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England rätselt über Rooney: Wohin mit Wayne?

Links oder rechts? "Zehner" oder "Neuner"? Oder besser gleich auf die Bank? Vor dem WM-Auftakt diskutiert England über Wayne Rooney.

Rio de Janeiro. Wohin mit Wayne? Die Frage, die vor dem WM-Auftakt gegen Italien das Fußball-Mutterland umtreibt, hat der englische Verband bereits beantwortet. Im Trainingscamp der Three Lions am Fuße des Zuckerhuts klebt Wayne Rooney im Medienzentrum an der Wand neben Danny Welbeck. Welbeck links, Ronney als "Zehn" - das ist eine von vielen Optionen für Roy Hodgson. Mancher Experte rät dem Teammanager jedoch, Rooney lieber auf die Bank zu setzen.

Experten zweifeln am Starstürmer

Paul Scholes, langjähriger Mitspieler Rooneys bei Manchester United und dort als Co-Trainer noch immer an dessen Seite, mutmaßte kürzlich, der Angreifer könnte seine beste Zeit hinter sich haben. Und Stürmer-Legende Gary Lineker meinte, Hodgson sollte zumindest erwägen, den 28-Jährigen aus der Startelf zu nehmen. "Wayne kann überall spielen", sagte Lineker: "Aber die Frage ist doch: Gibt es nicht auf jeder dieser Positionen einen Besseren?"

Hodgson befeuerte die Diskussion, als er Rooney im vorletzten WM-Test gegen Ecuador (2:2) auf die linke Außenbahn stellte. Rooney, erinnerten sich die britischen Medien, hatte schließlich vor Jahren einmal geäußert, dass er auf diese Rolle keine Lust habe. "Bei United hat er (im Angriff, d.Red.) alle Positionen gespielt, warum nicht auch bei uns?", entgegnete Hodgson.

Überhaupt kann der 66-Jährige die "Obsession" der Öffentlichkeit für Rooney, wie er die ständige Aufregung nannte, nicht verstehen. Weil sich Hodgson im selben Atemzug weigerte, Rooney einen "außergewöhnlichen" Spieler zu nennen, schrieb die Daily Mail entsetzt: "Die harte Wahrheit ist: Hodgson ist nicht mehr verrückt nach Rooney." Und der Mirror meinte: "Rooney ist kein 'Untouchable' mehr."

Rooney bleibt gelassen

Rooney reagierte auf die Debatten mit seinem 39. Länderspieltor gegen Ecuador. Er habe kein Problem mit der Rolle als Außenstürmer, sagte er: "Ich höre doch jetzt nicht auf, für England zu spielen, nur weil ich links ran muss, oder?"

Bei der Generalprobe gegen Honduras (0:0) durfte Rooney in seinem 92. Länderspiel als "Zehn" hinter Daniel Sturridge ran, überzeugte bis zu seiner Auswechslung zur Pause aber kaum. Immerhin zerstreute er danach letzte Zweifel an seiner Verfassung. "Ich bin froh, dass ich fit in dieses Turnier gehen kann. Ich fühle mich bereit", sagte er.

Rooneys will Turnierfluch beenden

Rooney und seine Turniere - das ist bislang ein Trauerspiel in fünf Akten, geprägt von Verletzungen und anderen Dramen. In seinen jeweils vier WM-Spielen 2006 und 2010 erzielte er kein einziges Tor.

Zahlreiche ehemalige Größen unterstützen ihn dennoch. "Er mag noch nie bei einer WM getroffen haben, aber er kämpft immer wie ein Verrückter. Ich hätte ihn gerne in meinem Team", sagte Pelé. Bobby Charlton meinte: "Wayne muss spielen, er hat das gewisse Etwas." Und David Beckham ergänzte: "Wenn der Gegner nur seinen Namen auf dem Aufstellungsbogen sieht, hat er schon Angst."

Ob das Hodgson auch so sieht, ist offen.
 

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