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Brasiliens Nationalheld nimmt sich den Offensiv-Star der Selecao zur Brust. Dieser müsse sich ändern, wenn er der Beste der Welt werden will.

Brasilia. Brasiliens Fußballlegende Pele ist guter Dinge, dass die Selecao eine erfolgreiche WM im eigenen Land hinlegen kann. Er hofft, beim Turnier das Trauma von 1950 zu bewältigen. Schlüssel dazu ist Superstar Neymar - der sich aber ändern müsse. Ein großes Lob erhält Deutschlands Mittelfeldregisseur Mesut Özil.

"Wir haben individuell starke Spieler, um ein großes Turnier zu formen und auch Weltmeister zu werden", sagte Pele im Gespräch mit Sport Bild. Zu diesen gehört zweifelsohne Neymar. Er müsse aber "noch einige Hindernisse überwinden, vor allem eine Weltmeisterschaft gewinnen, um der beste Spieler der Welt zu werden. Er muss sich allerdings auch ändern."

Neymar muss sich "durchbeißen"

"Neymar muss seine Emotionen in den Griff bekommen, kühlen Kopf behalten in Zweikämpfen. Und er muss lernen, im Stehen zu spielen. Er darf nicht zu schnell fallen", führte der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 aus. "Darum war für Brasilien der Wechsel von Neymar 2013 zum FC Barcelona das Beste, was passieren konnte."

In Europa werde "härter gespielt, die Verteidiger stehen näher am Mann. Die Schiedsrichter lassen bei diesem körperbetonten Einsatz mehr durchgehen. Da muss er sich durchbeißen, er ist auf einem guten Weg. Aber noch lange nicht da, wo ich ihn erwarte", so Pele, der bei der zweiten WM in seinem Heimatland als Botschafter fungiert.

Pele träumt von der Revanche von Maracana

Die erste ist der Legende vom FC Santos auch 64 Jahre später noch in bester Erinnerung. Am 16 Juli 1950 traf Brasilien im Maracana-Stadion im Finale auf Uruguay - und unterlag 1:2. "Das Spiel lebt heute noch in meinen Erinnerungen. Das war der Tag, an dem ich meinen Vater das erste Mal weinen sah. Ich war damals neun Jahre alt", so Pele.

2014 will die Selecao das nationale Trauma, das als "Maracanaco" in die Geschichte einging, wettmachen. "Der 13. Juli ist der Tag des Endspiels. Und ich hoffe, dass Brasilien wieder ins Finale kommt. Vielleicht sogar gegen Uruguay. Dann hätten wir die Chance auf eine Revanche", so der 73-Jährige.

Pele: "Özil ist wie Overath 1974"

Doch bei der WM müsse der Gastgeber auch auf die europäischen Mitfavoriten aus Deutschland und Spanien achten, wie Pele befand: "Deutschland hat ein sehr gutes, junges Team. Es ist eingespielt, arbeitet gut im Kollektiv. Es ist nur sehr schwer zu schlagen. Das trifft natürlich auch auf Spanien zu, eine Mannschaft, die schon seit zehn Jahren zusammenspielt."

Trotz Kritik und Sorgen um seine WM-Form imponiert Pele bei der DFB-Elf vor allem Mesut Özil. Der Arsenal-Profi sei "ein Ausnahmespieler. Er hat eine feine Technik. Er spielt den tödlichen Pass. Kreiert überraschende Momente." Özil sei "noch ein richtiger Spielmacher", der "den Unterschied ausmachen" könne. "Er ist wie früher Wolfgang Overath bei der WM 1974."

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