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Von den beiden Länderspiel-Klassikern gegen Italien und England erhofft sich Bundestrainer Joachim Löw acht Monate vor dem WM-Start eine Standortbestimmung.

München. Standortbestimmung ja, mehr aber auch nicht: 213 Tage vor dem Start der WM-Endrunde in Brasilien will Joachim Löw die letzte Dienstreise der deutschen Nationalmannschaft in diesem Jahr mit den beiden Härtetests gegen Italien am Freitag und vier Tage später gegen England nicht überbewerten.

"Weder auf der Torhüter- noch auf einer anderen Position müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt Entscheidungen treffen. Der Konkurrenzkampf auf einzelnen Positionen wird somit in den nächsten Monaten sicher härter", sagte der Bundestrainer relativ entspannt vor dem Treffen der Nationalspieler am Montag im Münchner Hilton Hotel im Tucherpark.

Kroos, Götze und co. kämpfen um ihre Plätze im Kader

Dass einen Monat nach der souveränen Qualifikation die heiße Phase im Kampf um die 23 WM-Tickets eröffnet wird, kann der Bundestrainer aber nicht leugnen. Denn nach den Auftritten in San Siro und Wembley gibt es für die WM-Kandidaten im kommenden März gegen Chile nur noch eine Möglichkeit, sich vor der Nominierung Anfang Mai zu empfehlen. Rund 30 Profis rechnen sich Chancen auf ein WM-Ticket aus, die meisten davon können in den kommenden Tagen bei Löw einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

"Das sind sehr gute Tests für den nächsten Sommer. Da werden wir gut gefordert werden", weiß Toni Kroos. Und auch Mario Götze ist bewusst: "Das sind große Nationen, das wird interessant." Für Kapitän Philipp Lahm sind diese Spiele ein Gradmesser: "Wenn man schon Testspiele hat, dann müssen es auch Top-Testspiele sein - und die haben wir gegen Italien und England. Das sind zwei Klassegegner."

DFB-Team erstmals im neuen Trikot

Bevor Löw am Dienstag seine Mannschaft erstmals auf dem Trainingsplatz versammelt, müssen die Akteure zu Wochenbeginn erstmal diverse Werbetermine wahrnehmen, was die Vorbereitung auf die EM-Revanche gegen die Azzurri aber nicht stört, wie Löw versicherte.

Am Dienstag stellen der 53-Jährige und seine Spieler offiziell das neue WM-Trikot vor, mit dem an der Copacabana der erste Titel seit 1996 gewonnen werden soll. Am Freitag werden Lahm und Co. erstmals ganz in weiß mit rotem Brustring auflaufen, um 16 Monate nach dem bitteren 1:2 im EM-Halbfinale von Warschau die Verhältnisse wieder geradezurücken.



Weidenfeller erstmals dabei

Verzichten muss Löw zum Jahresabschluss auf Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der sich erneut einer Operation am Sprunggelenk unterziehen muss. Auch die angeschlagenen WM-Kandidaten Ilkay Gündogan, Mario Gomez und Lukas Podolski fehlen nach wie vor. Abwehrspieler Per Mertesacker fehlt wegen einer Grippe zunächst. Ob und wann der 29-Jährige nachreist, ist noch unklar.

Dafür ist Gündogans Dortmunder Teamkollege Roman Weidenfeller erstmals dabei, der im zarten Alter von 33 Jahren am Freitag zu seinem Debüt zwischen den Pfosten im Nationalteam kommen könnte. "Wir freuen uns darauf, ihn bei uns zu haben und näher kennenzulernen", sagte Löw, der dem Routinier allerdings keine Einsatzgarantie gab.

An seiner ehemaligen Arbeitsstätte Säbener Straße stößt auch Miroslav Klose, der bei den abschließenden WM-Qualifikationsspielen im Oktober gegen Irland und Schweden wegen einer Mittelfuß-Verletzung pausieren musste, wieder zum Team. "Für uns ist gut, dass Miro wieder dabei ist, er ist für jede Mannschaft eine Bereicherung", so Löw über den Rekord-Torjäger.

Löw vor Jubiläum

Löw selbst feiert in Mailand ein Jubiläum, denn gegen Italien betreut er die deutsche Nationalmannschaft seit seinem Amtsantritt im Juli 2006 zum 100. Mal. Bislang hat das DFB-Team unter seiner Führung bei 99 Spielen 68 Siege erreicht, zudem gab es 16 Unentschieden und 15 Niederlagen.

Durchschnittlich hat die Nationalmannschaft unter Löw 2,2 Punkte pro Spiel geholt, mehr als unter jedem anderen Bundestrainer. "Wichtiger als diese runde Zahl ist für mich, dass ich nach wie vor mit der gleichen Freude, Energie und Motivation mit der Nationalmannschaft arbeite wie bei meinem ersten Länderspiel als Chefcoach vor mehr als sieben Jahren beim Spiel gegen Schweden", sagt Löw und stellt damit seine eigene Person in den Hintergrund.

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