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DFB-Team: Podolski und Höwedes üben sich in Pragmatismus

Benedikt Höwedes wird gegen Portugal voraussichtlich als Linksverteidiger auflaufen. Ein Problem mit der Umstellung sieht er nicht. Podolski wischt mögliche Ausreden beiseite.

Aus Campo Bahia berichtet Andreas Lehner

Im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Südtirol galt Benedikt Höwedes für viele Experten als Streichkandidat. Vor dem Auftaktspiel gegen Portugal ist er der erste Anwärter für die Position des Linksverteidigers.

Dass der Schalker am liebsten innen verteidigt, ist kein Geheimnis. Auch als Rechtsverteidiger wurde Höwedes schon häufig eingesetzt. Ein Problem mit der Versetzung auf den linken Flügel hat er nicht, wie er auf der Pressekonferenz des DFB-Teams am Samstag außerte.

"Ich bin flexibel einsetzbar. Alle Spieler, die hier sind, sind gut genug ausgebildet, um verschiedene Positionen zu bekleiden. Eine große Umschulung gab es nicht", sagte Höwedes, der auch in der Nationalmannschaft schon ab und zu Linksverteidiger spielte, zuletzt im Testspiel gegen Armenien.

"Vielleicht mal den Kopf hinhalten"

Bundestrainer Joachim Löw wird gegen Portugal wohl mit einer Viererkette bestehend aus den vier Innenverteidigern Jerome Boateng, Per Mertesacker, Mats Hummels und Höwedes beginnen. Die nötige Feinabstimmung in ungewohnter Aufstellung könne man sich im Training holen.

Sollte Höwedes zur Startelf gehören, "wird es nicht darum gehen, mit meinem starken linken Huf sensationelle Flanken zu schlagen", sagte Höwedes mit feiner Ironie. "Ich soll meine defensive Qualitäten einbringen, hinten gut stehen, mich gelegentlich nach vorne einschalten und vielleicht mal den Kopf hinhalten“, so Höwedes weiter.

Lukas Podolski hat indes Diskussionen über die extremen Bedingungen einfach weggewischt. Für das Spiel gegen Portugal ist er optimistisch.

Keine Ausreden

"Es sind extreme Bedingungen. Aber es darf keine Rolle spielen. Egal, ob nun 50, 55 oder 70 Grad auf dem Rasen herrschen", sagte Podolski mit Blick auf die anstrengenden klimatischen Bedingungen in den Vorrundenspielorten der deutschen Mannschaft.

Es sei klar, dass man nicht 90 Minuten hoch und runter rennen könne. "Wir müssen unser Spiel dosieren." Auch die aufkeimende Diskussion über kleine Fehler im Trainingsplatz am Campo Bahia wischte Podolski einfach weg. "Wir sind alle viel zu verwöhnt aus England oder Deutschland, wo immer alles perfekt ist."

Es dürfe keine Ausrede sein und keine Rolle spielen, "ob der Rasen ein paar Unebenheiten hat oder das Gras mal etwas höher ist." Die Mannschaft sei perfekt auf das Turnier vorbereitet und heiß auf das Auftaktspiel gegen Portugal. "Wenn wir unsere Leistung bringen, werden wir als Sieger vom Platz gehen", sagte Podolski, der vermutlich auf der linken Außenbahn beginnen wird.

 

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