thumbnail Hallo,

Ronaldinho: "Götze kann ein Weltstar werden"

Für den brasilianischen Weltstar hat Götze das Zeug, selbst eine feste Größe im Fußball-Olymp zu werden. Seine eigene WM-Ausbootung enttäuscht ihn hingegen maßlos.

Belo Horizonte. Wenn man als Fußballer von einem früheren Weltstar gelobt wird, ist das eine feine Sache. Wenn es sich dabei auch noch um den erklärten eigenen Lieblingsspieler handelt, ist das umso besser. Und wenn dieser Lieblingsspieler dann auch noch der Ausnahmekönner Ronaldinho ist, widerfährt einem etwas ganz Besonderes.

Dementsprechend gefreut haben dürfte sich wohl auch Mario Götze, als der brasilianische Superstar ihn vor der Partie gegen sein Heimatland im Gespräch mit der Sport Bild über den grünen Klee lobte. Für den zweifachen Weltfußballer ist der ­– in Anlehnung an ihn vom deutschen Boulevard "Götzinho" getaufte – Mittelfeldspieler vom FC Bayern ein Fußballer mit Fähigkeiten, die "nur ganz wenigen in die Wiege gelegt werden."

Vor allem Götzes technische Qualitäten verzücken den brasilianischen Zauberfuß: "Wie er den Ball behandelt, nein, streichelt, welche Laufwege er macht, wie er seine Pässe spielt, das ist großartig." Der 34-Jährige von Atletico Mineiro ist sich sogar sicher: "Er hat das Zeug zum Weltstar."

Auch Özil Brasilianer ehrenhalber 

Doch nicht nur von Jungstar Götze ist der frühere Star des FC Barcelona begeistert. Auch ein weiterer Deutscher hat es ihm derart angetan, dass er ihn kurzerhand ehrenhalber ins Land der Ballzauberer einbürgert. "Mesut Özil spielt wie ein Brasilianer. Das fällt auf", stellt der in seiner Heimat "Ronaldinho Gaucho" genannte Ausnahmetechniker mit einem Lächeln fest.

Überhaupt habe der deutsche Fußball vor allem im technischen Bereich einen gewaltigen Sprung gemacht, findet einer, der es als die Dribbling-Koryphäe schlechthin wissen muss. "Für mich war Deutschland von Anfang an ganz klar Mitfavorit. Deutschland hat viele super Techniker", konstatiert Ronaldinho.

Auch woran die spielerische Entwicklung im Land der früheren Grätschkünstler und Konditionswunder liegen könnte, glaubt der frühere Weltstar zu wissen: "Ihr Deutschen bildet eure Spieler nicht mehr mechanisch aus, zwängt sie nicht in ein Konzept, sondern lasst sie Fußball spielen. Ihre Tricks kreieren. So, wie wir es in Brasilien tun. Das kommt eurer Nationalmannschaft zugute."

Von WM-Ausbootung enttäuscht

Dass seine eigene Entwicklung nach seiner Zeit in Barcelona eher stagnierte und ihn nach der WM 2010 nun auch die Weltmeisterschaft im eigenen Land kostete, bedrückt den Mann mit dem markanten Lächeln sichtlich. "Ich hatte große Hoffnungen, dabei zu sein. Es ist nicht so gekommen. Das nervt mich", gibt er geknickt zu Protokoll. Vor allem der Gewinn der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Äquivalent zur Champions League, mit seinem Verein Atletico Mineiro im Jahr 2013, hatte Ronaldinhos WM-Hoffnungen neuen Auftrieb gegeben.

Seine berüchtigten Eskapaden im Nachtleben sieht der früher beste Fußballer der Welt nicht als Grund für seine Ausbootung aus dem Kreise der Selecao. Generell werde einiges übertrieben dargestellt: "Wenn mir das in meiner Karriere irgendwie geschadet hätte, hätte ich ja nichts gewonnen. Die Antwort muss man auf dem Platz geben. Und wenn die nicht kommt, glauben die Leute gleich, dass dies mit meinem Nachtleben zusammenhängt. Aber das stimmt nicht immer so. Manchmal ist das schon wie eine Verfolgung."

Dazugehörig