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England will den Neuanfang wagen - Altstars Lampard und Gerrard vor Abschied

Das Empire liegt am Boden: England verabschiedet sich gedemütigt aus Brasilien. Ausgerechnet der alte Rivale Deutschland könnte jetzt als Vorbild dienen.

Belo Horizonte. Bloß weg von hier. In den Flieger. In den Urlaub. An den Strand. Wie geprügelte Hunde schlichen Frank Lampard und Steven Gerrard vom Ort des Schreckens. Auch Wayne Rooney stapfte mit gesenktem Kopf vorbei an den Reportern - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Bloß noch weg. Das Fußball-Empire liegt nach dem beschämenden Aus ohne einen Sieg bei der WM am Boden. Wie soll es nur weitergehen? Ausgerechnet der ewige Rivale Deutschland könnte als Vorbild dienen.

"Wir sind natürlich extrem enttäuscht", sagte Teammanager Roy Hodgson nach dem langweiligen 0:0 zum Abschluss des WM-Desasters gegen Gruppensieger Costa Rica. Erstmals seit 56 Jahren verabschieden sich die "Three Lions" schon nach der Vorrunde von einer WM - obwohl Prinz Harry auf der Tribüne saß, reichte es am Ende nur zu einem Pünktchen. Trotz der beschämenden Demütigung klammert sich Hodgson an seinen Stuhl - und noch mehr an die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Mehr Einsatzzeit für junge Talente

"Wir haben tolle, junge Spieler", sagte Hodgson und nannte Namen wie Raheem Sterling (19/FC Liverpool), Luke Shaw (18/FC Southampton), Ross Barkley (20/FC Everton) oder Jack Wilshere (22/FC Arsenal) und flehte die Trainer in der heimischen Premier League förmlich an, diesen Talenten mehr Vertrauen und Einsatzzeit zu schenken: "Auf dieser Basis müssen wir aufbauen. Auch andere Länder mussten schon durch schwierige Zeiten gehen. Wichtig ist, dass wir jetzt die richtigen Schlüsse ziehen. Unser Verband investiert eine Menge in unsere Zukunft."

Das Scheitern des Fußball-Mutterlandes in Brasilien ähnelt schon verblüffend dem EM-Aus der deutschen Mannschaft 2000. Damals krempelte der DFB seine Jungendarbeit um, schickte die alten Helden wie Lothar Matthäus oder Thomas Häßler endlich in Rente. Jetzt werden wohl in Kürze Gerrard (34) und Lampard (36) ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft Englands bekannt geben.

Rooney macht weiter

Der in Brasilien mal wieder unglückliche Rooney wird wohl weitermachen. Der Star von Manchester United soll die neue, junge, hungrige Rasselbande der Engländer zur EURO 2016 nach Frankreich führen. Wie alternativlos der Umbruch ist, haben die lähmenden Auftritte (1:2 gegen Italien und Uruguay) schmerzhaft vor Augen geführt.

Trotz der armseligen Vorstellungen in Brasilien bleiben die Experten auf der Insel (noch) ruhig. Auch der ehemalige Star-Stürmer Gary Lineker meint: "Diese WM kam zu früh für viele unserer Youngster, aber ich glaube wirklich, dass unsere Zukunft rosig ist. Wir haben ein paar sehr talentierte Kids."

Bei der EM 1988 sei man auch mit drei Pleiten ausgeschieden: "Zwei Jahre später waren wir einen Elfmeter vom Erreichen des WM-Finales entfernt." Übrigens scheiterten Lineker und Co. damals an Deutschland. Ausgerechnet der ungeliebte Rivale könnte nun als Vorbild beim Neuaufbau dienen.

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