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Der DFB-Manager hat den Vorschlag, in Personalunion den Posten des Sportdirektors zu übernehmen, als nicht machbar zurückgewiesen. Die Nationalelf sieht er als vierte Macht.

Frankfurt. Erst kürzlich wurden bei der deutschen Nationalmannschaft die Weichen für die Zukunft gestellt. Sowohl der Betreuerstab um Joachim Löw, als auch Manager Oliver Bierhoff verlängerten ihre Verträge. Die Kritik von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, wonach er den Posten des DFB-Sportdirektors parallel hätte ausführen sollen, wies er zurück.

"Hier liegt er nicht richtig, weil es vom zeitlichen Aspekt gar nicht machbar wäre, beide Jobs so auszufüllen, wie es nötig ist. Ich könnte 100 Tage pro Jahr gar nicht als Sportdirektor anwesend sein, weil ich in Sachen Nationalmannschaft unterwegs bin", antwortete Bierhoff dem "Kicker".

Hansi Flick, derzeit Co-Trainer der Nationalelf, wird nach der WM neuer Sportdirektor. Dadurch entsteht eine neue Vakanz. Als Nachfolger für den Assistenten-Posten wurde zuletzt U-19-Trainer Marcus Sorg gehandelt. Laut Bierhoff ist nichts entschieden, allerdings hält er es "für vernünftig, sich zunächst im eigenen Haus umzuschauen".

Image wichtiger als Ergebnisse

Ungeachtet dieser Personal-Diskussionen hat der Europameister von 1996 große Ziele mit dem DFB-Team, wobei er den WM-Titel nicht als oberstes Ziel einfordert. "Das Viertelfinale ist für eine deutsche Mannschaft das Minimalziel", so Bierhoff. "Für mich wäre es ein Erfolg, wenn wir wie bei den vergangenen vier Turnieren unter den letzten vier wären."

Zwar wünsche sich der 45-Jährige den Triumph, doch sei dies nicht der Maßstab: "Sicherlich werde ich meine Arbeit nicht danach bewerten" Ziel sei vielmehr, den DFB "personenunabhängig" zu entwickeln. Auch für die Sponsorensuche habe der WM-Titel nicht oberste Priorität.

"In deren Werteskala ist eine sympathische, imageträchtige und attraktive spielende deutsche Mannschaft vielleicht wertiger", mutmaßte Bierhoff. Die DFB-Elf habe "durch den hohen Image- und Bekanntheitsgrad" einen "enormen ökonomischen Mehrwert."



"DFB die vierte Macht im Staat"

Im Vergleich zum Klubfußball siedelt Bierhoff den Stellenwert der Nationalmannschaft daher ein Stück höher an: "Sie ist quasi die vierte Macht im Staat. Die Champions League hat eine hohe Bedeutung, noch vor den nationalen Meisterschaften. Aber das absolute Highlight ist eine WM."

Wenn Deutschland bei einem großen Turnier antritt, "steht das ganze Land still". Obwohl das Entertainment an Wichtigkeit gewinne ("Wenn man heute einen Angriff abschließt, gibt es Applaus, egal ob der Spieler das Tor trifft oder nicht"), müsse man "seine Chancen humorlos nutzen und Spiele "früh entscheiden".

Zumal man gegen Topgegner "nicht viele Chancen" bekommen werde. Bei den letzten drei WM-Enrdunden schaffte es die deutsche Nationalmannschaft jeweils bis ins Halbfinale – 2002 scheiterte man erst im Finale an Brasilien.  

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