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Klaas-Jan Huntelaar: "Das war einer der Tiefpunkte meiner Karriere"

Der niederländische Knipser freut sich auf die Weltmeisterschaft in Brasilien und spricht im Mediengespräch auch über einen Moment, den er schwer vergessen kann.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Er sah entspannt und gelassen aus, seine Stimmung ist prächtig. Im zweiten Stockwerk der Veltins-Arena stand Klaas-Jan Huntelaar den Fragen der Journalisten Rede und Antwort. Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist nun das einzige Thema für ihn. Mit seinem Klub Schalke 04 hat er vor einigen Tagen den Einzug in die Champions League erreicht. Nun steht die niederländische Nationalmannschaft an erster Stelle.

Klaas-Jan Huntelaar über ...

... seine Vorfreude auf das Turnier: "Es ist immer schön für dein Land bei einer WM zu spielen, das ist eine Ehre. Es ist jedes Mal wie ein Kindheitstraum. Bei einer WM ist es noch etwas spezieller, das ganze Land freut sich drauf und dann gucken das auch Menschen, die vielleicht sonst kein Fußball schauen."

... die Erwartungen aus dem Heimatland: "Die Erwartungen sind immer da. Wir haben eine neue Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Es wird nicht erwartet, dass wir wieder sofort ins Finale kommen. Das Ziel ist, die Gruppe zu überstehen und dann muss man sehen, wen man bekommt. Alles ist denkbar. Wir haben viele Talente, die jetzt ihre Chance bekommen. Das ist dann im Gesamten alles neu und man weiß noch nicht, wie es läuft. Mit den jungen Spielern ist es ähnlich, wie hier auf Schalke. Das kann man miteinander vergleichen."

... die Situation in der Gruppe B: "Spanien ist aufgrund der letzten sechs Jahre Favorit und sie haben ihre Leistung immer gezeigt. Aber auch Chile ist stark. Man hat gegen Deutschland gesehen, wie gut die waren. Die haben einen guten Fußball gespielt und sind als Kollektiv, als Mannschaft sehr stark. Die Einzelspieler sind vielleicht nicht so bekannt wie bei den Spaniern. Die haben aber trotzdem viel Potenzial. Australien dürfen wir auch nicht unterschätzen. Das ist eine schwere Gruppe."

... das ewige Duell mit Sturm-Konkurrent Robin van Persie: "Da gibt es kein Problem, ich kann mit allen spielen – auch mit Robin van Persie. Ich schaue mir an, was der Trainer machen möchte. Zuletzt hieß es ja in der Presse, dass wir vielleicht mit zwei Stürmern spielen. Am Ende will man selbst spielen, das ist immer so. Im Grunde geht es darum, dass man erfolgreich ist. Wie, das ist egal. Ich habe mit niemandem Probleme. Wichtig ist, dass man zusammenarbeitet."

... den möglichen Gegner Brasilien in der K.O.-Phase: "Wir wissen, wenn wir weiterkommen, dass wir gegen ein Team aus der Gruppe mit den Brasilianern spielen müssen. Ob es nach der Gruppenphase zum Duell gegen Brasilien kommt, müssen wir sehen. Niemand weiß, ob die Erster oder Zweiter werden. Wenn es Brasilien wird, dann ist das so. 2010 haben wir auch gegen die gespielt und gewonnen. Im Fußball ist alles möglich."

... das WM-Finale 2010, in dem er nicht eingesetzt wurde: "Natürlich denke ich an das Finale 2010, in dem ich nicht gespielt habe. Das war einer der Tiefpunkte in meiner Karriere! Wenn man dabei ist, will man auch spielen. Ich hatte persönlich auch ein gutes Gefühl, aber am Ende haben wir verloren. Selbstverständlich macht man sich Gedanken und fragt sich: Was wäre passiert, wenn ich gespielt hätte? Aber, das ist Vergangenheit. Man muss nach vorne und in die Zukunft schauen. Ändern kann man nichts mehr."

... das blamable Ausscheiden bei der EM 2012: "Wir haben sicher etwas gutzumachen. Aber die WM ist etwas anders. Generell versucht man in jedem Turnier alles zu geben, für uns selbst und natürlich auch für die Fans."

... die Mannschaft von 2010 und das aktuelle Team: "Damals in 2010 haben wir eine erwachsenere Mannschaft gehabt als jetzt. Aufgrund des höheren Alters war die erfahrener. Jetzt haben wir auch mehr Spieler aus der Eredivisie dabei, die jünger sind. Man kann schwer einschätzen, ob die Mannschaft von 2010 besser ist."

... die Favoriten bei der WM in Brasilien: "Deutschland ist stark, aber für mich nicht der Favorit! Argentinien und Brasilien sind meine Favoriten. Das Turnier ist in Südamerika und das Klima ist ganz anders. Ich denke, dass das ein Vorteil ist. Beide Mannschaften haben ein gutes Team und super Spieler."

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