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Groß waren die Hoffnungen beim Publikum in Kadiköy. Aber nach 90 Minuten musste man neidlos anerkennen: Holland war eine Nummer zu groß für die Türkei. Das spiegeln die Kommentare.

Istanbul. Die Türkei war in Istanbul angetreten, um gegen die Niederlande die Playoffs um die Teilnahme zur WM in Brasilien zu erreichen. Doch am Ende verließen die Holländer mit einem 2:0-Auswärtssiegden Platz in Kadiköy und die Türkei muss bei der WM daheim zuschauen.

Sie waren besser als wir

Nach dem Spiel analysierte Fatih Terim das Spiel seiner Milli Takim. Dabei war ihm die mangelnde Chancenverwertung wohl ein Dorn im Auge: "Wir müssen uns beim fantastischen Publikum bedanken. Sie kamen, um uns siegen zu sehen. Mir tut es Leid um unsere Fans. Aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen: Sie haben gut gespielt und waren schlicht besser als wir. Willst du so ein Team schlagen, musst du Tore schießen und deine Chancen verwerten. Hätten wir das 1:1 gemacht, vielleicht wäre es anders gelaufen." Doch Terim erkannte eben auch, dass seine Spieler das Unmögliche versuchten möglich zu machen: "Mein Team hat versucht, das Unmögliche zu erreichen. Es tut mir sehr Leid. Wir wollten die Playoffs so sehr, aber manchmal reicht eben der Wille alleine nicht aus."

Der härteste Gegner der Gruppe

Voll des Lobes war natürlich Dirk Kuyt, der bekanntlich seine Brötchen in der Türkei bei Fenerbahce verdient. "Das türkische Team wollte das Spiel gewinnen, wie sie ihre letzten drei Partien gewonnen haben. Und sie haben auch ordentlich gespielt. Aber das reichte diesmal nicht aus, um in die Playoffs zu kommen." Besonderes Lob hatte er natürlich für die Fans in Kadiköy, seinem Heimatstadion: "Das Publikum hat das ganze Spiel über alles gegeben. Louis van Gaal hatte uns gewarnt, in der Kombination mit den Fans haben wir es mit dem schwersten Gegner zu tun. Und man muss sagen, der türkische Fußball wird jeden Tag besser – weil die Klubs sich laufend verbessern."

Guter Start und optimaler Freistoß

Arjen Robben vom FC Bayern München war natürlich angetan von seinem Führungstreffer, fand aber auch anerkennende Worte für seine Mitspieler und den Gegner sowie die Fans. "Es war der ideale Freistoß. Meine Mitspieler im Strafraum waren immens wichtig dabei. Berührt niemand den Ball, wird es für den Keeper immer schwer, so einen Ball zu halten. Ja, er sollte aufs Tor gehen, denn wenn ihn gut triffst, geht er rein – wie heute".

"Es war ein Spiel, aus dem wir viel lernen können. Wir haben uns perfekt auf die Atmosphäre im Stadion eingestellt. Die Türkei spielte im die letzte Chance, an der WM teilzunehmen. Wir sind gut ins Spiel gekommen und man sieht, wir verbessern uns immer weiter. Und doch haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns. Wir müssen sehen, dass wir locker bleiben und die Bodenhaftung behalten. Der Gegner heute hatte eine andere Klasse als Ungarn bei unserem 8:1, aber wenn wir ehrlich sind, standen wir auch heute nicht wirklich vor Problemen, das Spiel zu gewinnen."

Keine Favoriten auf den WM Titel

Ist die Elftal nun ein Mitanwärter auf den WM-Titel? Nicht in den Augen von Arjen Robben. "Nein, wir sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Favoriten auf den WM-Titel. Aber wir verbessern uns da, wo wir Verbesserungsbedarf haben. Wir müssen nur auf uns schauen, nicht auf die anderen Länder, die zur WM kommen. Vor der WM haben wir noch Spiele gegen Kolumbien und Frankreich. Auch aus den Spielen müssen wir lernen und das natürlich im Hinblick auf die WM."

Nicht viele Teams können in der Türkei gewinnen

Stolz zeigte sich Louis van Gaal, dass seine Team so souverän und eigentlich ungefährdet in der Türkei gewinnen konnte. "Es gibt nicht viele Länder, die in der Türkei gewinnen können. Natürlich bin ich stolz. Es war ein toller Sieg für uns. Aber wir hätten mehr Tore erzielen müssen – viel mehr Tore.  Doch wir bewegen uns insgesamt in die richtige Richtung. Gerade dann, wenn wir im nach einem abgefangenen Angriff in Ballbesitz sind, haben wir uns gravierend verbessert. Besonders weil die Türken, wie ich es erwartet hatte, Clasie im Mittelfeld nicht auf dem Zettel hatten und ihn gewähren ließen, hatten wir viel Ballbesitz."

Standards gut trainiert

Der Coach sah, dass sich die Trainingseinheiten auszahlen. "Wir haben zwei fantastische Tore gemacht. Freistöße wie den von Robben üben wir häufig. Dabei ist es wichtig, wie sich die Spieler im Strafraum bewegen. Volkan hatte keine Chance, weil sich Vlaar und Fer perfekt an ihre Laufwege hielten."

"Die Auswechslungen musste ich vornehmen, wollte ich verhindern, dass ich Spieler beim ersten Spiel der WM gesperrt habe. Und man muss sagen, die Karten waren unberechtigt. Robin van Persie musste ich aus dem Spiel nehmen, weil er einige Male ganz hart angegangen wurde. Das hatte der Schiedsrichter nicht gesehen. Ihn auszuwechseln war eine Vorsichtsmaßnahme."

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