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Mission "Vierter Stern": "Hoffe, dass alles funktioniert"

Die deutsche Nationalmannschaft fliegt am späten Samstagabend von Frankfurt/Main nach Brasilien. Auf dem Weg zum vierten WM-Titel ist für Philipp Lahm und Co. alles bereitet.

Mainz.  Der rote Teppich liegt nicht aus, aber für den Empfang der prominenten Gäste aus Deutschland ist alles bereitet. Nach monatelanger Zitterpartie steht das "Campo Bahia" in Santo André am malerischen Atlantikstrand für die deutsche Nationalmannschaft bereit. Für Bundestrainer Joachim Löw und seine Stars beginnt das Abenteuer Brasilien am Samstagabend um 22 Uhr mit dem Lufthansa-Flug LH 2014 von Frankfurt/Main nach Salvador.

"Das Kribbeln steigt. Ich bin froh, wenn wir endlich angekommen sind", sagte Löw vor dem Start der deutschen WM-Mission, an deren Ende am 13. Juli in Rio de Janeiro der "vierte Stern" stehen soll.

Dafür haben Löw, vor allem aber Teammanager Oliver Bierhoff in den vergangenen Monaten alles getan. Siebenmal flog Bierhoff nach Brasilien, um sich von den Fortschritten im Teamquartier, vom Trainingsplatz, aber auch von der Infrastruktur ein Bild zu machen. Georg Behlau, Leiter des Büros Nationalmannschaft, war achtmal vor Ort. Schon seit zwei Wochen bereiten zudem einige DFB-Mitarbeiter und ein Koch alles nach den Wünschen der DFB-Verantwortlichen vor. Am Mittwoch folgte noch einmal ein kleiner Tross für das "Feintuning".

"Tolle Atmosphäre"

Es wird nichts dem Zufall überlassen, um Löw und seinem 23-köpfigen WM-Kader um Kapitän Philipp Lahm optimale Bedingungen zu bieten. "Ich bin davon überzeugt, dass wir das beste WM-Quartier aller Mannschaften haben. Es hat eine ganz tolle Atmosphäre", meinte Bierhoff vor dem Abflug.

So ganz traut er der Sache aber dann offenbar doch nicht. Er hoffe, "dass alles so funktioniert, wie es sollte", sagte er in einem WamS-Interview. Auch bei der WM 2010 in Südafrika habe Mesut Özil "die ersten Tage kalt duschen müssen. Und bei mir gab es während der ganzen Zeit im Quartier fünfmal einen Wasserrohrbruch im Bad. Ich hoffe, dass uns das nicht passiert in Brasilien. Aber ich bin sehr guter Hoffnung, dass wir selbst mit solchen Malheurs gut umgehen würden."

Lange genug musste um die Fertigstellung gebangt werden. Erst am vergangenen Wochenende kam die Erfolgsmeldung aus Brasilien: "Alles fertig, alles bereit!" Es werden nun jeweils sechs Spieler wie in einer Art Wohngemeinschaft in einem Haus wohnen. Jeder hat sein eigenes Zimmer mit Bad, dazu gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Kühlschrank.

Die "Pappenheimer" in den Griff bekommen

Die Zimmerbelegung werden Löw und Bierhoff zusammen mit dem Mannschaftsrat vornehmen. Man habe zuletzt schon einen Plan für die Teambetreuer bekanntgegeben, erzählte Bierhoff, "da hat man schon eine gewisse Dynamik verspürt, weil jedes Haus mit seinen sechs Bewohnern eine eigene Identifikation hat". WG-Chefs bei den Spielern sind die beiden Kapitäne Lahm und Bastian Schweinsteiger sowie Miroslav Klose und Per Mertesacker, die beide dem Mannschafsrat angehören. Es gebe ja "schon ein paar Pappenheimer, um die man sich kümmern muss", sagte Mertesacker der Bild-Zeitung.

Die DFB-Auswahl kommt am Sonntagmorgen um 3.40 Uhr in Salvador an und fliegt von dort in einer kleineren Maschine nach Porto Seguro weiter (Ankunft 6.25 Ortszeit/11.25 Uhr MESZ). Von dort geht es mit dem Bus weiter ins etwa 30 Kilometer entfernte Santo André. Als letzte Hürde muss der 60-köpfige DFB-Tross per Fähre noch den Fluss Joao da Tiba überqueren.

Zwei Einheiten am Tag

Nach der Ankunft im abgelegenen Campo Bahia wird es eine lockere Trainingseinheit geben, um die Strapazen der langen Anreise aus den Beinen zu bekommen. Grundsätzlich plant Löw mit zwei Einheiten am Tag auf dem eigens errichteten Trainingsplatz in unmittelbarer Nähe des Quartiers.

Abflug zu den Vorrundenspielen ist entgegen sonstiger Gewohnheiten schon zwei Tage vor dem Spiel. Angesichts der frühen Anstoßzeiten - 13 Uhr Ortszeit am 16.6. gegen Portugal, 16 Uhr am 21.6. gegen Ghana und erneut 13 Uhr am 26.6. gegen die USA - soll die Mannschaft mehr Vorlauf für eine bessere Akklimatisierung haben.

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