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Der ehemalige Bundesliga-Profi Tomislav Piplica steht als Torwarttrainer unmittelbar vor der Qualifikation zur WM 2014 mit Bosnien und Herzegowina.

Berlin/Sarajewo. Kultkeeper Tomislav Piplica (44) hat sein Ticket für die Fußball-WM so gut wie sicher - als Torwart-Trainer von Bosnien und Herzegowina. Mit einem Heimsieg am Freitag in Zenica über Liechtenstein (20.00 Uhr) wäre die Qualifikation nahezu perfekt. Die Balkan-Republik führt die Gruppe G vor den punktgleichen Griechen an und hat das deutlich bessere Torverhältnis. Griechenland empfängt die Slowakei (20.45 Uhr).

"Die Stimmung ist gut. Jeder im Team weiß, was von uns erwartet wird", sagte der langjährige Cottbuser Schlussmann (1998 bis 2009) dem Berliner Tagesspiegel. Mit dem Bosnier erlebten die Lausitzer die erfolgreichste Zeit ihrer Klubgeschichte mit den beiden Episoden in der Bundesliga (2000 bis 2003/2006 bis 2009). "Wir wollen jetzt noch sechs Punkte holen. Dann sind wir reif für die WM", sagte Piplica.

Die Ausgangsposition ist für das kleine Land (rund vier Millionen Einwohner) denkbar gut, um erstmals bei einem großen Turnier dabei zu sein. Nach dem Spiel am Freitag steht vier Tage später das letzte Qualifikationsspiel in Litauen auf dem Programm.

Konzentration in den letzten Spielen

Das Ziel sei nah. "Es wäre wie ein Licht für uns alle, für das ganze Land", sagte Piplica. Immer wieder scheiterte das einst zu Jugoslawien gehörende Land kurz vor dem großen Ziel. Vor der EM 2004 und der WM 2006 wurde das Ticket jeweils am letzten Spieltag verspielt, die Teilnahme an der WM 2010 und an der EM 2012 vergab man in den Play-offs.

Doch nun scheint die Zeit der "Goldenen Lilien" gekommen. Mit dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko (Manchester City) liegt Bosnien und Herzegowina auf WM-Kurs. In acht Spielen erzielte das Team 25 Tore. Ex-Europameister Griechenland brachte es gerade mal auf neun Treffer.

Piplica seit 2009 Torwarttrainer


Für den langjährigen Cottbuser Keeper wäre die WM ein weiteres Highlight in einer schillerden Karriere. 1987 wurde "Pipi" vor dem Krieg in seiner Heimat mit Jugoslawien an der Seite von Spielern wie Robert Prosinecki, Davor Suker und Predrag Mijatovic U20-Weltmeister in Chile. Es folgten erfolgreiche Jahre als Profi unter anderem in Cottbus.

In Erinnerung blieb er aber vor allem durch sein spektakuläres Eigentor in der Saison 2001/2002, als ihm der Ball nach einer harmlosen Bogenlampe auf den Hinterkopf prallte und von dort ins Tor flog. Zuletzt war er als Keeper des sächsischen Sechstligisten FC Eilenburg aktiv gewesen. Torwarttrainer für Bosnien und Herzegowina ist er seit 2009.

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