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Der 23-Jährige sieht klare Unterschiede zwischen der Bundesliga und der Premier League. Gleichzeitig schwärmt der Nationalspieler von seinem Trainer bei den Blues.

London. Nach knapp neun Monaten beim FC Chelsea zieht Andre Schürrle ein erstes Zwischenfazit und sieht vor allem die Intensität in der Premier League höher als in der Bundesliga. Darüber hinaus schwärmte der Stürmer von Trainer Jose Mourinho. Bei der WM im Sommer zählt für ihn nur der Titel.

"Wenn man meine Zweikampfe hier sieht und die mit denen aus meiner Bundesliga-Zeit vergleicht, liegen Welten dazwischen", so Schürrle im Kicker: "In der Bundesliga habe ich das Tackling nicht unbedingt gesucht und auch mal zurückgezogen. Das ist jetzt gar nicht mehr möglich: Hier musst du die Fifty-fifty-Aktionen zu Ende führen, da habe ich den größten Schritt gemacht. Aber da geht noch viel mehr bei mir."

Auch qualitativ sei die Premier League zumindest bei den Top-Teams stärker. "Wenn man die wirtschaftlichen Möglichkeiten der englischen Top-Mannschaften vergleicht mit denen der Bundesliga, dann würde ich schon sagen, dass in der Spitze die Premier League stärker ist. Aber die Bundesliga ist ausgeglichener und vielleicht insgesamt qualitativ besser."

Schürrle schwärmt von Mourinho

Dennoch musste Schürrle physisch zulegen, um in England Fuß zu fassen. Dabei habe Trainer Jose Mourinho großen Anteil gehabt: "Er ist keiner, der jeden Tag die Spieler zu sich nimmt und mit ihnen einzelne Sachen bespricht. Aber er beherrscht die Psychotricks, mit denen er die Spieler kitzelt und anstachelt, um so das Besondere herauszuholen. Auch aus mir."

Vor allem der Erfolgshunger des Portugiesen imponiert dem 23-Jährigen: "Ich fühle mich auf dem Platz jetzt einfach stärker, was auch mit ihm zusammenhängt. Er hat ein sehr großes Selbstvertrauen und kann dieses auf die Spieler übertragen. Er hat mich im Kopf stärker gemacht durch dieses Denken, dass es nur ums Gewinnen geht und um nichts anderes."

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27 Einsätze in 37 Pflichtspielen (13 in der Startelf) bestätigen Schürrles Eindruck. "Ich habe schon das Gefühl, dass ich hier gelandet und akzeptiert bin, in der Mannschaft meinen Platz habe, von den Fans angenommen werde. Es hätten ein paar Startelf-Einsätze mehr sein können, aber das war den Problemen zu Jahresbeginn geschuldet. Es ist eine Bilanz, über die man sagen kann: Ich habe Fuß gefasst", so der Nationalspieler.

"Kann eine richtig gute WM spielen"

Entsprechend meldet der Stürmer für die WM in Brasilien auch Ansprüche an: "Ich glaube, dass ich mir mittlerweile eine Position erarbeitet habe, dass ich in Brasilien mehr Spielanteile bekommen kann. Ich will zeigen, dass ich eine Option für die Startelf bin und eine richtig gute WM spielen kann. So sehe ich mich, und so sieht mich - glaube ich - auch der Bundestrainer. Ich verspüre eine Riesenvorfreude auf die WM."

Dabei zählt für Schürrle in jedem Fall nur der Titelgewinn: "Wir müssen dem ganz großen Traum nacheifern und sollten uns nicht damit beschäftigen, ob Halb- oder Viertelfinale auch schon ein Erfolg wäre. Ein wirklicher Erfolg ist die WM nur, wenn wir den Titel holen. Den will ganz Deutschland."

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