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Derdiyok arbeitet an seinem Comeback in Leverkusens Stammelf. Nach einem Seuchenjahr in Hoffenheim scheint zumindest die Rückkehr in die Schweizer Nati zum Greifen nah.

Sinsheim/Leverkusen. Fast wäre es ein perfektes Comeback gewesen. Als Eren Derdiyok am späten Dienstagabend im Stade de Suisse nur Minuten nach seiner Einwechslung plötzlich vor dem slowenischen Tor auftauchte, setzten die 22.000 Zuschauer schon zum nächsten Jubelschrei an - doch der immer noch erst 25-Jährige scheiterte. Fürs Erste.

Allein die Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft unter Trainer Ottmar Hitzfeld aber war für den Stürmer des Bundesligisten Bayer Leverkusen eine Erlösung. Der 1:0-Sieg gegen Slowenien bedeutete den vorläufigen Höhepunkt nach einem Jahr voller Tiefen, das den Schweizer von Hoffenheim über das Mannheimer Arbeitsgericht zurück an den Rhein führte.

"Angesichts der Situation, in der ich zuletzt war, muss ich überglücklich sein, und das bin ich auch", hatte Derdiyok unmittelbar nach seinem Wechsel zu Bayer gesagt - geändert hat sich das trotz der bis zum Spiel bei seinem Ex-Klub am Freitagabend nur 22 Bundesligaminuten nicht. Auch, weil nach seinem (Kurz-)Comeback in der "Nati" sogar die WM 2014 wieder in Reichweite zu sein scheint.

"Ich freue mich, dass er den Wechsel gemacht hat. So ist er für uns wieder interessant", sagte Hitzfeld, der in den letzten beiden Gruppenspielen auf dem Weg nach Brasilien erstmals seit März wieder auf den Legionär baute: "Eren hat am Anfang der Quali gute Spiele für uns gemacht."

"Leverkusen etwas zurückgeben"

Danach aber hatte der 1,91-m-Mann kaum noch positive Schlagzeilen produziert. Der Wechsel von Leverkusen in den beschaulichen Kraichgau vor einem Jahr, wo er mit Ex-Nationaltorwart Tim Wiese eigentlich Garant für den Einzug in den Europapokal sein sollte, erwies sich als katastrophale Fehlentscheidung. Mitgerissen im Abwärtsstrudel und den Wirren der drei Trainerwechsel fand Derdiyok nie zu der Form, die ihn in Leverkusen zum Stammspieler hatte werden lassen, zusammen mit anderen verdienten Fußballern wurde er zum Sündenbock des Hoffenheimer Absturzes.

An der Rettung der TSG in der Relegation durfte Derdiyok nicht mehr mitwirken - und fand sich in der Sommerpause in der umstrittenen "Trainingsgruppe 2" wieder, in der Ansammlung der Aussortierten. "Der Wechsel nach Hoffenheim hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Ich habe Vieles dazugelernt", sagte er mal: "Ich weiß jetzt, was ich in Leverkusen hatte, und das will ich dem Verein zurückgeben."

Dafür hätte Derdiyok dem Vernehmen nach auch alle Register gezogen. Vor dem Arbeitsgericht Mannheim klagte er auf den Erlass einer einstweiligen Verfügung, wieder seinem Beruf als Profi-Fußballer nachgehen und am Mannschaftstraining der TSG teilnehmen zu dürfen. Das Gericht wies den Antrag zwar ab - gab Derdiyok im Grundsatz aber recht. Zum Hoffenheimer Glück kam die Ausleihe zu Bayer - Derdiyoks Vertrag in Hoffenheim läuft noch bis 2016 - weiteren Streitereien vor Gericht zuvor.

Inzwischen ist das Missverständnis abgehakt. "Zwischen uns gibt es keine Probleme", sagte 1899-Trainer Markus Gisdol vor dem Wiedersehen. Viel öfter dürften sich die beiden ohnehin nicht sehen. Die Rück-Rückkehr Derdiyoks in den Kraichgau erscheint aufgrund der Vergangenheit unmöglich.

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