss dürfen sich die BVB-Kollegen Kevin Großkreutz, Erik Durm und Roman Weidenfeller möglicherweise ab Sonntag Weltmeister nennen, obwohl sie auf dem Weg ins Finale keine Minute zum Einsatz gekommen waren.

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