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Brasiliens Star schnürte einen Doppelpack und sorgte für ekstatische Stimmung in Sao Paulo. Das Unternehmen Heimtriumph ist erfolgreich angelaufen.

KOMMENTAR
Von Kris Voakes aus der Arena Corinthians in Sao Paulo

Es gab nicht genügend Plätze, die Tauben, die gen Himmel fliegen sollten, nahmen zielstrebig Kurs auf die Tribüne und Fans hatten auf der eilig errichteten provisorischen Tribüne eingeschränkte Sicht. Am Ende lieferte Brasilien jedoch ab. Die Selecao triumphierte im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft und unausweichlich wird es Neymar sein, der die Schlagzeilen am Freitag dominiert.

Nach all dem obligatorischen Drumherum setzte sich die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari nach frühem Rückstand gegen lange Zeit ebenbürtige Kroaten mit 3:1 durch. Mit Blick auf die offizielle Zeremonie und die Begleitumstände des Turniers war vielen anfangs mulmig zumute gewesen. So richtig verhagelte den Leuten aber Marcelos Eigentor nach nur elf Minuten die Laune.

Ivica Olic, der Dani Alves mehrfach alt aussehen ließ, wurde von Ivan Rakitic glänzend eingesetzt. Nachdem Nikica Jelavic in der Mitte verpasst hatte, schob Marcelo die Kugel unbeabsichtigt aus kurzer Distanz in das eigene Gehäuse.

Die Kroaten wussten, dass sie für die Chance auf Punkte am Limit bleiben mussten. Sie wussten, dass es für sie darum ging, Neymar ruhig zu stellen. So eilte nach dessen Ellenbogenschlag im Zweikampf mit Luka Modric die komplette (!) Mannschaft in Richtung Schiedsrichter, um eine Bestrafung, am besten einen Platzverweis, für den Starstürmer zu fordern.

Feuerwerk nach dem Ausgleich

Yuichi Nishimura entschied sich für die Gelbe Karte. Die Kroaten waren erbost. Und es kam für sie noch schlimmer, als ausgerechnet Neymar sie eine Minute später bestrafte: Oscar eroberte den Ball im Mittelfeld bärenstark, spielte Neymar frei. Der Ex-Santos-Angreifer erledigte den Rest und platzierte das Leder mit links unten rechts im Kasten Stipe Pletikosas.

Während Neymar auffällig war, zog Oscar klug die Fäden im Spiel der Gastgeber. Chelseas Spielgestalter spielte viele kluge Pässe und zeigte Qualitäten in der Balleroberung. Dies ermöglichte in mehreren Situationen ein gefährliches, schnelles Umschaltspiel.

Die Stimmung im Stadion, der gesamten Stadt war elektrisierend. Nach dem Ausgleich wurde für zehn Minuten außerhalb der Arena ein großes Feuerwerk abgebrannt. Nach Neymars zweitem, glücklichem Treffer ging es noch bunter zu.

Fred war im Strafraum zu Boden gegangen und der Unparteiische entschied auf Strafstoß. Fast genauso viel Glück wie bei der Entstehung hatte die Selecao dann bei Neymars Schuss vom Punkt: Pletikosa war in der richtigen Ecke und hatte die Fäuste am Ball, konnte ihn aber nicht mehr entscheidend ablenken.

Es ist Neymar-Zeit

Endlich konnten die Gastgeber durchatmen. Oscar krönte in der Nachspielzeit seine Leistung mit dem finalen Tor des Abends. Doch auch er vermochte es nicht, das Scheinwerferlicht vom Mann des Tages zu lenken.

Am Mittwoch hatte Neymar noch betont, bei der Weltmeisterschaft gehe es nicht um ihn, sondern um das Team. Coach Luiz Felipe Scolari meinte, es sei "unsere Zeit" und meinte damit das ganze Land.

Dieses Land ging am Donnerstag zu Bett und sang Neymars Namen. Einmal mehr wird der 22-Jähirge nun die Titelblätter aller Gazetten zieren. Denn sind wir mal ehrlich: Am Ende konnte es nur so kommen.

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