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Der Keeper der Dortmunder gehört erstmals zum Kader der Nationalmannschaft. Gomez und Schweinsteiger fehlen.

Frankfurt. Die erlösende Botschaft erreichte Roman Weidenfeller am Freitagmittag kurz vor der Abfahrt nach Wolfsburg. Im hohen Fußball-Alter von 33 Jahren wird der Traum von der deutschen Nationalmannschaft für den Torwart von Borussia Dortmund doch noch wahr - Bundestrainer Joachim Löw berief Weidenfeller für die Länderspiel-Klassiker am 15. November (20.45 Uhr) in Mailand gegen Italien und am 19. November (21 Uhr) in London gegen England erstmals in den Kreis der DFB-Auswahl.

Während Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger erneut verletzungsbedingt ausfällt, könnte der BVB-Profi zum ältesten Torwart-Debütanten in der Geschichte des DFB werden. Er würde im Fall eines Einsatzes den "Helden von Bern", Toni Turek, ablösen, der bei seinem ersten Länderspiel-Einsatz 31 Jahre und 308 Tage zählte. Überhaupt haben in der Geschichte des Nationalteams nur Martin Max und Paul Steiner (beide ebenfalls 33) so spät debütiert. Steiner wurde 1990 sogar noch Weltmeister.

"Froh und glücklich"

"Ich bin froh und glücklich über diese Einladung", sagte Weidenfeller, der sich mit dem BVB gerade zum Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg aufmachen wollte. Die Reise trat er entsprechend beschwingt an. Löw habe seinen "Traum wahr werden" lassen, sagte er: "Ich freue mich darauf, im Kreis der Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen und lasse alles in Ruhe auf mich zukommen."

Löw hatte Weidenfeller, der 300 Bundesliga-Spiele absolviert hat, seit längerer Zeit beobachtet, zuletzt am Mittwoch gegen den FC Arsenal. "Wir haben seine konstant starken Leistungen für Borussia Dortmund in der Bundesliga und der Champions League registriert. Wir freuen uns darauf, ihn nun näher kennenzulernen", sagte er vor seinem 100. Länderspiel als Bundestrainer, stellte aber auch gleich klar: "Manuel Neuer ist aktuell unsere klare Nummer eins."

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sprach von einer "großen Geschichte" für Roman Weidenfeller. Das deutete sich an und ist total verdient. Darüber gibt es in Deutschland keine zwei Meinungen", sagte er dem SID.

Zuletzt vertraute Löw hinter Neuer auf Rene Adler und Ron-Robert Zieler. Weidenfeller fand trotz starker Leistungen in der Liga und in der Champions League dagegen keine Berücksichtigung. Diesmal fehlt Zieler (Hannover 96) im Aufgebot.

Schweinsteiger wieder verletzt

Doch von einer Tendenz im Kampf um eines der begehrten 23 Tickets für die WM in sieben Monaten in Brasilien will der Bundestrainer nichts wissen: "Weder auf der Torhüter- noch auf einer anderen Position müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt Entscheidungen treffen. Wir sind froh über jede Gelegenheit, im taktischen oder auch personellen Bereich testen zu können. Der Konkurrenzkampf auf einzelnen Positionen wird somit in den nächsten Monaten sicher härter."

Verzichten muss Löw auf seinen Mittelfeldchef Schweinsteiger. Der 29 Jahre alte Münchner, der zuletzt in Schweden seinen 100. Einsatz absolviert hatte, muss sich einer erneuten Operation am rechten Sprunggelenk unterziehen. "Er ist bei uns eine feste Größe, auch in Hinblick auf die WM in Brasilien", sagte Löw, dem zudem weiter die verletzten Mario Gomez, Ilkay Gündogan und Lukas Podolski fehlen.

Insgesamt berief der 53-Jährige 24 Spieler in seinen Kader. Marcel Schmelzer und Routinier Miroslav Klose (35), die zuletzt verletzungsbedingt passen mussten, kehren zurück. Klose steht in seiner Wahl-Heimat Italien vor seinem 131. Länderspiel. Triple-Gewinner FC Bayern stellt mit sechs Spielern das größte Kontingent im DFB-Kader. Vom BVB nominierte Löw fünf Profis.

Das deutsche Aufgebot für die Länderspiele in Italien und England:

Tor: Rene Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Heiko Westermann (Hamburger SV)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), Andre Schürrle (FC Chelsea)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach)

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