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Null Kontakt zum DFB: Wie sich Schalkes Kaan Ayhan für die Türkei entschied

Er ist der Shootingstar unter der Rasselbande bei Schalke 04. Kaan Ayhan lief in der Jugend für den DFB auf, bis die ihn scheinbar links liegen gelassen haben.

Gelsenkirchen. Mit 19 Jahren wurde Kaan Ayhan aufgrund der angespannten und ausgedünnten Personaldecke bei Bundesligist Schalke 04 in den letzten Spielen ins kalte Wasser geworfen. Mit überzeugenden Leistungen spielte er sich in den Fokus und machte im Abwehrzentrum der Königsblauen eine hervorragende Figur. Für den Deutschen Fußball Bund (DFB) wird er allerdings nicht mehr auflaufen, und das hat auch seine Gründe.

Bislang lief der 184 Zentimeter große Innenverteidiger 26 Mal im Dress der deutschen Juniorennationalmannschaften auf. Er hat sich bereits seit Längerem dafür entschieden, nicht mehr für den DFB spielen zu wollen.

Ayhan enttäuscht vom DFB

Gründe dafür nannte das Ausnahmetalent am Mittwochmittag: "Es gab eine Phase nach der U17-WM (2011 in Mexico, Anm. d. Red.), als ich nicht mehr so oft eingeladen wurde. Obwohl ich, meiner Meinung nach, eine richtig gute A-Jugendsaison gespielt habe, wie ich finde auch besser als andere Konkurrenten auf meiner Innenverteidigerposition."

Der DFB hat Ayhan dann scheinbar gewollt aus den Augen verloren. Nun hat er den Sprung zu den Profis beim FC Schalke 04 vollends geschafft und sammelte bereits erste Erfahrungen auf internationaler Ebene. Bei der 1:3-Niederlage der Knappen in Madrid feierte er sein Debüt in der Champions League und durfte gleich in der Startelf ran. Ayhan glänzte von Beginn an mit viel Ruhe, Übersicht und Zweikampfstärke. Mittlerweile muss man feststellen: Da ist dem DFB ein echtes Top-Talent durch die Lappen gegangen.

Ayhan fehlte vom DFB "ein Stück weit die Wertschätzung. Ich wurde von einem Tag auf den anderen nicht mehr berücksichtigt. Da war dann null Kontakt mehr zum DFB." Zu dieser Zeit, nachdem Ayhan seine letzten beiden Spiele in der deutschen U18 (gegen Frankreich und Russland) absolvieren durfte, rief der türkische Fußballverband (TFF) bei ihm an. "Irgendwann kam dann der Punkt, wo sich die Türkei gemeldet hat. Ich hab mich dann mit meiner Familie zusammengesetzt und wir haben überlegt, was für mich und meine Entwicklung das Beste ist. Ich habe mich dann für die Türkei entschieden", führt Ayhan aus.

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