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Weltfußballer Ronaldo: Nicht ganz fit, aber "bereit für den Krieg"

Weltfußballer Cristiano Ronaldo will erstmals einem Turnier seinen Stempel aufdrücken - und gegen Deutschland damit anfangen.

Campinas/Salvador da Bahia. Er ist nicht ganz fit, aber trotzdem bereit für die große Show: In sein sechstes wichtiges Turnier geht Cristiano Ronaldo erstmals als Weltfußballer und Champions-League-Sieger - und mit dem größten aller Ziele. "Der WM-Titel wäre die Krönung meiner Karriere", sagt der 29-Jährige vor Portugals WM-Auftakt am Montag (18.00 Uhr MESZ/LIVETICKER bei GOAL) gegen Deutschland.

Sollte er dort seinen persönlichen Deutschland-Fluch bannen, wäre für den Superstar von Real Madrid der Weg frei, um endlich auch einmal im Nationaltrikot einem Turnier seinen Stempel aufzudrücken. "CR7 ist bereit für den Krieg", schrieb die Zeitung Record.

Doch bereit ist relativ. Nach dem Abschlusstraining am Sonntag in Salvador erklärte er: "Ich möchte bei 110 Prozent sein, aber ich bin bei 100 Prozent. Ich denke, das ist genug, um meiner Mannschaft zu helfen." Doch Zweifel bleiben. Seit Ende März plagt sich Ronaldo mit Kniebeschwerden herum, im Champions-League-Finale war der Star von Real Madrid ein Schatten seiner selbst, am Donnerstag brauchte er nach dem Training einen dicken Eisbeutel.

Kein Tag ohne Schmerzen

In Wahrheit fehlen Ronaldo wahrscheinlich ein paar Prozent seiner Fitness. Doch für seinen großen Traum, sich mit einer starken WM in den Fußball-Geschichtsbüchern zu verewigen, riskiert er vieles. Vielleicht sogar seine Gesundheit. "Es gibt keinen Tag, an dem ich keine Schmerzen habe, das ist die Bürde meiner Arbeit", sagte er: "Ich bin bereit und will eine großartige WM spielen."

Schon vor dem Play-off-Rückspiel in Schweden im November war er am Knie verletzt gewesen, er drängte auf seinen Einsatz und schoss Portugal mit drei Toren beim 3:2 praktisch im Alleingang zur WM. "Kein anderer Spieler außer Ronaldo wäre aufgelaufen. Wir konnten ihn nicht davon abhalten", sagte ein Teamarzt später im kleinen Kreis. Ronaldo konnte danach eine Woche lang kaum laufen.

Nun will er die Früchte auch selbst ernten. "Lass dich nicht brechen", heißt es in seiner neuen Werbe-Kampagne für einen Uhren-Hersteller. Es könnte sein Motto sein für das Deutschland-Spiel - und für die gesamte WM.

Das war auch auf dem Trainingsplatz zu erkennen. Am Samstag legte er sich nach nicht einmal einer Minute mit seinem Teamkollegen Fábio Coentrão an. Einige Sekunden diskutierten die beiden eigentlich befreundeten Real-Stars gestenreich und lautstark, dann winkte der Außenverteidiger ab und schlich davon.

Schwache Bilanz gegen Deutschland

Gegen Deutschland hat Ronaldo nicht nur eine Rechnung offen, sondern gleich drei. Drei Mal hat Ronaldo bei großen Turnieren gegen die DFB-Elf gespielt, drei Mal hat er verloren, drei Mal hat er kein Tor geschossen. "Die historische Serie der Deutschen ist sehr gut", gab er zu, fügte aber mit Blick auf seinen Klub an: "Real hat auch nach langer Zeit gegen Bayern München gewonnen. Ich hoffe, dieses ist das Jahr, in dem auch Portugal endlich gegen Deutschland gewinnt." Trifft er gegen den Weltranglisten-Zweiten, hätte er bei jedem seiner sechs Turniere mindestens einmal getroffen und damit einen Rekord von Jürgen Klinsmann eingestellt.

Warmgeschossen hat er sich schon mal, in den sechs Champions-League-Spielen gegen Schalke 04, Borussia Dortmund und Bayern München hat er insgesamt sieben Tore erzielt. Klar ist aber allen Portugiesen, dass sie nur mit einem formstarken Ronaldo eine Chance haben. Gegen Deutschland und überhaupt bei dieser WM. "Portugal hängt völlig von Ronaldo ab", bestätigt der ehemalige Weltstar Luis Figo und bescheinigt ihm "enorme Willensstärke". An der wird es sicher als Letztes liegen.

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